Darum gehts
- Pia Hasler (67) aus Stein AG erhält Hilfe nach Hirnblutung
- Leser spendeten fast 10'000 Franken und unterstützten sie mit Kleidung und Essen
- Schulden teils abbezahlt, Hasler fühlt Erleichterung und neue Hoffnung
«Entschuldigen Sie», sagt Pia Hasler (67) und wischt sich die Tränen aus den Augen, «ich bin nah am Wasser gebaut.» Die Seniorin aus Stein AG weint nicht, weil sie traurig ist, sondern aus Dankbarkeit und Erleichterung.
Letzten Dezember erzählte Pia Hasler im Blick ihre Geschichte. Wie sie in den Weihnachtstagen 2024 eine Hirnblutung erlitten hatte. Wie ihr Nachbar sie im Treppenhaus fand, bewusstlos. «Die Rega musste kommen, sonst wäre ich heute nicht hier», erzählte Pia Hasler im Interview.
Leser reiste extra aus Schaffhausen an
Nach einem Reha-Aufenthalt häuften sich plötzlich die Rechnungen. Hasler geriet in finanzielle Not. Ihr drohte die Kündigung der Wohnung, die Krankenkasse sprach eine Leistungssperre aus. ÖV fahren, Lebensmittel kaufen: Vieles war nicht mehr möglich. «Ich würde mir gerne mal wieder eine Hose leisten», sagte sie damals verzweifelt.
Hosen – die hat Pia Hasler nun erhalten. «Nach der Publikation des Artikels hatte ich Pakete mit Essen und Kleidung im Briefkasten», erzählt Hasler.
Fremde Menschen hätten sie auf der Strasse angesprochen und ihr Bargeld gegeben. «Zwei Herren kamen vorbei, brachten mir je 100 Franken. Einer war extra aus Schaffhausen angereist», so die Seniorin.
Bei Blick meldeten sich Leserinnen und Leser aus der ganzen Schweiz, die Pia Hasler helfen wollten. Manche von ihnen sprachen ihr Mut zu. Andere spendeten. So kamen fast 10'000 Franken zusammen.
«Ich habe wieder Hoffnung»
«Ich bin mega erleichtert», sagt Hasler. Die Schulden beim Vermieter und bei der Krankenkasse habe sie je zur Hälfte abzahlen können. «Davor konnte ich nicht mehr schlafen», erzählt sie. «Aber jetzt geht es mir besser, und ich habe wieder Hoffnung.»
Die Weihnachtstage und ihren Geburtstag an Silvester hat sie dennoch allein verbracht. Die Folgen der Hirnblutung spürt sie: Kopfschmerzen, Verwirrtheit. «Aber ich habe kein Problem damit, allein zu sein», sagt Hasler. Die Ruhe habe ihr gutgetan.
Auf Papierzetteln hat Pia Hasler Dinge notiert, die sie nicht vergessen will. Auf einem steht gross «Danke». Ihr kommen wieder die Tränen, dann sagt sie: «Ich möchte mich bei allen bedanken, die mir beigestanden sind oder gespendet haben. Ihr habt mir wirklich geholfen.»