Darum gehts
Von diesem Flug hatte Blick-Leserreporter David T.* (42) anderes erwartet. In der Nacht von Samstag auf Sonntag flog der Schweizer an Bord eines Airbus A330 mit Swiss von Neu-Delhi zurück nach Zürich, nachdem er Freunde in Indien besucht hatte. Dabei war er vor allem vom Zustand der Maschine irritiert. «Was ich erlebt habe, war für mich echt enttäuschend», schildert er im Gespräch mit Blick. «Das Flugzeug machte auf mich einen sehr alten und wenig gepflegten Eindruck.»
Besonders aufgefallen sei ihm der Zustand in der Kabine. Teile der Sitzpolster lösten sich aus der Verankerung, wie Aufnahmen aus dem Inneren der Maschine zeigen. «Mein Sitz fiel komplett auseinander», erzählt er. Auf Nachfrage habe ihm der Maître de Cabine erklärt, dass das Flugzeug rund 18 Jahre alt sei und auch auf USA-Flügen zum Einsatz komme. Anschliessend habe man ihm angeboten, den Sitz zu reparieren oder ihm einen anderen Platz zu geben.
«Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen»
Das Alter der Maschine allein sei für ihn allerdings nicht das Problem. «Ich verstehe, dass ein Flugzeug nicht ganz neu sein muss. Entscheidend ist für mich aber, dass es in einem guten Zustand ist», führt T. aus.
Auch die Bedingungen in der Kabine sorgten für Unmut. Zu Beginn des Fluges sei es sehr warm gewesen. «Es war im Inneren fast heisser als draussen», so der Schweizer. Zudem hätten sich vor den Toiletten zeitweise lange Schlangen gebildet. «Das war für die Passagiere natürlich nicht angenehm», sagt er.
Auch Mitreisende aus anderen Ländern hätten sich über den Zustand der Maschine gewundert und enttäuscht gezeigt, erzählt der Schweizer. Er selbst sei bereits häufig nach Indien gereist und habe zahlreiche Inlandflüge genutzt. «Solche Bedingungen habe ich bisher nicht angetroffen.»
Das sagt die Swiss
Dabei will er sich nicht über Kleinigkeiten beschweren. Vielmehr gehe es darum, ob der Zustand der Maschine dem entsprochen habe, was Passagiere von einem solchen Flug erwarten dürften. «Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss für mich stimmen. Wenn ein Sitz auseinanderfällt, es in der Kabine sehr heiss ist und man lange auf das WC warten muss, dann muss man das aus meiner Sicht ansprechen.»
Auf Anfrage erklärt die Swiss, sie bedauere, dass der Passagier auf Flug LX147 von Neu-Delhi nach Zürich ein für ihn nicht zufriedenstellendes Flugerlebnis und Probleme mit seinem Sitz hatte. Es habe sich um ein älteres Modell gehandelt. Das Flugzeug mit der aktuell eingebauten Kabine sei bei Swiss seit 2009 in Betrieb. Entsprechende Rückmeldungen von Passagieren nehme man ernst.
Immerhin: Bald kommen verbesserte Sitzplätze. «Unsere gesamte A330-Flotte wird in den kommenden Monaten und Jahren schrittweise mit unserem Kabinenprodukt Swiss Senses ausgestattet. Die vollständig neu gestaltete Kabine bietet unseren Fluggästen in allen Reiseklassen ein persönlicheres und komfortableres Reiseerlebnis», teilt Mediensprecherin Silvia Exer-Kuhn mit.
* Name bekannt