Darum gehts
Jason und Giulio biegen an einem Abend gut gelaunt um eine Ecke in der Stadt mit dem höchsten Turm der Schweiz. Wohin gehts? «In die City. Was erleben.»
Faith und Courage stehen am selben Abend mit einer Freundin vor einem Quartierladen. Sie trinken Limonade aus Büchsen und schicken Selfies davon in einen Gruppenchat. Manuel und Chiara haben eine Verabredung. Mustafa und Javid gehen spazieren. Dario und Sanja wissen noch nicht, was der Abend bringen wird, aber «irgendwas geht immer».
Das ist ein Beitrag aus dem «Beobachter». Das Magazin berichtet ohne Scheuklappen – und hilft Ihnen, Zeit, Geld und Nerven zu sparen.
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Zufällige Teenager, unterwegs an einem zufälligen Abend in Basel. Wenn man sie fragt, was ihnen Mut macht, dann fallen ihnen dazu allerlei Dinge ein – und das ist schön. Damit war vor dem Hintergrund solcher Schlagzeilen aus den vergangenen Monaten nicht ohne weiteres zu rechnen:
- «Zukunftsängste bei Jugendlichen nehmen zu»
- «Selbstwertgefühl unter Teenagern nimmt ab»
- «Immer mehr junge Menschen sind verschuldet»
- «Junge Menschen lesen keine Bücher mehr»
- «Fitness-Kult: Junge Männer unter Druck»
Und dann war da noch die Feuerkatastrophe von Crans-Montana VS. 40 meist junge Menschen starben, viele wurden verletzt. Die Jugendlichen in diesem Artikel ahnten davon noch nichts. Die Gespräche fanden vor dem Unglück statt.
Die Erwachsenen sollten solche Schlagzeilen ernst nehmen. Mehr Therapieplätze für Kinder und Jugendliche anbieten zum Beispiel. Bessere Ausbildungschancen schaffen. Den öffentlichen Raum jugendfreundlicher machen.
Anderseits, sagt Faith, «ist Jungsein eine komplexe Zeit». Wie in der Serie; gute Zeiten, schlechte Zeiten. Leider werde ein bisschen zu selten aufs Gute geschaut, und dann verbreite sich in der sogenannten Öffentlichkeit eben die Annahme, dass Jungsein eine einzige grosse Problemlage sei. Diagnose: Generation Krise. Auch der Beobachter hat die Probleme kürzlich beleuchtet – und gezeigt, wie Junge aus der Sackgasse finden.
Gegenwartsbewältigung
Wenn Krisen die Schlagzeilen dominieren, steht Positivität im Verdacht, «toxisch» zu sein, also vergiftet, weil unangebracht und irgendwie weltfremd. Dabei gibt es – gerade in schwierigen Zeiten – gute Gründe, den Blick auf Dinge zu lenken, die Mut machen. Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen Zuversicht und Lebensqualität (die Studien sind in den Quellenangaben verlinkt). Wer zuversichtlich denkt, schläft besser, hat ein besseres Immunsystem und lebt insgesamt länger.
Was tut dir gut? Was gibt dir Halt? Was findest du schön an dir, und was macht Spass?
Die Antworten von Dario und Sanja und anderen, die man fragt: auf dem Sofa sitzen mit Freundinnen und nichts sagen. Auf dem Sofa sitzen und sich alles sagen. Mit den frisch geschliffenen Kufen beim Eishockey über die Fläche sausen. Mit der Freundin in die City gehen. «Irgendwas geht immer.»
Es sind Schlaglichter auf Dinge, die guttun. Alltagspraxis in Gegenwartsbewältigung.
Was ist gratis, aber macht Spass, Giulio?
«Schön ist es, sich mit Freunden zu unterhalten und zuzuhören. Unterwegs sein, rausgehen, umherziehen. Ich lese gern Bücher. Das kostet auch wenig.»
Wo findest du Gemeinschaft, Jason?
«Da kommt mir vor allem eine Szene in den Sinn: Ich komme auf den Fussballplatz, ich kenne niemanden, und dann entsteht da eine neue Harmonie. Man lernt neue Leute kennen, mit denen man dann ein Team bildet.»
Was macht dich glücklich, Courage?
«Ich habe mit Freundinnen einen regelmässigen Fixpunkt im Kalender eingerichtet. Diesen Tag sehne ich regelrecht herbei. Dann machen wir alles, was Spass macht. Tanzen zum Beispiel. Ich freue mich jeden Monat auf diesen Tag.»
Was macht dich stolz, Faith?
«Ich bin stolz auf mich selbst. Ich erlebe es immer wieder, dass mir Leute dies oder das nicht zutrauen, aber ich sehe mein Potenzial. Das gibt mir Kraft.»
Was kannst du gut, Javid?
«Ich mache eine Kochlehre und finde, ich bin ziemlich gut in dem, was ich mache. Ich freue mich auf meinen Abschluss. Mein Ziel ist es, Leute zusammenzubringen. Ich will etwas Gutes tun für die Menschen.»
Wo kommst du zur Ruhe, Mustafa?
«Wenn ich traurig bin oder nervös, dann gehe ich boxen. Dort hat es einen Sandsack und laute Musik, wie in der Disco. Da komme ich zu mir.»
Was macht dich klüger, Chiara?
«Ich habe schlaue Freundinnen, wir schicken uns aktuelle Onlinenachrichten hin und her, um uns auf dem Laufenden zu halten. Meine Eltern schauen die ‹Tagesschau›, ich lese Zeitungen. Ich weiss, was abgeht.»
Was findest du schön an dir, Manuel?
«Mir gefällt, dass ich so gross bin. Ausserdem habe ich einen schönen Charakter, finde ich. Ich bin ein offener und lieber Mensch.»
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