Darum gehts
- Feuerwehrmann Jan G. (24) legte zwischen 2024 und 2026 vierzehn Brände
- Elf bis zwölfmal half er selbst bei den Löscharbeiten mit
- Ende März 2026 freigelassen, Prozess und Strafvollzug noch offen
«Es war ein Adrenalin-Kick, mit Blaulicht durch die Stadt zu fahren, ein extrem schönes Gefühl», erzählt Jan G.* (24) im Interview mit der «Aargauer Zeitung». Der gelernte Logistiker und Feuerwehrmann gestand im März, im Zeitraum zwischen 2024 und 2026 insgesamt 14 Brände in Solothurn, Langendorf und Bellach gelegt zu haben. Industriegebäude, leerstehende Wohnungen und Autos wurden Ziel seiner Brandserie. In elf oder zwölf Fällen habe er auch selbst als Feuerwehrmann bei den Löscharbeiten mitgeholfen.
So habe er in der Gruppe etwas Gutes tun können, meint er – während er gleichzeitig seine eigenen Taten ausgeblendet habe. Der 24-Jährige war neben seinem Engagement bei der Solothurner Feuerwehr auch bei der Jungen SVP aktiv und demonstrierte mit der rechtsextremen Jungen Tat. Auf Facebook prangerte er immer wieder die Kriminalität in seiner Stadt an, empörte sich über Sachbeschädigungen und Gewalt.
Wollte durch Löschen nach seinen Taten als Feuerwehrmann gut dastehen
Gegenüber der «Aargauer Zeitung» betont G. nun, dass seine Taten nichts mit seiner politischen Gesinnung zu tun hätten. «Ich habe das nicht aus politischen Gründen getan», sagt er.
Weiter führt er gegenüber der Zeitung den Beginn seiner Brandserie aus. Zu Beginn habe er sich auf Abbruchliegenschaften und «wertlose Gegenstände» beschränkt. «Ich verwendete keine Brandbeschleuniger, sondern Holzwolle und Kerzen. Ich wollte, dass es brennt und wir als Feuerwehrleute den Brand rasch löschen und so in der Öffentlichkeit gut dastehen konnten», umreisst G. die Hintergründe hinter den Taten. «Ich wollte nie, dass jemand zu Schaden kommt», betont der Brandstifter weiter.
Bei angezündeten Autos zeigt er sich reumütig
In einer Hinsicht zeigt sich der Feuerteufel von Solothurn reumütig. «Was ich aber am meisten bereue, ist, dass ich irgendwann anfing, Leute direkt zu schädigen, indem ich Autos anzündete. Das tut mir heute extrem leid. Bei Gebäuden, die ohnehin abgerissen werden, fand ich es damals weniger schlimm», erklärt G. im Interview mit der «Aargauer Zeitung».
Nach zwei Monaten Untersuchungshaft wurde G. schliesslich Ende März kurz nach seinem Geständnis freigelassen. Eine Sprecherin der Solothurner Staatsanwaltschaft sagte damals zu Blick: «Wir können bestätigen, dass der Mann unter Anordnung von Ersatzmassnahmen aus der Untersuchungshaft entlassen wurde.» Zur Art und Dauer der Massnahmen äusserte sich die Staatsanwaltschaft nicht. Wahrscheinlich ist, dass sich der junge Schweizer regelmässig auf einem Polizeiposten melden muss und seine Ausweise eingezogen bleiben.
Wann Jan G. der Prozess gemacht wird, ist noch unklar. Für ihn gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Anfang Juni wolle er den vorzeitigen Strafvollzug antreten, erklärte G. gegenüber der «Aargauer Zeitung».
*Name bekannt