«Haben 3'000 Franken für den Juni schon bezahlt»
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Vater Zeljko (39) ist wütend:«Haben 3'000 Franken für den Juni schon bezahlt»

Kinderkrippe Schnäggliparadies Oftringen AG lässt Eltern und Kinder im Stich
Sogar die Gemeinde sucht die Krippen-Chefin!

Das plötzliche Aus der Kinderkrippe Schnäggliparadies in Oftringen AG sorgt für Wut und Enttäuschung. Eltern fühlen sich betrogen, nachdem die Inhaberin kurz vor der Schliessung noch Rechnungen verschickte. Jetzt wird Silvia F. (56) gar von der Gemeinde gesucht.
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Scheint untergetaucht: Silvia F., die Inhaberin der Kinderkrippe Schnäggliparadies in Oftringen.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Kinderkrippe Schnäggliparadies in Oftringen schliesst abrupt wegen Konkurs letzte Woche
  • Inhaberin verschickte kurz zuvor Rechnungen, bleibt aber für Eltern unerreichbar
  • Eltern zahlten bis 3000 Franken, neue Plätze für Kinder dringend benötigt
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Ralph DonghiReporter News

Eines vorweg: Die Eltern und deren Kinder, die in die Kinderkrippe Schnäggliparadies in Oftringen AG gegangen sind, waren mit den Betreuungspersonen alle durchwegs zufrieden. Doch seit die Kinderkrippe letzte Woche den Konkurs verkündete und ihre Türen von einem auf den anderen Tag schloss, ist die Stimmung gekippt. Vor allem gegenüber der Inhaberin Silvia F.* (56). Denn sie hat kurz vor der Schliessungsmitteilung noch Rechnungen verschickt.

Ein betroffener Elternteil ist Zeljko Obradovic (39). Einer seiner Söhne (3) ging seit rund zwei Jahren ins Schnäggliparadies. Dies, weil seine Frau eine berufliche Ausbildung macht und er selber Arzt ist. «Meinem Sohn hat es dort immer Spass gemacht, und er hat auch gerne vom Alltag erzählt», sagt Obradovic. «Wir hatten auch keine Anzeichen, dass etwas mit der Inhaberin nicht gut ist. Sie war selber einfach nicht oft dort.»

Einen Tag nach Ankündigung geschlossen

Nachdem offenbar vor einem Monat eine neue Leiterin in der Kita Einzug hält und mehrere Angestellte kündigen, passiert es letzte Woche: «Am Mittwochabend haben wir wie aus dem Nichts ein E-Mail von der Inhaberin erhalten», sagt Obradovic. Der Inhalt: «Die Kita werde geschlossen, die Betreuung sei nur noch zwei Tage lang gewährleistet. Und bei finanziellen Forderungen an die Kita müsse man sich beim Konkursamt melden.» Warum die Kinderkrippe Konkurs machte, sei nicht erklärt worden. Doch es geht nicht mal zwei Tage – schon am nächsten Tag bleiben die Türen zu.

Es kommt noch dicker: «Eine Woche zuvor hatte die Inhaberin noch die Rechnung für den Juni verschickt», sagt Obradovic. «Wir hatten diese einen Tag vor dem besagten E-Mail bereits beglichen.» Der Betrag: 3000 Franken. «Das geht in Richtung Betrug! Sie wusste ja schon vom Konkurs, als sie die Rechnung verschickte, und hat einfach nochmals abkassiert.»

Keine Antwort von der Inhaberin

Als er bei der Inhaberin nachgefragt habe, ob er das Geld zurückerhalte, habe er keine Antwort erhalten. Er habe sich nun beim Konkursamt gemeldet und überlege sich eine Anzeige.

Der Vater ist derweil daran, eine neue Kita für seinen Sohn zu finden. «Das Geld bekommen wir wohl nie zurück», sagt Obradovic. «Ich bin einfach sehr enttäuscht und wütend und möchte andere Eltern warnen.» Leid tue es ihm vor allem für alle Kinder der Kita, dass sie jetzt nicht mehr dorthin gehen können.

Wie auch die Söhne (4 und 5) von Fabiana S.** (31) aus Oftringen. Weil sie alleinerziehende Mutter ist und 80 Prozent arbeitet, gingen ihre Kinder von kleinauf in die Kita. «Ich bin sogar extra in die Nähe des Schnäggliparadies gezügelt», sagt sie zu Blick. Es sei «eine Katastrophe», was nun passiert sei. «Das ist sehr unseriös und zeigt, wie familienunfreundlich die Schweiz aufgestellt ist.» Für ihre Buben habe sie pro Monat rund 2500 Franken an Kita-Ausgaben. «Zum Glück habe ich die Juni-Rechnung noch nicht bezahlt», sagt sie.

«Die Kinder konnten sich nicht einmal voneinander verabschieden»

Sie sei nun auf der Suche nach einer neuen Kita, sagt Fabiana S. weiter. «Ich muss dann halt freinehmen, bis ich eine andere Lösung habe», sagt die 31-Jährige. Auch sie findet es vor allem für die Kinder schlimm: «Die Kinder konnten sich nicht einmal voneinander verabschieden.»

Treffen tut die Schliessung auch Oftringen selbst. «Wir wurden davon auch überrascht», sagt Gemeindepräsident Markus Steiner (50, SP) vor Ort zu Blick. Sie hätten es etwa zeitgleich wie die Eltern erfahren. Man bedaure die Schliessung sehr. Und: «Ich als Familienvater kann natürlich nachvollziehen, wie es den betroffenen Eltern geht. Das ist Stress pur. Auf die Schnelle einen neuen Kitaplatz zu finden, das ist nicht einfach.»

Hat Silvia F. vorsätzlich gehandelt?

Dass die Inhaberin des Schnäggliparadies für die Eltern nicht erreichbar ist, erstaunt Gemeindepräsident Steiner nicht. «Sie ist auch für die Gemeinde nicht verfügbar», sagt er. «Wir haben probiert, mit ihr Kontakt aufzunehmen.» Es sei in solchen Fällen offenbar «normal, dass die Personen schnell verschwinden».

Es stellt sich die Frage: Hat Silvia F. vorsätzlich gehandelt? Sicher ist: Eine Kita von ihr wurde bereits in einem anderen Kanton liquidiert. Und: Sie hatte nach der Kita in Oftringen auch noch eine in Rothrist AG eröffnet. Doch auch dort sind die Türen längst geschlossen. Blick hätte Silvia F. gerne Fragen gestellt, doch sie antwortete auf Anfragen nicht.

Gemeindepräsident Markus Steiner bringt auf den Punkt, was alle beteiligten Eltern sich wünschen: «Dass die Kinder möglichst schnell wieder einen guten Platz finden.»

* Name geändert  

** Name bekannt 

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