Darum gehts
- Luzerner Polizei veröffentlicht Video über Radikalisierung auf Instagram und sorgt für Diskussionen
- Kritik in Kommentaren: Nutzer sprechen von «StaSi 2.0» und Denunziantentum
- Polizei verweist auf Charta gegen Radikalisierung und sieht keinen Löschbedarf
Die Luzerner Polizei postete vergangene Woche ein Video auf Instagram. Sie will über Radikalisierung aufklären, doch das sorgt für Ärger bei den Nutzern.
Im Video fragt ein Beamter: «Du kennst jemanden, der findet, dass bestimmte Menschen mit Gewalt dazu gebracht werden sollen, wegzugehen oder sich nicht mehr zu zeigen?» Wer das bemerkt, soll es melden, denn dieses Verhalten sei ein Alarmzeichen für Radikalisierung.
«Polizei wirbt für den neuen Denunziantenstaat»
Die Polizei will Prävention betreiben. Doch unter dem Video hagelt es Kritik. In der Kommentarspalte schreiben Nutzer etwa «DDR 2.0» und «Stasi 2.0». Sie werfen der Behörde vor, Denunziantentum zu fördern. Ein Kommentar lautet: «Macht eure Arbeit richtig, dann ist sowas nicht nötig.»
Ein Grossteil der Nutzer findet, dass der Aufruf der Luzerner Polizei in die falsche Richtung geht. Einige geben in den Kommentaren sogar an, selbst radikalisiert zu sein.
Nun nimmt die Polizei Stellung
Auf Anfrage von Blick bezieht die Luzerner Polizei Stellung zu dem kritisierten Video. Sie sagt: «Dass dieses Thema stark polarisiert und die Bevölkerung beschäftigt, ist der Luzerner Polizei bewusst. Die Sensibilisierung für das Thema Radikalisierung und Extremismus, die in Gewalt münden, ist deshalb wichtig.»
Das Video stütze sich direkt auf die Charta gegen Radikalisierung von Bund, Kantonen und Gemeinden sowie deren Präventionstipps, so die Polizei weiter.
Zur Löschung des Videos sieht die Polizei keinen Anlass. Sie betont: «Radikalisierung passiert oft im Stillen.» Daher rufe sie dazu auf, Alarmzeichen direkt dem kantonalen Bedrohungsmanagement (KBM) zu melden. Dort werde Hilfe für Angehörige, Drittpersonen und Betroffene geboten.
Die Frage, ob die Polizei öffentlich auf die Kritik reagiert, bleibt offen. Auf Instagram betonte sie in den Kommentaren jedoch: «Uns geht es nicht darum, dass wir Leute zu Spitzeln oder Denunzianten machen wollen.» Und weiter: «Einzig und allein darum geht es in diesem Post – Gewalttaten aus radikalem oder extremistischem Gedankengut zu verhindern.»