Neues Video zeigt den Brandausbruch
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Im Le Constellation:Neues Video zeigt den Brandausbruch

Charles (15) überlebte Inferno
«Er hat acht von zehn Fingern verloren»

In Crans-Montana kam es in der Silvesternacht zu einem verheerenden Brand, der 41 Todesopfer forderte. Im Ticker halten wir dich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.
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Das Ehepaar Moretti steht momentan im Rampenlicht der Medien und Ermittler.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die verheerende Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation forderte 41 Todesopfer
  • Gegen das Barbetreiberpaar Jacques und Jessica Moretti wird ermittelt
  • Das Feuer wurde durch Sprühkerzen an Champagnerflaschen ausgelöst
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Blick Newsdesk
16:15 Uhr

Vater (59) und Sohn (15) erlebten Brandkatastrophe gemeinsam

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Die Brandkatastrophe in Crans-Montana hat unzählige Menschen getroffen. Viele Familien mussten ihre Kinder beerdigen oder sie bei ihren langen Behandlungen und Therapien unterstützen. Im RTS-Podcast «Nous autres» kommt nun ein Elternteil zu Wort, das die Brandkatastrophe in der Inferno-Bar Le Constellation am eigenen Leib miterlebt hat.

Philippe (59) traf sich in der Silvesternacht mit seinem Sohn Charles (15) in der Bar. Der 15-Jährige feierte im Le Constellation gemeinsam mit seinen Freunden den Jahreswechsel. Beide waren dabei, als Wunderkerzen an den Champagnerflaschen die Decke der Bar in Brand steckten. Vater und Sohn erlitten in dieser Nacht beide schwere Verletzungen. Philippe, der als Zahnarzt arbeitete, verbrannte sich am Kopf und an den Händen. «Heute ist es mir unmöglich, wieder zu arbeiten», erzählt er im Podcast.

Foto: keystone-sda.ch

Charles hat es dabei noch schwerer getroffen. Der Junge war zwei Monate lang auf Intubation angewiesen und musste 20 Operationen über sich ergehen lassen. «Er hat acht von zehn Fingern verloren», sagt Philippe.

Noch schrecklicher sind aber die seelischen Schäden, die die Brandkatastrophe bei Charles hinterlassen hat. Von den acht Freunden, mit denen der 15-Jährige in dieser Nacht Silvester feiern wollte, ist er der einzige Überlebende. «Er ist depressiv und hat Selbstmordgedanken», erzählt sein Vater. Die zwei wollen sich jetzt gemeinsam so gut wie möglich zurück ins Leben kämpfen.

13.03.2026, 20:52 Uhr

Crans-Montana-Überlebende: «Ich fühlte mich oft schuldig»

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Schock, Ungläubigkeit, tiefer Schmerz: Die Brandkatastrophe von Crans-Montana hat die Schweiz und das Ausland zutiefst erschüttert. Die Verletzten kämpfen sich zweieinhalb Monate nach dem Brand ins Leben zurück, doch die körperlichen und seelischen Wunden werden noch lange bleiben. 

Julia (19) überlebte das Inferno praktisch unverletzt, doch das Erlebte hat bei der jungen Frau ein tiefes Trauma ausgelöst. «Physisch geht es mir gut, abgesehen von leichten Schmerzen im linken Bein. Aber mental ist es schwierig. Ich habe oft Flashbacks», erzählt sie im Gespräch mit «Le Figaro». 

Während viele Opfer schwere Verbrennungen erlitten, hatte Julia das Glück, nahe am Ausgang zu stehen, als die Flammen ausbrachen. Ihre beste Freundin hatte weniger Glück. «Ich fand sie später draussen, ganz allein und schwer verbrannt. Ihr Gesicht, ihre Arme und ihr Rücken waren betroffen. Ihre Haare waren komplett weg.» 

Aus Solidarität hat Julia sich die Haare abrasiert. «Das war mein Weg, sie zu unterstützen.» Der Weg zurück zur Normalität ist steinig. Die schrecklichen Bilder aus der Nacht verfolgen die Studentin. «Ich fühlte mich oft schuldig. Warum war ich unverletzt, während so viele andere schwer verletzt wurden?» 

Seit dem Brand hat sie neue Vorsichtsmassnahmen für sich entwickelt. «In öffentlichen Gebäuden schaue ich immer nach Notausgängen. Früher habe ich das nie gemacht», offenbart sie der Zeitung. Unterstützung findet sie bei Überlebenden des Feuers und ihrer Familie. «Mein Vater ist mein grösster Halt. Er hat mir einmal eine Plüschfigur geschenkt, die jetzt bei mir im Zimmer wacht.» Trotz allem versucht sie, nach vorne zu blicken. «Ich habe gelernt, wie zerbrechlich das Leben ist. Ich bin dankbar, am Leben zu sein und Menschen zu haben, die mich lieben.» 

12.03.2026, 09:50 Uhr

DJ bezahlt Heldenmut mit seinem Leben

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Überwachungsvideos aus der Inferno-Bar Le Constellation geben neue Einblicke in die Brandkatastrophe. Ein Team aus Ermittlern analysierte diese Aufnahmen und erstellte einen Bericht, der «Le Parisien» vorliegt. Die Überwachungsvideos zeigen den heldenhaften Einsatz zweier Männer, die ihren Mut mit dem Leben bezahlen mussten.

Der Sicherheitsmann Stefan I. (†31) und der DJ Matéo L. (†23), die in der Silvesternacht im Le Constellation arbeiten, reagieren nach dem Ausbruch des Feuers sofort. Bereits wenige Sekunden, nachdem die Wunderkerzen an den Champagnerflaschen die Decke in Brand gesetzt hat, versuchen die beiden Männer, die Gäste zu retten. Der DJ will einen Feuerlöscher holen und der Sicherheitsmann fordert das Partyvolk wild gestikulierend dazu auf, den Raum zu verlassen.

Matéo L. versuchte, das Feuer zu löschen. (Credit: Arena Café Cholet)

Wenige Augenblicke später ist auf den Videos zu sehen, wie sich das Feuer immer weiter ausbreitet. Panik bricht unter den Gästen aus. Brennende Menschen versuchen, aus der Bar zu fliehen. Der DJ und der Sicherheitsmann werden die Nacht nicht überleben.

Zwei Minuten nach Ausbruch des Feuers brechen die Aufnahmen der Überwachungskameras ab. Kurz vor Ende des Videos ist laut «Le Parisien» Jessica Moretti auf der Veranda der Bar zu sehen. Sie verlässt das Lokal zwischen den flüchtenden Gästen, offenbar mit einem Handy in der Hand.

11.03.2026, 18:08 Uhr

Neuer Bericht zeigt: Nur acht Barbesucher blieben unverletzt

Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk

Das verheerende Ausmass der Brandkatastrophe von Crans-Montana wird durch neue Zahlen nochmals deutlich. «Le Temps» hatte Einsicht in einen Bericht der Walliser Polizei über die Überwachungsvideos aus der Bar Le Constellation. Darin wird deutlich, wie sich das Feuer innert Minuten ausbreitete und die Bar zur Todesfalle für ihre Besucher wurde. Zudem zeigt der Bericht: Als das Feuer ausbrach, waren 164 Personen anwesend. 

Die Flammen breiteten sich rasant an der Decke im Untergeschoss aus. Bild: Instagram

Diese Zahl bestätigte die Walliser Staatsanwaltschaft am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Von den 164 Personen befanden sich laut «Le Temps» 132 im Untergeschoss. Nach dem Sicherheitsbericht der Gemeinde vom Juni 2019 durfte die Bar 100 Personen im Untergeschoss und 50 im Obergeschoss empfangen. 

Wie bereits bekannt, verstarben 41 der 164 anwesenden Personen, 115 wurden verletzt. Das heisst: Nur acht Personen verliessen das Le Constellation unverletzt. 

11.03.2026, 09:34 Uhr

Nach Fehler: Walliser Parlament muss neue Justizräte wählen

Von Sven Altermatt, Co-Ressortleiter Politik

Wegen der Crans-Montana-Tragödie hat der Walliser Grosse Rat – das Kantonsparlament – drei ausserordentliche Mitglieder des Justizrats gewählt. Das Aufsichtsgremium über die Staatsanwaltschaft muss mehrere Beschwerden zu den Ermittlungen im Fall behandeln. Da sich mehrere Mitglieder wegen möglicher Befangenheit in den Ausstand begeben mussten, drohte das Gremium seine Beschlussfähigkeit zu verlieren. Gewählt wurden nun eine Juristin und FDP-Politikerin sowie zwei Anwälte. Der Grosse Rat bestätigte die drei stillschweigend, wie der «Nouvelliste» berichtete.

Auslöser der Beschwerden war unter anderem ein Fehler der Staatsanwaltschaft im Januar: Die Kantonspolizei hatte Angehörigen der Opfer eine Empfehlungsliste mit drei Anwälten zugeschickt. Darauf stand jedoch auch Basile Couchepin, Präsident des Justizrats. Es drohte ein Interessenkonflikt. Die Staatsanwaltschaft sprach später von einem Fehler und entschuldigte sich. 

Parlamentsdebatte in Sitten VS.
Foto: Keystone
10.03.2026, 15:22 Uhr

Brandopfer Mélanie wünscht sich Gerechtigkeit und Entschädigung

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Mélanie Van de Velde (32) erlitt bei der Brandkatastrophe in der Silvesternacht schwerste Verletzungen. Über 40 Prozent ihres Körpers wurden vom Feuer in der Inferno-Bar Le Constellation verbrannt. Mehrere Wochen musste die Mutter auf der Verbrennungsstation der Universitätsklinik Nantes verbringen. Trotz vieler Hauttransplantationen hat sich ihr Körper für immer verändert. «Es ist wirklich verheerend. Sie muss ihr neues Gesicht akzeptieren, sie muss sich selbst akzeptieren, und auch ihre zweijährige Tochter muss sie akzeptieren», erzählt Mélanies Anwältin in der Fernsehsendung «ICI Mayenne».

Mélanie war vor ihrem Unfall gerne auf Reisen. (Credit: Facebook)

Die Brandkatastrophe prägt das Leben der 32-Jährigen auch noch lange nach dem Aufenthalt im Spital. «Sie hat keine Kraft mehr in den Armen, keine Kraft mehr in den Beinen. Es gibt noch viel zu tun. Jede Bewegung ist schmerzhaft», meint die Anwältin. Das Schlimmste für die Mutter ist aber, dass die Beziehung zu ihrer Tochter von ihrer andauernden Therapie beeinflusst wird. Laut der Anwältin könne Mélanie ihr Kind nämlich nicht häufiger als einmal im Monat sehen. «Anders ist es aufgrund der Rehabilitation nicht möglich. Das ist eine weitere grosse Tragödie.»

Mélanie ist wütend. Wütend auf die Behörden und wütend auf die Betreiber von Le Constellation. «Sie hat es satt, dass sich alle gegenseitig die Verantwortung zuschieben. Sie fordert, dass die Täter bestraft werden und Wiedergutmachung für ihre Tat leisten», so die Anwältin.

Die schwerverletzte Mutter ist nicht die einzige, deren Leben und Aussehen die Brandkatastrophe für immer verändert hat. Im Verbrennungszentrum im französischen Metz wird noch immer ein Überlebender behandelt, bei dem sogar 60 Prozent des Körpers verbrannt wurden. «Es geht vor allem darum, den Patienten zu unterstützen, damit er seine Haut berühren kann, akzeptiert, dass es sein Gesicht ist», erzählt einer der zuständigen Psychologen dem französischen Radiosender RTL. «Manche Patienten wollen nie wieder in den Spiegel schauen.»

10.03.2026, 11:19 Uhr

«Dringende» Anfrage an Facebook gestellt

Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk

Nur wenige Stunden nach der Brandkatastrophe wurden mehrere Facebook-Konten der Morettis, darunter das Profil der Bar Le Constellation gelöscht. Auf diesen Konten waren etwa Fotos der Renovierungsarbeiten in ihrem Club veröffentlicht (insbesondere Jacques Moretti, der Akustikschaum an der Decke anbrachte) sowie Aufnahmen von Abenden, in denen Champagnerflaschen mit Wunderkerzen durch die Bar getragen wurden. 

Fotos auf Facebook zeigten etwa Umbaumassnahmen im Le Constellation. Bild: Facebook

Die Walliser Staatsanwaltschaft hat im Zuge ihrer Ermittlungen ihr Augenmerk daher auch auf die verschwundenen Facebook-Konten gerichtet. Ein Anliegen an Facebook und eine «dringende» Anfrage nach einem Rechtshilfeersuchen wurde Ende Februar an die zuständigen Justizbehörden in den USA weitergeleitet. Ein entsprechender Antrag liegt Blick vor. 

Darin fordert die Staatsanwaltschaft die US-Behörde auf, sämtliche Inhalte von acht (mittlerweile gelöschten) Profilen wiederherzustellen, darunter die von Jacques und Jessica Moretti sowie einige, die mit der Bar Le Constellation selbst in Verbindung stehen. Auch Kommentare Dritter auf den Facebook-Seiten könnten bedeutend für die Ermittlungen sein. 

10.03.2026, 09:03 Uhr

Gemeindepräsident muss zur Einvernahme antraben

Von Martin Meul, Reporter Wallis

Im Zusammenhang mit dem Inferno von Crans-Montana wird gegen weitere Beamte ermittelt. Wie am Montag bekannt wurde, richtet sich die Untersuchung gegen drei zusätzliche Verantwortliche aus den Bereichen Sicherheit, Feuerwehr und Brandschutz der Gemeinde Crans-Montana sowie gegen Gemeindepräsident Nicolas Féraud und den für die Sicherheit zuständigen Gemeinderat Kévin Barras.

Gemeindepräsident Nicolas Féraud.
Foto: Keystone

Inzwischen steht auch fest, wann die nächsten Befragungen stattfinden. Diese beginnen am 7. April mit einer erneuten Einvernahme von Jacques Moretti. Ab dem 9. April folgen weitere Anhörungen, die – wie bereits frühere Befragungen – an der Fachhochschule in Sitten durchgeführt werden.

Gemeindepräsident Nicolas Féraud wird am 13. April befragt. Zwei Tage später, am 15. April, muss Kévin Barras aussagen. Der heutige Gemeinderat sitzt inzwischen auch im Walliser Kantonsparlament und wird als letzter der neu vorgeladenen Personen einvernommen.

Damit wird nun gegen insgesamt neun Personen ermittelt.

09.03.2026, 08:18 Uhr

Moretti hatte Luxusuhren und Pistole in seiner Wohnung

Von Johannes Hillig, Redaktor am Newsdesk

Den Kaufbeleg für den Akustikschaumstoff hätten die Ermittler bei der Razzia in der Wohnung von Jacques Moretti Mitte Februar in Lens finden können. Sie lag in einem Aktenkoffer, wurde aber nicht entdeckt. Dafür konnte die Polizei andere Dinge sicherstellen. Sechs Luxusuhren von Marken wie Rolex und Hublot, Computerzubehör, USB-Sticks und eine Glock 19-Pistole samt Munition. Das berichtet «24 Heures».

Ob Moretti eine Waffenerlaubnis besitzt, ist unklar. Ein langjähriger Freund Morettis berichtet, dass sie gemeinsam in Schiessständen trainiert hätten. Interessant ist auch die Frage nach Morettis finanziellen Mitteln. Während seiner ersten Vernehmung am 9. Januar hatte er angegeben, keine Wertgegenstände zu besitzen, so dass seine Kaution auf 200'000 Franken festgesetzt wurde. Der Anwalt eines der Opfer forderte nun, die Höhe der Kaution angesichts des Luxusbesitzes und möglicher finanzieller Unregelmässigkeiten zu überprüfen. 

09.03.2026, 08:09 Uhr

Akustikschaumstoff als «nicht entflammbar» verkauft

Von Johannes Hillig, Redaktor am Newsdesk

Plötzlich stand die Decke im Le Constellation in Flammen. Der Akustikschaumstoff fing Feuer. Woher Jacques Moretti das Material hatte, war zunächst unklar. Er selbst hatte angegeben, dass er den Akustikschaumstoff für die Decke seines Lokals im Jahr 2015 bei Hornbach in Riddes VS gekauft habe. Doch diese Aussage stellte sich als falsch heraus. Am 20. Februar 2026 legte Moretti freiwillig eine Rechnung bei der Polizeiwache in Sitten vor, die belegt, dass er den Schaumstoff tatsächlich bei einem Lieferanten in Ostdeutschland erwarb, wie «​​24 Heures​​» berichtet. 

Die Rechnung ist vom 3. September 2015 und dokumentiert den Kauf von 1360 Schaumstoffplatten des Modells «Pyramidal Acoustic Foam PRO 90 cm/45 cm/6 cm P085» für 13'464 Euro. Dieses Modell wurde laut archivierten Webseiten des Verkäufers als «nicht entflammbar» und «selbstverlöschend» beschrieben. Es sei für «Kindergärten, Schulen, Restaurants und Bars» geeignet.

Die Walliser Staatsanwaltschaft hat am 27. Februar ein dringendes internationales Rechtshilfeersuchen an die deutschen Behörden gestellt. Ziel ist es, die genauen Eigenschaften des Schaumstoffs sowie weitere Details zur Transaktion zu ermitteln. 

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