Darum gehts
- Schweizer Familie erlebt Baulärm und Würmer in Luxusvilla auf Teneriffa
- Vermieter streitet Baulärm und Wurmbefall ab, bietet nur Putzfrau an
- Ferienabbruch am 9. April: Familie fordert Rückzahlung für ungenutzte Nächte
Statt Sonne, Strand und Siesta gab es für Ehepaar A.* in den Teneriffa-Ferien Baulärm und Würmer. Sie hatten Anfang April einen 10-tägigen Aufenthalt in einer luxuriösen Villa auf der spanischen Atlantikinsel gebucht. Kostenpunkt: 4200 Franken.
Am Abend des Ostersonntags landeten die Schweizer auf Teneriffa. Im Dunkeln sieht die Villa auch genauso aus wie auf den Bildern auf der Website des Vermieters. Gleich am nächsten Morgen dann das böse Erwachen: Direkt neben der Villa steht eine grosse Baustelle, über die die Familie nie informiert wurde. «Ab Ostermontag hatten wir Baulärm von morgens bis abends», sagt Susan A. zu Blick.
«Jede Woche die gleichen Diskussionen»
Schnell macht das Ehepaar aus dem Kanton St. Gallen Bekanntschaft mit ihren Nachbarn und Besitzern der Baustelle, einer Familie aus Tschechien. Sie erzählen, dass die Renovierungsarbeiten am Nachbarhaus schon seit Januar im Gang seien und der Vermieter der Luxusvilla die Feriengäste nie über den Baulärm informieren würde. «Die Nachbarn hören jede Woche die gleichen Diskussionen bei den neuen Mietern der Villa», so die St. Gallerin.
Susan A. konfrontiert den Vermieter mit den Vorwürfen. Doch der wimmelt ab. «Er hat gesagt, die Nachbarn lügen und es habe sich bis jetzt nie jemand beschwert. Er streitet auch ab, dass die Baustelle ein Lärmproblem ist.»
Würmer breiten sich aus
Am Dienstag kommt dann der nächste Schreck. Kleine, schwarze Würmer liegen im Pool. Einige leben, andere sind tot. Doch die Tiere machen auch vor der Villa nicht halt. Susan A. zu Blick: «Die Würmer kommen durch alle Ritzen ins Haus rein und machen sich breit.»
Immerhin: Diesmal reagieren die Vermieter und bieten eine Reinigungskraft auf. Die Tiere kommen aber schnell wieder zurück. «Die Reinigungskraft müsste alle halbe Stunde kommen, um sie effektiv zu beseitigen.»
Vermieter bricht Kontakt ab
Das Ehepaar hat schliesslich die Nase voll von der Luxusvilla auf Teneriffa. Am Donnerstag entscheiden die Ostschweizer, die Ferien trotz finanziellen Mehraufwands abzubrechen und nach Hause zu fliegen. Vom Vermieter fordern sie eine angemessene Entschädigung. «Wir wollen mindestens das Geld für die Nächte zurück, die wir nicht in der Villa verbracht haben.»
Der Vermieter, der zuvor immer zeitnah auf die Nachrichten reagierte, bricht den Kontakt nun aber plötzlich ab. «Die Kommunikation war gut, bis wir Geld zurückgefordert haben», so Susan A. zu Blick. Sie ist empört, wie der Vermieter mit seinen Kunden umgeht. «Es kann doch nicht sein, dass die Leute so an der Nase herumgeführt werden!» In den Sommermonaten sei der Mietpreis der Villa auf Teneriffa trotz bleibender Baustelle noch teurer als jetzt.
Der Vermieter hat auf die Anfrage von Blick nicht reagiert.
* Namen bekannt