«Es ist sehr anstrengend und laut in der Nacht»
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Anwohner über Baulärm in Suhr:«Es ist sehr anstrengend und laut in der Nacht»

Noch heissere Köpfe bei Anwohnern wegen nächtlichen Baustellenlärms am Bahnhof Suhr AG
Schlaftabletten, Ohrstöpsel rein und durch!

Viele Anwohner am Bahnhof Suhr AG haben nicht nur mit der Hitze zu kämpfen. Auch der Baulärm setzt ihnen zu. Teilweise in der Nacht. Jetzt greifen einige zu Schlaftabletten und Ohrstöpseln und schliessen selbst bei Hitze die Fenster.
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Am Bahnhof in Suhr wird selbst in der Nacht gearbeitet, wie dieses Bild zeigt.
Foto: Leserreporter

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Nachts teils lauter Baulärm am Bahnhof Suhr AG, Anwohner klagen über Schlafprobleme
  • SBB bedauert Unannehmlichkeiten, Arbeiten dauern noch bis Dezember 2026
  • Ziel: Barrierefreier Bahnhof, neue Perrons, Unterführung, bessere Sicherheit und Komfort

Zugegeben: Der Baulärm am Bahnhof Suhr AG, der auf einem Blick-Leser-Video zu hören ist, ist teils ohrenbetäubend. Vor allem: In der Aufnahme ist es mitten in der Nacht. Für viele Anwohnerinnen und Anwohner zweier grosser Wohnblöcke nahe der Baustelle ist dieser Lärm eine Qual. Als hätten sie nicht schon genug heisse Köpfe von der Hitze!

«Seit einigen Tagen kann ich kaum mehr schlafen», teilt etwa Nora D.* (29) Blick mit. «Es ist saumässig laut.» Sie sei mal um 2 Uhr aufgewacht, «als die Arbeiter begannen, Gleise unmittelbar vor dem Wohngebäude auszusägen, um die Gleise zu ersetzen». Um 5 Uhr hätten sie dann «grosse Steine in einen Container geworfen».

«Ich liess mir Schlaftabletten verschreiben»

Sie sei komplett übermüdet gewesen und habe sich bei der Arbeit kaum konzentrieren können, sagt Nora D. weiter. «Ich konnte nicht mehr – und liess mir vom Arzt Schlaftabletten verschreiben – um irgendwie arbeitsfähig zu sein.» Die 29-Jährige, die anonym bleiben möchte, findet gar: «Das, was die SBB hier machen, ist gesundheitsgefährdend und hat überhaupt nichts mit Rücksichtnahme zu tun.»

Blick geht vor Ort und sieht zuerst ein grosses Hinweisschild der SBB: «Wir bauen für Sie», steht da gross geschrieben. Dauer der Bauarbeiten, die publiziert und vom Bundesamt für Verkehr genehmigt wurden: bis etwa Dezember 2026. Doch schon jetzt rauchen dort die Köpfe.

«Anstrengend und laut in der Nacht»

Anwohnerin Monica Schöpf (45) sagt: «Ich habe Gott sei Dank einen ganz guten Schlaf. Aber mein Freund leidet schon. Er kann fast nicht schlafen und wälzt sich im Bett.» Es sei sehr anstrengend und laut in der Nacht. Aber: «Wenn man gute Gleise will, müssen wir da durch.»

Einen Wohnblock weiter lebt Rosa Ineichen (69). Auch sie sagt: «Ich höre den Baulärm natürlich schon, auch wenn die Fenster zu sind. Dann nehme ich manchmal Ohrstöpsel. Aber ich schlafe schon lieber ohne.» Gleichzeitig nimmt sie die Arbeiter in Schutz: «Ich finde, viele Bauarbeiten sollten nicht nur am Tag, sondern auch nachts gemacht werden, damit es vorwärtsgeht.»

«Ich sitze den Lärm einfach aus»

Im gleichen Gebäude wohnt Reto Löffel (65). Auch er hört den Baulärm: «Vergangene Nacht hat es getönt, als hätten sie mit einer Trennscheibe Beton durchgeschnitten. Das war ziemlich laut.» Es habe aber nur fünf Minuten gedauert, dann sei wieder Ruhe gewesen. Löffel: «Ich bin dann schnell wieder eingeschlafen. Die Fenster habe ich trotzdem offengelassen, sonst wird es wegen der Hitze zu stickig.» Gegen den Lärm wehre er sich nicht, so Löffel. «Ich sitze ihn einfach aus.»

Zurück zum Wohnblock direkt an den Gleisen. Mieterin Stefanie T.* (63) nimmt die SBB anonym in Schutz: «Unsere Wohnungen sind durchgehend vom Gleis bis zur Bahnhofstrasse, und dann kann man mit einer Schiebetüre eigentlich zutun. So hört man praktisch nichts mehr», sagt sie. Und weiter: «Ich verstehe nicht, wieso Leute nun einen solchen Aufstand machen. Wir wurden vorher mit Schreiben informiert, dass es Baulärm gibt. Dann kann man das auch für ein paar Nächte akzeptieren.» Schliesslich sagt Stefanie T. noch: «Die Schweizer haben einfach immer das Gefühl, sie müssen über alles jammern und motzen.»

SBB nehmen Stellung

Und was sagen die SBB? «Wir verstehen gut, dass Bauarbeiten, besonders in der Nacht und wenn wegen der aktuellen Hitze wohl viele Fenster geöffnet sind, für Anwohnende belastend sein können», sagt SBB-Sprecherin Mara Zenhäusern zu Blick. Und: «Wir bedauern die damit verbundenen Unannehmlichkeiten ausdrücklich.»

Die SBB setzen alles daran, die Auswirkungen auf die Anwohnenden so gering wie möglich zu halten, und informieren diese regelmässig via diverse Kanäle über anstehende (Nacht-) Arbeiten, heisst es weiter. «Die Arbeiten am Bahnhof Suhr sind notwendig, um die Infrastruktur zu modernisieren und den Bahnhof künftig barrierefrei zugänglich zu machen», erklärt Zenhäusern. Dazu gehören unter anderem neue Perrons, eine Unterführung sowie Verbesserungen bei Sicherheit und Komfort für die Reisenden.

«Sind gezwungen, Arbeiten in der Nacht auszuführen»

SBB-Sprecherin Zenhäusern führt weiter aus: «Um den regulären Zugverkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen und die Sicherheit unserer Mitarbeitenden zu gewährleisten, sind wir gezwungen, Arbeiten in der Nacht bei gesperrtem Gleis und ausgeschalteter Fahrleitung auszuführen. Dabei lässt sich leider nicht vermeiden, dass teilweise auch Arbeiten notwendig sind, die laut sind.»

Für Nora D. steht trotzdem fest: «Wir Anwohner sind mental bereits jetzt am Ende. Ich weiss nicht, wie wir das bis Ende 2026 überstehen sollen.»

* Namen geändert 

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