Darum gehts
- Hitze in Bern: Tausende tote Jungfische in der Emme entdeckt
- Notabfischungen begannen ungewöhnlich früh: bereits im Juni statt Juli
- Kanton Bern: Erhebliche Fischgefährdung, Bevölkerung soll Wasser sparen
Nicht nur die Menschen und Haustiere leiden unter der anhaltenden Hitze. Der fehlende Niederschlag und die Rekord-Temperaturen setzen auch den Flüssen immer mehr zu und damit auch den Tieren, die darin leben.
Am Montag hat ein Leser Blick ein Foto von toten Fischen in der Emme bei Aefligen im Kanton Bern geschickt. Beim Fischereiinspektorat des Kantons ist man darüber im Bilde, heisst es auf Anfrage. «Solche Situationen beobachten wir in den letzten Jahren zunehmend. Längere Hitzeperioden, höhere Wassertemperaturen und tiefe Abflüsse treten häufiger auf», erklärt ein Mediensprecher.
Notabfischung bereits im Juni
Das aktuelle Ereignis reiht sich also in eine Entwicklung ein, die man bereits seit einiger Zeit beobachtet. Dieses Jahr sei die Situation aber insofern speziell, als bereits früh im Jahr die Wassertemperaturen sehr hoch waren. Bereits im Juni musste mit sogenannten Notabfischungen begonnen werden. In den vergangenen Jahren sei dies meiste erst Ende Juli oder im August der Fall gewesen.
Wie viele Fische bereits verendet sind, lasse sich nicht verlässlich beziffern, heisst es beim Inspektorat. «Im betroffenen Abschnitt der Emme kommt ein bedeutender Bestand an Alet vor, der erst vor wenigen Wochen gelaicht hat. Entsprechend befanden sich dort Tausende stecknadelkopfgrosse Jungfische.»
Schwierige Rettung
Das Fischesterben zu stoppen und die Fische zu retten, gestalte sich herausfordernd. «Der Fischereiverein Burgdorf war am Samstag und Sonntag vor Ort, war jedoch weitgehend machtlos. Aufgrund der hohen Wassertemperaturen reagierten die Fische kaum mehr auf den Strom des Elektrofischfangs.»
In anderen Bereichen sei das Wasser aber nach wie vor zu tief, um die Fische zu erreichen. In weiter oben liegenden Abschnitten, wo das Flussbett ebenfalls langsam verschwindet, können die dort vorkommenden Bachforellen und Groppen besser gefangen und umgesiedelt werden.
Wasser sparen und Fische nicht stressen
Wie eine Grafik des Fischereiinspektorats zeigt, herrscht im ganzen Kanton erhebliche bis sehr grosse Gefahr für Fische. Um das Fischesterben aufzuhalten, werden zahlreiche Massnahmen bereits umgesetzt. Dazu gehören Renaturierung und Beschattung sowie ökologische Sanierung der Wasserkraftwerke.
Auch die Bevölkerung kann ihren Beitrag hierzu leisten, indem man ausgewiesene Ruhebereiche für Wassertiere meide, nicht notwendige Arbeiten an und in Gewässern vermeide und natürlich sparsam mit Wasser umgehe. Tote Fische sollen beim Fischereiinspektorat und der Polizei gemeldet werden, heisst es auf der Website.
Die zunehmenden Hitze- und Trockenperioden stellen alle Beteiligten vor wachsende Herausforderungen, heisst es beim Amt.«Die Entwicklung zeigt, dass sich solche Situationen künftig häufiger ergeben könnten und entsprechende Massnahmen zunehmend an Bedeutung gewinnen werden.»