Neues Video zeigt den Brandausbruch
0:20
Im Le Constellation:Neues Video zeigt den Brandausbruch

«Es war ein Unfall»
Moretti-Anwälte kritisieren «Lynchjustiz»

In Crans-Montana kam es in der Silvesternacht zu einem verheerenden Brand, der 41 Todesopfer forderte. Im Ticker halten wir dich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.
Kommentieren
1/12
Das Ehepaar Moretti steht momentan im Rampenlicht der Medien und Ermittler.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die verheerende Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation forderte 41 Todesopfer
  • Das Barbetreiberpaar Jacques und Jessica Moretti wurde befragt
  • Das Feuer wurde durch Sprühkerzen an Champagnerflaschen ausgelöst
  • Gegen die Morettis wird wegen wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
Blick_APP_DE_WeissRot_XXXHDPI-1024x1024_RGB.png
Blick Newsdesk
27.02.2026, 10:35 Uhr

«Ein Barbetreiber ist kein Brandexperte»: Moretti-Anwälte kritisieren «Lynchjustiz»

Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk

Die Anwälte der Inferno-Wirte gehen in die Offensive: In einem Interview mit «Le Nouvelliste» haben sich die Vertreter von Jacques und Jessica Moretti zum Umgang mit dem Betreiberpaar nach der Brandkatastrophe geäussert.

Gleich zu Beginn des Interviews stellt Anwältin Yaël Hayat klar: «Es handelt sich um einen Unfall. Und wenn man von einem Unfall spricht, bedeutet das, dass niemand diese Tragödie gewollt hat, so schrecklich sie auch sein mag.»

Yaël Hayat ist eine der Moretti-Anwälte. Quelle: keystone-sda.ch
Foto: keystone-sda.ch

Anwalt Patrick Michod übt Kritik daran, dass die Ermittlungen in eine gezielte Richtung laufen würden: «Teile der Ermittlungen sickern einseitig und voreingenommen durch und das ist problematisch. Sie tragen zu dem Eindruck bei, dass die Morettis bestimmte Dinge vertuschen wollen, was völlig falsch ist.»

Hayat sprach zudem von einer «Reihe von Falschinformationen». «Emotionen dürfen nicht in Verleumdungen oder Lynchjustiz gegen die Morettis oder irgendjemanden anderen ausarten», sagt sie.

Mitte Februar konfrontierten Opfer-Angehörige die Morettis vor einer Anhörung. Bild: keystone-sda.ch
Foto: keystone-sda.ch

Auch zur Konfrontation der Morettis durch Angehörige der Opfer vor einer Befragung in Sitten Mitte Februar äussert sich Hayat: «Wer hätte eine solche Racheaktion ahnen können, wenn man Ihnen ein gewaltfreies Treffen ankündigt? Es war eine Szene aus einer anderen Zeit, die niemals hätte passieren dürfen.» Die Anwältin spricht davon, dass Grenzen überschritten worden seien. Wie stark der Tumult in Sitten die Grenze zur Selbstjustiz ausdehnte, hat mein Kollege Lino Schaeren in diesem Beitrag analysiert.

Die Moretti-Anwälte appellieren: «Wir verlangen nicht, dass die Scheinwerfer, die auf sie gerichtet sind, ausgeschaltet werden, sondern dass andere eingeschaltet werden.» Heisst: Neben den Wirten sollte der Fokus auch auf die Verantwortlichen bei Gemeinde und Kanton gelegt werden. Konkret spricht Michod hier den Akustikschaum an: «Drei Personen wurden beauftragt, ihre Arbeit zu kontrollieren, und keine einzige sagte, dass dieser Schaum gefährlich ist. Ein Barbetreiber ist kein Brandexperte.»

27.02.2026, 08:34 Uhr

Hugo H. schützte seine Verlobte mit seinem Körper vor den Flammen

Von Sandra Marschner, Redaktorin Newsdesk

«Körperlich geht es mir immer besser, auch wenn die Schmerzen anhalten, weil der Heilungsprozess sehr langsam verläuft», sagt Brandopfer Hugo H. (19) im Gespräch mit dem Sender TF1. In der Silvesternacht im Le Constellation erlitt der Reservespieler in der französischen Fussballmannschaft Quevilly-Rouen Métropole schwerste Verbrennungen. 

Anderthalb Monate lang kämpfte er auf der Intensivstation, die Ärzte bezeichnen ihn als Wunder. Nach wie vor leide der Teenager unter plötzlichen, blitzartig auftretenden Schmerzstössen, schildert er dem Sender. 

Screenshot TF1

«Ich habe Verbrennungen an beiden Händen, die Hälfte meines Ohres ist geschmolzen», beschreibt der 19-Jährige. 30 Prozent seines Körpers verbrannten, auch sein Rücken und linker Arm sind betroffen. Mittlerweile wird H. in einem Rehabilitationszentrum behandelt. Bereits neunmal wurde dem 19-Jährigen Haut transplantiert. 

Die Schmerzen unerträglich: «An die ersten zwei Wochen habe ich keinerlei Erinnerung. Ich erinnere mich vor allem an die Verbände, an die Verbandswechsel», sagt er. «Selbst ich hätte mir, bevor ich verbrannt wurde, nie vorstellen können, dass es so einen Schmerz gibt.»

In der Silvesternacht war der Teenager mit vier Freunden im Le Constellation. Als die Flammen um sich schlugen, galt sein erster Gedanke seiner Verlobten, die sich oben befand. Dort habe er sie auf dem Boden liegend gefunden. «Entweder ich gehe und überlebe, oder ich tue etwas für sie. Also habe ich schliesslich nicht lange überlegt und bin auf sie geklettert, um sie vor dem Feuer zu schützen», erzählt er. Seine Verlobte erlitt nur leichte Verbrennungen. 



26.02.2026, 21:06 Uhr

«Dachte, Stefan sei unten und werde das Nötige tun»

Von Natalie Zumkeller, Redaktorin am Newsdesk

Wie ein Befragungsprotokoll von Jessica Moretti zeigt, ist die Barbesitzerin in der verheerenden Brandnacht wohl aus ihrem Lokal geflohen, ohne auf den Security-Mann Stefan Ivanovic (†31) Rücksicht zu nehmen. Das berichtet «​20 Minuten​».

Der Security liess sein Leben, um Gäste zu retten.

Als sie den Brand entdeckte, soll sie geschrien haben, dass alle raus sollen. «Als ich mich umdrehe, sind da Flammen, alles ist orange, man sieht das Ende nicht mehr. Ich wollte, dass die Leute rausgehen. Ich wollte ihnen nicht entgegengehen. Und ich dachte, Stefan sei unten und werde das Nötige tun; er war extrem kompetent.»

Sie selbst verliess das Lokal ebenfalls. «Ich ging hoch; ob ‹sofort› weiss ich nicht mehr. Ich drehe mich um, sehe Flammen, denke an Stefan unten und daran, oben die Securities zu warnen, und ich gehe hoch, um Alarm zu schlagen und die Feuerwehr zu rufen.»

Auch Ivanovic hätte fliehen können, blieb jedoch zurück, um Gäste in der brennenden Bar zu retten. Seinen Mut bezahlte er mit dem Leben. Bei seiner Beerdigung in Serbien wurde er als Held von Crans-Montana gewürdigt.

26.02.2026, 11:46 Uhr

Verbrennungen an 60 Prozent ihres Körpers: Elsa R. ist ausser Lebensgefahr

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Sie haben gebangt, gekämpft, gelitten: Nun können die Eltern von Brandopfer Elsa R.* (15) endlich aufatmen. Wie sie der italienischen Zeitung «Corriere della Sera» bestätigen, befindet sich die Schülerin ausser Lebensgefahr. 

Elsa wurde seit der Brandkatastrophe von Crans-Montana in einem Zürcher Spital behandelt. «Elsa ist ausser Lebensgefahr. Sie kehrt heute nach Turin zurück. Wir sind überglücklich», erzählt Vater Lorenzo. 

Die Jugendliche erlitt Verbrennungen an über 60 Prozent ihres Körpers. Sie galt als das am schwersten verletzte italienische Opfer. Sie wurde in den vergangenen zwei Monaten mehrfach operiert. Ende Januar wachte sie aus dem Koma auf. 

Für Elsa R. beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt. In diesem Artikel meines Kollegen Mattia Jutzeler erfährst du, wie die Behandlung von Brandverletzten normalerweise abläuft und worauf Ärzte in den ersten Stunden am meisten achten. 

* Name bekannt

26.02.2026, 06:59 Uhr

Treffen in Bern: Italien fühlte sich von der Schweiz «respektlos» behandelt

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Die Erwartungen an das Treffen vergangene Woche waren gross: Die Walliser und die italienische Staatsanwaltschaft haben sich in Bern getroffen und beschlossen, die Zusammenarbeit zur Aufklärung der Brandnacht von Crans-Montana gemeinsam voranzutreiben. Meine Kollegin Céline Zahno hat hier über das Treffen berichtet. 

Foto: keystone-sda.ch

Nun zeigen Recherchen der «NZZ»: Das Treffen rund um Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud und dem obersten römischen Ankläger Francesco Lo Voi lief offenbar deutlich konfliktreicher als öffentlich dargestellt.

Laut einer anonymen Quelle aus offiziellen Kreisen in Italien hätten sich Vertreter des Bundesamts für Justiz gegenüber den fünf italienischen Gästen «respektlos» verhalten. Zentraler Streitpunkt sei die Einrichtung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe gewesen, die Italiens Regierung seit Wochen fordert.

Das Bundesamt für Justiz erklärte hingegen gegenüber RTS, Italien habe bis heute keinen Antrag für eine solche Gruppe gestellt.

Der «NZZ» liegt hingegen eine E-Mail der Staatsanwaltschaft Rom vom 30. Januar vor, in der sie ihre «Bereitschaft» zur Bildung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe betont habe. Das Bundesamt für Justiz habe geantwortet, die mögliche Bildung solle am Treffen in Bern diskutiert werden. Öffentlich erwähnt wurde das Thema am vergangenen Donnerstag jedoch nicht. 

Die italienische Quelle behauptet, in Bern sei sehr wohl ein Antrag gestellt, vom Bundesamt für Justiz jedoch abgelehnt worden. Man habe abgemacht, den Konflikt in der Öffentlichkeit nicht weiter zu thematisieren. 

Auf Anfrage der «NZZ» will sich das Bundesamt für Justiz nicht zu den Inhalten des Treffens äussern. Es hält fest, dass der erwähnte E-Mail-Austausch mit der Staatsanwaltschaft Rom «vertraulich und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt» gewesen sei. Gleiches gelte auch für das Treffen in Bern. Die Walliser Staatsanwaltschaft reagierte ebenfalls nicht auf eine Anfrage der «NZZ». 

25.02.2026, 19:30 Uhr

Morettis offen für Gedenkstätte auf Grundstück von Le Constellation

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Vor gut zwei Wochen wurden Jacques und Jessica Moretti mehrere Stunden lang bei der Staatsanwaltschaft in Sitten verhört. Es waren dramatische Szenen. Vor dem Eingang wurde das Ehepaar von den trauernden Familien der Brandopfer konfrontiert. Blick-Reporter Martin Meul war ebenfalls vor Ort und berichtete über den Tumult.

Foto: KEYSTONE/CYRIL ZINGARO

Mehrere internationale Medien haben mittlerweile Einblicke in die Protokolle des Verhörs erhalten. Darunter die italienische Zeitung «La Repubblica». So wurden die Morettis offenbar von einer Anwältin gefragt, ob sie bereit wären, das Grundstück der Inferno-Bar Le Constellation für die Errichtung eines Denkmals zu spenden. «Absolut ja», soll Jacques Moretti darauf geantwortet haben. «Ich stimme zu, obwohl wir noch nicht darüber nachgedacht haben.»

Jacques Moretti soll beim Verhör ausserdem klargestellt haben, dass seine 200'000-Franken-Kaution «kein Geschenk» war. «Jemand hat dieses Geld für mich aufgebracht.» Die Identität dieser Person solle aber geheim bleiben. 

25.02.2026, 13:16 Uhr

Gemeinde Crans-Montana legt gegen Entscheid von Staatsanwaltschaft Berufung ein

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Die Gemeinde Crans-Montana legt laut RTS Berufung gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft ein, weil diese ihr nicht erlaubt, im Strafverfahren als Nebenklägerin aufzutreten. 

Am 16. Februar haben die für die Untersuchung des Unglücks, bei dem 41 Menschen ums Leben kamen, zuständigen Staatsanwältinnen die Akte an das Kantonsgericht weitergeleitet, das über die Beschwerde entscheiden wird. 

Der Status als «Partei» im Strafverfahren ist wichtig, da er es ermöglicht, direkt an den Ermittlungen teilzunehmen. Dies, indem man Zugang zu den Strafakten erhält, an Vernehmungen teilnimmt, den befragten Personen Fragen stellt, Beweismittel vorlegt, aber auch Ermittlungen vorschlägt. 

RTS hatte keinen Zugang zu der von der Gemeinde eingereichten Beschwerde. Aber am 8. Januar schrieb die Gemeinde bei der Einreichung ihres Antrags auf Anerkennung ihrer Eigenschaft als «Partei» insbesondere, dass der Geschäftsführer des Constellation Verstösse gegen das Baugesetz begangen habe und dass die Gemeinde «die für die Ahndung dieser Verstösse zuständige Behörde» sei.

Ihre Argumente überzeugten die Staatsanwaltschaft nicht. In ihrer Verfügung vom 27. Januar lehnte sie den Antrag der Gemeinde ab.

24.02.2026, 22:09 Uhr

«Ich betete, nicht zu sterben»

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Der 15-jährige Filippo aus Italien wurde bei der Brandkatastrophe in Crans-Montana schwer verletzt. Die Hälfte seines Körpers wurde in der Silvesternacht verbrannt. Zusammen mit einer grossen Freundesgruppe wollte er in der Inferno-Bar Le Constellation den Jahreswechsel feiern. Mit «La Repubblica» spricht er über die Horrorszenen, die er vor fast zwei Monaten miterlebt hat.

Vor zwei Wochen konnte Filippo das Spital in Mailand verlassen. Die Ereignisse in der Silvesternacht haben bei ihm tiefe Spuren hinterlassen. «Ein Mädchen kam auf uns zugerannt und schrie, wir sollten abhauen», erzählt der 15-Jährige. «Die Flammen schlugen hoch und erreichten meinen Rücken. Alle rannten hinaus, doch plötzlich stand ich vor einer Masse von Leichen. Die Veranda hatte sich in eine Feuerkammer verwandelt. Augenblicklich fielen alle in Ohnmacht.»

(Credit: Screenshot La Repubblica)

Während des Interviews mit «La Repubblica» hält der 15-Jährige die Hose in den Händen, die er während der Brandkatastrophe getragen hat. Die Hose trage noch immer alle Spuren der Silvesternacht auf sich. «Vom Blut zum Beispiel, das aus meinen brennenden Händen sickerte. Von meinem vergeblichen Versuch, meine Hände in die Tasche zu stecken, um mein Handy zu holen und Hilfe zu rufen.» Auch schwarze, teerähnliche Flecken sind auf der Hose zu erkennen. «Es ist der giftige Schaum, der vom Dach herabregnete und an meinem Kopf klebte, der auf unseren Körpern schmolz.» Die Schaumstoffplatten an der Decke von Le Constellation waren es, die durch Wunderkerzen Feuer fingen und die Brandkatastrophe auslösten.

Filippo konnte überleben, weil er sich unter einem Tisch versteckte. «Ich betete, nicht zu sterben, während die Flammen meinen Rücken verschlangen.» Auch fast zwei Monate wird sein Leben von den Verbrennungen bestimmt. «Meine Lunge funktioniert nur noch zu 46 Prozent», erzählt er. Filippo wünscht sich jetzt vor allem eins: «Ich will Gerechtigkeit für uns alle. Denn es ist nicht normal, dass jemand mit seinen Freunden Spass hat und dann so endet wie ich. So wie ein Streichholz.»

24.02.2026, 15:12 Uhr

Pilloud lädt Ermittler aus Rom nach Sitten ein

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Italien nimmt weiter Fahrt auf: Die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Béatrice Pilloud, hat die Staatsanwälte von Rom im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe von Crans-Montana offiziell nach Sitten eingeladen. Der Termin für dieses Arbeitstreffen steht noch nicht endgültig fest.

Laut der italienischen Nachrichtenagentur Adnkronos hat Pilloud am Montag ein Schreiben an die Staatsanwaltschaft in Rom geschickt, in dem sie ihre Bereitschaft bekundet, die italienischen Ermittler im Wallis zu empfangen. Diese Information wurde Keystone-SDA am Dienstagnachmittag bestätigt. 

Foto: KEYSTONE/EPA

Wann die Ermittler nach Sitten kommen werden, gelte es noch zu vereinbaren, hiess es bei der Walliser Staatsanwaltschaft. 

Die italienische Delegation wird laut Pilloud Zugang zu allen bisher gesammelten Unterlagen erhalten, die sie einsehen können. 

Am vergangenen Donnerstag hatte sich Pilloud in den Räumlichkeiten des Bundesamtes für Justiz in Bern mit dem Generalstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Rom, Francesco Lo Voi, getroffen, wie du ​​im Artikel​​ meiner Kollegin Céline Zahno lesen kannst. Dabei wurde eine verstärkte Koordination zwischen der Schweiz und Italien im Rahmen der Ermittlungen zum Brand in Crans-Montana vereinbart.

24.02.2026, 14:25 Uhr

Feuerwehrchef war Weihnachten in der Inferno-Bar

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

Am 16. Februar wurde David Vocat, Feuerwehrkommandant von Crans-Montana, von 8.30 Uhr morgens bis 21 Uhr vernommen. «Es war wirklich sehr, sehr hart», sagte er danach zu RTS. Nun hat die italienische Zeitung «La Repubblica» neue Aussagen aus dem Verhör veröffentlicht.

Vocat wurde demnach unter anderem gefragt, wann er zuletzt vor dem Unglück in der Bar Le Constellation gewesen sei. «Am 25. Dezember 2025. Für fünf Minuten. Ein Henniez Cassis im Keller», so die Antwort des Feuerwehrchefs. Henniez Cassis ist ein aromatisiertes Mineralwasser ohne Alkohol. Etwas Ungewöhnliches sei ihm an diesem Abend an der Bar nicht aufgefallen. Eine Schuld an dem Brand gibt er sich nicht.

David Vocat ist der leicht brennbare Akustikschaumstoff an der Decke der Bar Le Constellation nicht aufgefallen.
Foto: Philippe Rossier

«Ich kann nicht behaupten, dass ich noch nie dort war, aber ich war nur selten dort», soll Vocat weiterhin ausgesagt haben. «Als ich in den Keller ging, habe ich den Akustikschaum nicht bemerkt. Hätte ich ihn damals für gefährlich gehalten, hätte ich das natürlich gesagt. Hätten wir von Bränden gewusst, die durch diesen Schaum verursacht wurden, hätten wir das gemeldet.»

Vocat soll beim Verhör immer wieder betont haben, dass die Inspektion von Materialien im Inneren von Gebäuden nicht zu seinen Aufgaben gehöre. «Meine Aufgabe ist es, Leben zu retten», soll in den Dokumenten der Staatsanwaltschaft stehen.

Der Kommandant berichtet auch von einem guten Verhältnis zu den Morettis. Man sei per Du. Auch Gemeindepräsident Nicolas Féraud (55) werde von dem Betreiberehepaar geduzt.

David Vocat ist eines der zentralen Gesichter der Tragödie in dem Walliser Skiort. Meine Kollegen Céline Zahno und Joschka Schaffner haben ​in diesem Artikel​ weitere zentrale Persönlichkeiten der Brandkatastrophe aufgezählt.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen