Darum gehts
- Im November bieten Destinationen am Roten Meer rund 25 Grad, die Arabische Halbinsel 30 Grad
- Ägypten-Buchungen bei Hotelplan und Kuoni liegen 72 Prozent über denen von November 2023
- Sri Lanka legt bei Reiseanbieter Manta um 143 Prozent zu
Nasskaltes Wetter, kurze Tage. Spätestens mit der Zeitumstellung Ende Oktober stellt sich die Schweiz auf den Winter ein. Aber manch einer sträubt sich dagegen – und verreist vor der Weihnachtszeit noch einmal in den Süden. Doch wer im November noch Sonne tanken will, muss dafür etwas weiter fliegen.
Temperaturen von 25 Grad finden Reiselustige laut einer Auswertung von Dertour, dem grössten Reiseanbieter der Schweiz, am Roten Meer. Die beliebten Küstenorte Ägyptens wie Sharm el-Sheikh, Hurghada oder Marsa Alam sind ab Zürich in 4½ Flugstunden zu erreichen.
Und die angenehmen Temperaturen locken viele Schweizer Feriengäste. Bei den Dertour-Marken Hotelplan und Kuoni haben die Buchungen für Ägypten in den letzten Jahren kräftig zugelegt. Im Vergleich zum November 2023 verzeichnen die Reisebüros einen Zuwachs von 72 Prozent. «Das Land hat sich damit in den vergangenen drei Jahren als beliebtes Klassikerziel für Badeferien im November behauptet», bilanziert Dertour-Sprecherin Janine Zimmerli. Auch Reisen nach Thailand oder auf die Malediven haben im genannten Zeitraum zugelegt.
Ideal für Tauchferien
Auch beim Konkurrenten Tui Suisse sind Reisen nach Ägypten gefragt. Ebenfalls beliebt: die Kanarischen Inseln sowie die Kapverden. Letztere haben, gemeinsam mit den Seychellen, in den letzten Jahren den grössten Zuwachs verbucht.
Viele nehmen auch einen Langstreckenflug in Kauf, um vor der Adventszeit nochmals Sonne zu tanken. Der Reiseanbieter Manta, der auf Reisen an den Indischen Ozean spezialisiert ist, beobachtet gleich bei mehreren Destinationen einen Boom. Besonders Sri Lanka sticht heraus: Im Vergleich zum November 2023 sind die Buchungen für den Inselstaat um 143 Prozent gestiegen. Auch Mauritius verbucht mehr als doppelt so viele Reisen wie noch vor drei Jahren.
«Der November ist eine attraktive Reisezeit für den Indischen Ozean», erklärt Manta-Geschäftsführer Thomas Meier (51). Besonders fürs Tauchen herrschten im November an vielen Destinationen wegen der klaren Unterwassersicht besonders gute Bedingungen.
Komplizierte Sicherheitslage
Wer sich 30 Grad wünscht, aber nicht ganz so weit fliegen möchte wie auf die Inseln im Indischen Ozean, wird auf der Arabischen Halbinsel fündig: Dubai, Abu Dhabi und Maskat, die Hauptstadt des Oman, sind ab Zürich mit dem Flugzeug in sechs bis sieben Stunden Flugzeit zu erreichen. Doch Reisen in die Region haben aktuell einen Haken: Der Konflikt im Nahen Osten führt immer wieder zur kurzfristigen Veränderung der Sicherheitslage.
Auch die Flugverbindungen können eingeschränkt sein. Ein Beispiel: Wegen der unberechenbaren Lage in der Region verschiebt die Swiss die Wiederaufnahme ihrer Dubai-Flüge um einen weiteren Monat. Die Kehrseite der aktuellen Situation: Mit günstigen Preisen und Angeboten versuchen viele Luxushotels ihren internationalen Gästen eine Rückkehr an den Golf schmackhaft zu machen. Reisebüros und Airlines weisen darauf hin, dass Gäste vor einer Reise die aktuelle Sicherheitslage prüfen und die Reisehinweise der Behörden beachten sollen.