Darum gehts
- Pfarrer in Zernez GR hält Messe für fünf Opfer des Busunglücks
- Fünf Kerzen sollen an die Verstorbenen erinnern und Trost spenden
- Messe am Sonntag um 10 Uhr in der Kirche St. Antonius
Nach dem Car-Unfall im Engadin trauert Mathew Charthakuzhiyil (55) um die Verstorbenen. Er ist seit rund vier Jahren der Pfarrer der katholischen Kirche in Zernez GR unweit der Stelle, an der sich die Tragödie ereignete.
«Ich kann nicht erklären, warum das geschehen ist», sagt Charthakuzhiyil. «Ich habe keine Erklärung, die ihnen ihren Schmerz nehmen kann», ergänzt er mit Blick auf die Angehörigen.
Je eine Kerze für jede verstorbene Person
Am Sonntag lädt der Pfarrer alle zu einer Heiligen Messe in der Kirche in Zernez ein, bei der das Gedenken an die Opfer des Busunglücks im Vordergrund stehen wird. «Wir beten für diese Leute und für ihre Familien.»
Bei der Messe will Charthakuzhiyil fünf Kerzen anzünden – je eine Kerze für die fünf Personen, die ums Leben kamen.
Gleichzeitig betont er, dass man auch alle Betroffenen und die Einsatzkräfte nicht vergessen dürfe. «Polizistinnen und Polizisten, medizinisches Personal, Feuerwehrleute und andere Rettungskräfte tragen möglicherweise noch lange nach ihrem Einsatz schwer an dem, was sie gesehen haben.»
«Wo ist Gott in dieser Tragödie?»
Der heutige Pfarrer von Zernez war 2001 als Priester in den USA tätig, als es am 11. September zu den Terroranschlägen auf die Twin Towers kam. Er sagt, diese Erfahrung habe ihm gezeigt, wie wichtig es sei, für Menschen da zu sein, wenn Worte nicht ausreichen.
«Manchmal fragen sich die Leute: ‹Wo ist Gott in dieser Tragödie?› Ich habe keine Antwort auf all diese Fragen, aber wir sind da für die Leute», sagt der Pfarrer zu Blick.
Die Messe findet am Sonntag um 10 Uhr in der Kirche St. Antonius in Zernez statt.