Darum gehts
- Die verheerende Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation forderte 41 Todesopfer
- Gegen das Barbetreiberpaar Jacques und Jessica Moretti wird ermittelt
- Das Feuer wurde durch Sprühkerzen an Champagnerflaschen ausgelöst
Krankenakte von Brandopfer steckt am Zoll fest
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Nach dem Irrtum rund um die versehentlich verschickten Spitalrechnungen sorgen die Schweizer Behörden bei den Familien der italienischen Brandopfer erneut für Aufsehen. Diesmal geht es um eine Krankenakte.
Ein Vater eines Brandopfers schildert der italienischen Zeitung «La Repubblica», er habe die Krankenakte seines verletzten Sohnes bereits mehrere Male beim Spital in Sitten VS angefordert. Erhalten habe er sie jedoch nie. Auch eine Antwort des Spitals sei bis vor kurzem ausgeblieben.
Erst nach dem Rechnungsskandal der letzten Tage, von dem auch die besagte Familie betroffen war, habe das Spital dem Vater zum ersten Mal eine Antwort auf seine Anfrage geschickt. «Sie versicherten mir, die Krankenakte sei bereits vor einem Monat verschickt worden.» Das Dokument würde allerdings am Schweizer Zoll feststecken.
«Man weiss nicht, warum. Es sind Umschläge mit medizinischen Unterlagen.»
Die Krankenakte elektronisch zu erhalten, sei nicht möglich, so der irritierte Vater. «Das Spital sagte mir, sie würden eine neue Sendung veranlassen.»
Es ist bereits der zweite Aufreger in Italien rund um das Spital Sitten. In den vergangenen Tagen hatten mehrere Rechnungen der Klinik Schlagzeilen gemacht. Das Spital hatte die Dokumente fälschlicherweise an mehrere Familien von Brandopfern in Italien versendet.
Eine Familie sollte knapp 70'000 Franken für einen 15-stündigen Spitalaufenthalt zahlen. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass es sich bei den Rechnungen um ein Missverständnis handelt, da der Kanton Wallis für die Behandlungskosten der Verletzten aufkommen wird.
Fast 2000 Menschen an Benefizkonzert in Lausanne
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Die Anteilnahme am Schicksal der Opfer von Crans-Montana ist auch Monate nach der Brandkatastrophe noch zu spüren. Fast 2000 Menschen versammelten sich am Mittwochabend an einem Benefizkonzert in Lausanne. Die Veranstaltung sollte den Familien und Überlebenden der Tragödie Trost spenden.
Unter den Künstlerinnen und Künstlern, die an diesem Abend auftraten, befand sich auch Gjon Muharremaj, besser bekannt als Gjon’s Tears. Er vertrat die Schweiz mit dem Beitrag «Tout l’univers» beim Eurovision Song Contest 2021 und erreichte den 3. Platz. «Die Auswirkungen von Crans-Montana haben alle Menschen in der Schweiz, ob nah oder fern, berührt. Und nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Frankreich und Italien», sagte der junge Sänger am Konzert laut «Sudinfo».
Die Veranstaltung fand in der fast voll besetzten Salle Métropole in Lausanne statt. Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf ab 90 Schweizer Franken gingen an Swisshearts, einen von Angehörigen der Katastrophenopfer gegründeten Verein. Unter den Zuschauern befanden sich neben Opfern und Angehörigen der Verstorbenen auch zahlreiche Besucher.
Auch die Mutter von Trystan Pidoux (†17) war als Besucherin am Konzert. «Ich möchte auf keinen Fall, dass die Kinder vergessen werden, das ist meine grösste Angst. Ich finde das heutige Konzert grossartig, weil es insbesondere den Brandopfern, den noch lebenden Kindern, die diese Unterstützung brauchen, helfen wird», sagte sie zur Veranstaltung.
Opferanwältin: «Für uns war das ein Schock»
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Im Fall des tödlichen Brandes in Crans-Montana steht nicht nur das Geschehen in der Brandnacht selbst im Fokus der Ermittlungen, sondern zunehmend auch die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Justiz. Zwar betont die Gemeinde offiziell, man kooperiere vollständig mit den Ermittlungsbehörden – doch die Aktenlieferung verläuft offenbar chaotisch und unübersichtlich, wie ein Bericht von «24 heures» nahelegt.
Die am 1. Januar 2026 von der Staatsanwaltschaft angeforderten Unterlagen zum Feuer in der Bar Le Constellation wurden nicht in einem Schritt übergeben, sondern sind erst nach mehreren Anläufen vollständig bei der Staatsanwaltschaft eingetroffen, schreibt die Zeitung. Zwei Tage nach der Katastrophe wurde zunächst eine erste Tranche an Dokumenten zur Inferno-Bar an die Polizei übergeben – weitere Unterlagen folgten noch am selben Tag per E-Mail. Doch die Lieferung blieb unvollständig. Laut Gemeindepräsident Féraud kam es zur Verzögerung, weil die unterschiedlichen Abteilungen der Gemeinde auf verschiedene Ortsteile verteilt sind.
Erst am 5. Januar tauchen zusätzliche Unterlagen auf – sie wurden beim ehemaligen Sicherheitsverantwortlichen der früheren Gemeinde Chermignon entdeckt. Laut Gemeindepräsident hätten diese eigentlich in der Verwaltung liegen müssen. Die Dokumente wurden im Anschluss der Polizei übergeben.
Es bleibt jedoch nicht bei diesen Nachträgen: Am 9. März übermittelt der Anwalt der Gemeinde weitere Akten an die Staatsanwaltschaft. Sie waren zuvor auf einem Computer entdeckt worden, nachdem sie offenbar falsch abgelegt worden waren – teils unter einem falschen Namen. Aus diesen Unterlagen geht offenbar hervor, dass Jessica Moretti aufgefordert worden war, den Raucherraum in der Bar den Vorschriften anzupassen, ohne dass dies jedoch kontrolliert wurde. «Zu sagen, dass wir verärgert waren, ist eine Untertreibung. Wir haben eine Disziplinarverhandlung abgehalten und ihm einen Verweis erteilt», soll Féraud vor der Staatsanwaltschaft gesagt haben.
Die chaotische Dokumentenübergabe hat die Opferanwälte bestürzt. «Für uns war das ein Schock», sagt die Vertreterin der Familie von Kellnerin Cyane Panine (†24) gegenüber «24 heures».
Der Anwalt der Gemeinde äusserte sich auf Anfrage von «24 heures» nicht zu dem Sachverhalt.
«Solche Menschen ändern sich nie»
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Sie hatte ihr Leben noch vor sich und wäre am Samstag 25 Jahre alt geworden. Kellnerin Cyane Panine (†24) wurde durch die Brandkatastrophe von Crans-Montana mitten aus dem Leben gerissen. Für ihre Eltern und Schwester ist seit diesem Tag nichts mehr wie vorher.
Nun hat sich Cyanes Mutter Astrid Panine im Interview mit dem Sender RTL erneut zum unfassbaren Verlust ihrer Tochter geäussert und glaubt, dass Cyane «unter der Kontrolle» des Betreiberpaars Moretti gestanden habe. «Sie ging zweimal von dort und kam zweimal zurück – also stand sie unter ihrem Einfluss. Sie liessen sie alle möglichen Dinge glauben und waren sehr nett zu ihr, aber ihr Verhalten zeugte von keinerlei Respekt», so die Mutter.
Mittlerweile ermittelt die Walliser Staatsanwaltschaft gegen 13 Personen. Gegen die Morettis wurde unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung eine Strafuntersuchung eingeleitet. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Die Französin hofft, dass das Betreiberpaar «seine gerechte Strafe» bekommt. «Ich würde mir wünschen, dass sie ihre Verantwortung anerkennen und sagen: ‹Ja, wir sind verantwortlich, wir haben das getan.› Dass sie klar sagen: ‹Wir akzeptieren die Strafe, die uns zuteilwerden muss.›» Aus Sicht der Mutter bräuchte es dafür jedoch ein Wunder. Denn: «Solche Menschen ändern sich nie.»
Bereits in den ersten Tagen nach der Katastrophe gab die Beziehung zwischen den Morettis und Cyane zu reden. Die Aussagen zu diesem Verhältnis unterscheiden sich stark.
Die Morettis beschreiben das Verhältnis zu der jungen Frau als sehr eng und vertraut. Jessica Moretti gab während einer Befragung an, die 24-Jährige sei für sie wie eine «kleine Schwester» gewesen. Zudem soll die 24-Jährige auch privat viel mit den Morettis unternommen und mit der Familie den Weihnachtsabend verbracht haben. Als das Feuer im Le Constellation ausbrach, versuchte Betreiber Jacques Moretti – gemeinsam mit seinem Ziehsohn Jean-Marc G.* – Cyane Panine zu reanimieren.
Hier erfährst du, wie Cyanes Eltern auf die Ausführungen der Morettis reagiert haben.
* Name bekannt
Laurent Kurth wird Präsident des runden Tischs
Von Céline Zahno, Redaktorin Politik
Der ehemalige Neuenburger Regierungsrat Laurent Kurth wird den runden Tisch zur Bewältigung der Brandkatastrophe von Crans-Montana leiten, wie der Bundesrat mitteilt. Kurth wird seine Arbeit sofort aufnehmen.
Als Präsident des runden Tischs soll Kurth die Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana, ihre Angehörigen, die betroffenen Versicherungen, potenziell leistungspflichtigen Personen sowie die zuständigen Behörden zusammenbringen. Dies mit dem Ziel, den Dialog zu vereinfachen und die Betroffenen bei der Erarbeitung von aussergerichtlichen Vergleichslösungen zu unterstützen. Über die finanzielle Beteiligung des Bundes am runden Tisch berät derzeit das Parlament.
Massnahmen gegen Jessica Moretti verlängert
Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk
Das Ehepaar Moretti muss sich täglich bei der Polizei melden und darf nicht ausreisen. Diese Massnahmen würden nun auslaufen. Aus diesem Grund beantragte die Staatsanwaltschaft zum einen eine Verlängerung der Massnahme und zum anderen sollte das mögliche Fluchtrisiko neu eingeschätzt werden, schreibt die Nachrichtenagentur Ansa.
Die Staatsanwaltschaft schätzt das Risiko einer Flucht nach Frankreich als «verstärkt» ein, weil das Paar ein Haus in Cannes besitzt.
Auf eine mögliche Verschärfung der Massnahmen ging das Zwangsausnahmegericht nicht ein, verlängerte aber, wie gefordert, die Meldepflicht und das Reiseverbot gegen Jessica Moretti bis zum 10. Juli.
Spital Sitten äussert sich zu 70'000-Franken-Rechnung
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Sie waren die grossen Aufreger der letzten Tage. Die saftigen Spital-Rechnungen aus dem Wallis, die fälschlicherweise an einige der italienischen Brandopfer von Crans-Montana geschickt wurden. Eigentlich sollte der Kanton Wallis die Behandlungskosten tragen.
Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa landeten die Dokumente bei mindestens drei überraschten Familien im Briefkasten. Eine Rechnung des Spitals in Sitten VS verlangte knapp 70'000 Franken für einen 15-stündigen Spitalaufenthalt. Die Empörung in Italien war derart gross, dass sogar Ministerpräsidentin Georgia Meloni ihrem Unmut Luft machte.
Schnell wurde glücklicherweise geklärt, dass es sich bei den Rechnungen wohl um einen Irrtum handelte. So versicherten die Schweizer Behörden dem italienischen Botschafter in Bern, dass die italienischen Brandopfer die Brandkosten nicht selbst tragen müssen.
Auf Blick-Anfrage äussert sich nun auch das Spital Sitten zum Rechnungs-Missverständnis in Italien. «Alle Rechnungen im Zusammenhang mit dem Vorfall in Crans-Montana wurden für europäische Patienten an die gemeinsame KVG-Einrichtung übermittelt, gemäss den bilateralen Abkommen», heisst es in der Erklärung. Die privatrechtliche Stiftung mit Sitz in Olten SO ist für die internationale Koordination von Krankenversicherungen zuständig.
«Wie bei allen Rechnungen, die im Namen von Versicherungen in der Schweiz ausgestellt werden, wurde den Patienten gemäss den Bestimmungen des KVG eine Kopie zur Information zugestellt», heisst es in der Antwort des Spitals Sitten weiter. Die verschickte Rechnung sollte also scheinbar von Anfang an eine rein informative Funktion erfüllen.
Für weitere Informationen zur Übernahme der Rechnungen im Zusammenhang mit dem Unglück von Crans-Montana verweist das Spital Sitten an die Dienststellen des Kantons Wallis.
Illegal auf Daten zugegriffen – Verfahren gegen Walliser Notare
Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk
Notare im Wallis sollen laut «RTS» nach dem Brand in der Bar Le Constellation in Crans-Montana unrechtmässig auf Grundbuchdaten zugegriffen haben.
Die Software Intercapi, die Einblick in sensible Informationen wie Hypothekenhöhen oder Immobilienbesitz gewährt, darf nur für notarielle Zwecke genutzt werden. Trotzdem laufen nun sechs Disziplinarverfahren gegen Notare, die ohne ersichtlichen Grund die Daten des Betreiberpaares eingesehen haben sollen. «Das Risiko besteht darin, dass ein Notar Informationen einholen könnte, zu denen ein Anwalt ohne Notarzulassung keinen Zugang hätte», sagt Nicolas Rivard, Anwalt eines Angeklagten.
Die missbräuchliche Nutzung des Notarstatus sei gesetzlich verboten. Den Beschuldigten drohen Geldstrafen, Softwareverbote oder Rügen. Der Kanton Wallis zeigt sich wortkarg – weder der Rechtsdienst noch Staatsrat Stéphane Ganzer äusserten sich gegenüber dem Newsportal zu den Vorwürfen.
Horrender Betrag per Post: Patienten erhalten Kopie
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Es war ein Schock für die Betroffenen: Drei Opferfamilien erhielten nach dem verheerenden Brand im Constellation eine saftige Rechnung von einem Walliser Spital. Meine Kollegin Sandra Marschner hat in ihrem Tickereintrag von 13 Uhr beleuchtet, dass selbst Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni über die Post schockiert war.
Schnell wurde klar: Die Familien müssen den Betrag nicht selbst zahlen. Die betroffenen Kosten werden nicht direkt ihnen in Rechnung gestellt, sondern über das internationale Abrechnungssystem abgewickelt. Demnach obliegt es der Lamal, der schweizerischen Stelle, die die medizinischen Kosten auf internationaler Ebene verwaltet, «gemeinsam mit den italienischen Versicherungen (und/oder der italienischen internationalen Verbindungsstelle) festzulegen, welche Versicherung welche Leistung übernimmt»., berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa.
Am Freitag treffen sich der italienische Botschafter Gian Lorenzo Cornado und der Walliser Staatspräsident Mathias Reynard in Martigny VS erneut, um Missverständnisse rund um die Abrechnung der Behandlungskosten endgültig aus dem Weg zu räumen.
Die betroffenen Familien bleiben jedoch unzufrieden. Ihr Anwalt Domenico Radice kritisiert das Vorgehen des Walliser Spitals gegenüber Ansa als «unangemessen». Er argumentiert, dass die Kosten angesichts der mutmasslichen öffentlichen Verantwortung eigentlich von den Schweizer Behörden übernommen werden sollten und eine Rechnungsstellung daher hätte vermieden werden können.
Féraud schiesst während Verhör gegen Kanton
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Sein Verhör sorgte europaweit für Schlagzeilen: Nicolas Féraud, Gemeindepräsident von Crans-Montana, wurde am vergangenen Montag von der Staatsanwaltschaft befragt. Die Marathon-Befragung dauerte zwölf Stunden – und sollte unter anderem die Frage klären, ob Féraud über die fehlenden Kontrollen im Le Constellation Bescheid gewusst hat.
RTS hatte Einsicht in das Befragungsprotokoll Férauds. Dabei zeigt sich: Der Gemeindepräsident übte scharfe Kritik am Kantonalen Feuerwehramt (OCF) und betonte gleichzeitig, dass der Gemeinderat seiner Ansicht nach korrekt gehandelt habe.
Féraud verwies auf die übergeordnete Rolle des OCF und erklärte: «Das kantonale Feuerwehramt war die übergeordnete Kontrollinstanz, daher nehme ich an, dass es dafür sorgen musste, dass die von den Gemeinden geforderten Massnahmen auch umgesetzt wurden.»
Der 55-Jährige argumentierte weiter, dass dem Amt strukturelle Kontrollmängel bekannt gewesen sein müssten: «Sie waren sich sicherlich der mangelnden Kontrollen im Kanton insgesamt bewusst, denn es gibt mindestens 3500 öffentliche Einrichtungen, und das OCF erhielt offenbar nicht einmal ein Drittel der Berichte über die jährlichen Kontrollen dieser Einrichtungen», erklärt er.
Die Verantwortung innerhalb der Gemeinde wies Féraud zurück. Der Gemeinderat habe die Vorgaben stets «buchstabengetreu befolgt», zusätzliche Stellen seien zuletzt 2021 beantragt worden.
Am Ende seiner Anhörung äusserte er sich laut RTS auch noch zu den Opfern und deren Angehörigen: «41 Familien haben einen Angehörigen verloren. 115 Menschen wurden schwer verbrannt. Ich finde dafür keine Worte. Diese unvorstellbare Tragödie hat mich für mein Leben gezeichnet. Ich bitte all diese Familien um Vergebung.»
Féraud gab zudem an, Morddrohungen erhalten zu haben: «Auch meine Frau und meine Tochter wurden bedroht. Wir leben seit 103 Tagen in Dunkelheit und haben uns im Haus verbarrikadiert.»
Meine Kollegin Natalie Zumkeller hat in diesem Artikel die Aussagen Férauds aufgearbeitet und zeigt, wo sich der Gemeindepräsident seit der Tragödie bereits widersprochen hat.
Meloni übt heftige Kritik wegen Spitalrechnung
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Die Brandkatastrophe in Crans-Montana sorgt in Italien weiterhin für Empörung. Am Montag erhielt die Familie eines 16-jährigen Brandopfers fälschlicherweise eine saftige Rechnung des Spitals in Sitten VS. Gut 70'000 Franken sollten sie für einen 15-stündigen Spitalaufenthalt bezahlen. Eigentlich sollte der Kanton Wallis die Kosten übernehmen.
Bereits am Montag berichtete der «Corriere della Sera», dass es sich bei der Rechnung wohl um einen Irrtum handelte. Trotzdem reagierte die betroffene Familie äusserst irritiert auf das Dokument. Jetzt äussert sich sogar die italienische Ministerpräsidentin Georgia Meloni zum Missverständnis.
In einem Post auf Facebook nennt Meloni den Rechnungs-Irrtum «eine Beleidigung und zugleich einen Hohn, wie ihn nur unmenschliche Bürokratie hervorbringen kann». Genauso wie die betroffene Familie habe auch sie Kontakt zum Botschafter in Bern aufgenommen. Dieser bestätigte auch ihr gegenüber, dass es sich bei der Rechnung um ein Versehen der Schweizer Behörden handelte.
«Ich bat den Botschafter jedoch, dieser Angelegenheit weiterhin grösste Aufmerksamkeit zu widmen, da es unerträglich wäre, wenn solche Kosten den Opfern oder Italien aufgebürdet würden», führt die Ministerpräsidentin weiter aus. Noch ist unklar, ob weitere Opferfamilien in Italien ähnliche Spitalrechnungen aus der Schweiz erhalten haben.