Hochnebel hält sich hartnäckig – Experte erklärt, warum wir besonders betroffen sind
«Die Schweiz ist eine Badewanne»

In der Schweiz breitet sich aktuell insbesondere im Mittelland ein zäher Hochnebel aus. Während der Nebel im Verlauf des Tages nur teilweise von der Sonne aufgelöst wird, beginnt das Spiel am nächsten Morgen von vorne. Blick zeigt, was es mit dem Phänomen auf sich hat.
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Hochnebel ist eine typische Herbsterscheinung in der Schweiz.
Foto: keystone-sda.ch
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Wiebke KöhneRedaktorin Newsdesk

Wer an Nebel denkt, hat oftmals das klassische Bild von nur schwer erkennbaren Laternen oder Strassenschildern im Kopf. Dabei können sich die in der Luft schwebenden Wassertröpfchen von ganz unterschiedlichen Seiten zeigen. Per meteorologischer Definition spricht man dann von Nebel, wenn die Sichtweite weniger als einen Kilometer beträgt – ab 200 Metern spricht man teilweise bereits von dichtem Nebel.

Unten grau, oben blau

Doch was hat es eigentlich mit dem sogenannten Hochnebel auf sich, der uns zwar nicht die Sicht einschränkt, aber dafür die freundlichen Sonnenstrahlen trübt? «Sowohl Nebel als auch Hochnebel sind typische Herbsterscheinungen», sagt Michael Eichmann von Meteo News im Gespräch mit Blick. «Der Unterschied liegt darin, dass die feuchte Schicht bei Hochnebel nicht am Boden aufliegt.»

Stattdessen schwebt die Nebelsuppe mehrere Meter über der Oberfläche. «Die Dicke – auch Mächtigkeit genannt – des Hochnebels beträgt meist 300 bis 500 Meter», erklärt Eichmann. Diese bestimmt die Obergrenze des Nebels und damit auch die Höhe, ab der die Sonne wieder ungestört scheinen kann. Kurz gesagt: «Unten grau, oben blau.»

Der Hochnebel wird von einer warmen Luftschicht abgefangen

Der Hauptgrund für die Nebellagen im Herbst liegt darin, dass die Sonne nur noch kürzer scheint. «Wenn die Luft am Abend kälter und dadurch schwerer wird, sinkt sie zum Boden ab.» Im Gegensatz zum Winter gibt der Boden im Herbst, insbesondere aufgrund von Pflanzen und da der Boden noch nicht gefroren ist, noch mehr Feuchtigkeit ab, die kondensieren kann.

Hochnebel entsteht vorwiegend bei einer Kombination aus einer Hochdruck- und einer sogenannten Inversionslage. «Typischerweise geht man davon aus, dass es umso kälter wird, je weiter oben man ist», erklärt Eichmann. Bei einer Inversionslage sei das jedoch genau umgekehrt und eine warme Luftschicht liege über der kälteren Bodenluft. Während die verdunstete Feuchtigkeit aufgrund einer Durchmischung der untersten Schicht – zum Beispiel durch leichten Wind – erst über dem Boden kondensiert, kann der gebildete Nebel die wärmere Luft weiter oben nicht durchdringen.

«Die Schweiz ist für zähen Hochnebel prädestiniert»

«Die Schweiz ist wie eine Badewanne und daher prädestiniert für zähen Hochnebel», stellt Eichmann fest. Eingekesselt von Alpen und Jura, sammelt sich der Nebel vor allem im Mittelland an. Wenn die Sonne die kalte Luft nicht mehr vollständig aufwärmen und damit die Inversion auflösen kann, bleibt der Nebel teils tagelang liegen.

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