Darum gehts
- Brienz/Brinzauls hofft auf Entwässerungsstollen für Stabilisierung des rutschenden Berges
- Projekt kostet 40 Millionen Franken und soll Mitte 2027 fertiggestellt werden
- Rutschungsgeschwindigkeit sank von 2,5 Metern 2021 auf unter 5 Zentimeter jährlich
Für jene, die im vom Bergsturz bedrohten Brienz/Brinzauls bleiben wollen, gilt der Entwässerungsstollen als grosse Hoffnung. Mit dem 40-Millionen-Projekt soll Wasser aus dem Untergrund abgeleitet und die Rutschung stabilisiert werden. Die Fertigstellung des Stollens ist für Mitte 2027 geplant.
Seit fast vier Monaten leben wieder 49 Menschen im kleinen Dorf im Bündner Albulatal. Die Rutschung von Brienz, die 2023 eine Evakuierung nötig machte, hat mittlerweile einen Tiefstand erreicht. Während sich der Hang im Herbst vor zwei Jahren noch mit rund 2,5 Metern pro Jahr bewegte, beträgt die Geschwindigkeit heute weniger als fünf Zentimeter jährlich.
«Es ist noch zu früh»
Auf die Frage, ob die Bewohner langfristig bleiben können, erklärt Projektleiter Josef Kurath, dass immer ein Restrisiko bestehe. «Wie hoch dieses Restrisiko ist, können wir nicht beziffern.» Es sei jedoch davon auszugehen, dass die eigentliche Gefahr – die Rutschung des Berges – stabilisiert werden konnte.
Für Daniel Albertin, Gemeindepräsident von Brienz/Brinzauls, ist der Entwässerungsstollen ebenfalls eine Erfolgsgeschichte. «Die Stimmung im Dorf ist noch etwas zweigeteilt. Für die, die bleiben wollen, ist es ermunternd. Für die, die sich entschieden haben, zu gehen: Die haben das noch zu einem anderen Zeitpunkt entschieden.»
Trotzdem möchte Albertin nicht abschliessend sagen, dass Brienz nun sicher sei. «Das ist noch zu früh. Wir müssen die Erkenntnisse und die langfristige Entwicklung des Entwässerungsstollens noch abwarten und befinden uns immer noch in der roten Zone in Brienz. Das wird auch noch Jahre gehen.»