Daniel T. (20) sitzt nach Conference-League-Spiel in Holland in Haft!
FC-Thun-Fan soll Polizist geschlagen und getreten haben

Es ist eine Woche her. Doch der FC-Thun-Fan, der bei einem Conference-League-Spiel in Holland einen Polizisten attackiert haben soll und verhaftet wurde, schmort dort immer noch in Haft. Und: Seine Mutter ist eine bekannte SP-Politikerin im Kanton Bern.
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Daniel T. (20) ist FC-Thun-Fan und sitzt in Holland in Haft. Er soll einen Polizisten attackiert haben.
Foto: Daniel T

Darum gehts

  • Wüste Schlägerei bei FC-Thun-Auswärtsspiel in Holland am 15. Oktober 2026
  • Ein Thun-Fan soll einen Polizisten attackiert haben – er wurde verhaftet
  • Laut Blick-Informationen handelt es sich beim Festgenommenen um Daniel T., Sohn einer bekannten Politikerin im Kanton Bern
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Ralph DonghiReporter News

Hat ein junger FC-Thun-Fan in den Niederlanden einen Polizisten attackiert, der sich dann verletzte? Fakt ist: Der 20-Jährige sitzt aktuell in Haft.

In der Schweiz wurde bisher kaum über den Vorfall berichtet, der sich vor einer Woche anlässlich des Conference-League-Spiels zwischen Twente und dem FC Thun (1:0) im holländischen Enschede abgespielt hatte. Dort stritten sich FC-Thun-Fans mit der Polizei. Ein Schweizer (20) wurde gar verhaftet, weil er einen Polizisten gegen den Kopf geschlagen und ihn getreten haben soll. Offenbar so hart, dass dieser eine Treppe hinunterfiel.

Laut Recherchen von Blick handelt es sich beim FC-Thun-Fan um Daniel T.* Und: Er sitzt auch heute, eine Woche später, immer noch in den Niederlanden in U-Haft. Ivo Evers, Sprecher der Staatsanwaltschaft Ost-Niederlande, bestätigt dies gegenüber Blick: «Ja, der Mann befindet sich in den Niederlanden noch in Gewahrsam.»

Heftiger Vorwurf

Der strafrechtliche Vorwurf ist heftig, sonst wäre Daniel T. längst wieder frei und daheim: versuchte schwere Körperverletzung eines Amtsträgers. Ob der 20-Jährige geständig ist, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht, «weil die Ermittlungen noch laufen».

Klar ist gemäss Evers: «Eine Strafanhörung ist für den 28. Oktober 2026 geplant, bei der der Fall vor das Gericht in Almelo gebracht wird.» Der Verdächtige bleibe bis zu dieser Anhörung in Untersuchungshaft. Welche Strafe Daniel T. in diesem Schnellverfahren droht, ist offen. Das Urteil soll aber gleich im Anschluss an die Verhandlung vor Gericht verkündet werden.

Brisant: Laut Blick-Informationen ist Daniel T. der linken Szene zuzuordnen. Und: Er ist der Sohn einer bekannten SP-Politikerin aus dem Kanton Bern. Blick hat bei der Mutter nachgefragt, was sie zu der Verhaftung ihres Sohnes sagt. Die Politikerin schreibt nur: «Ich äussere mich nicht.» Und der Vater von Daniel T. reagiert kurz angebunden, als Blick ihn befragen möchte. Auch von ihm gibt es keine Stellungnahme.

FC Thun nimmt Stellung

Der FC Thun schickt ein Statement. «Wir sind über die geschilderten Vorfälle informiert und stehen diesbezüglich im Austausch mit den involvierten Parteien», schreibt Sprecherin Patricia Greber. Man nehme solche Ereignisse ernst und analysiere diese sorgfältig. «Daraus ziehen wir die entsprechenden Schlüsse, insbesondere auch im Hinblick auf bevorstehende Partien», so Greber. Und weiter: «Zu konkreten Erkenntnissen und allfälligen Massnahmen äussern wir uns aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich.» Zum aktuellen Stand des Verfahrens gegen den betroffenen Anhänger gibt der Verein keine Auskunft.

Die Stimmung dreht sich

Das Spiel gegen den FC Thun wurde von den Behörden in Enschede am Vortag noch als wenig risikoreich eingestuft. Die 350 Fans des FC Thun mussten nicht in die abgesperrte Fanzone – die Stadtverwaltung hatte keine Sicherheitsbedenken, wie das Berner Portal «Plattform J» mit Bezug auf niederländische Medien schreibt.

Am Spieltag selbst habe sich aber die Stimmung gedreht. Zwischen 100 und 150 Fans der Berner Oberländer setzten sich auf dem Marktplatz auf einer Terrasse nieder – eigentlich ein Stammplatz der einheimischen Fans.

Laut der Regionalzeitung «De Twentsche Courant Tubantia» sollen die Thuner provokativ den Blickkontakt zu den niederländischen Anhängern gesucht haben. Die Thun-Fans seien «grösstenteils im Ultra-Look mit Jeans und schwarzen Hoodies» gekleidet gewesen. Und sie hätten «gesichtsverhüllende Kleidung» und Sonnenbrillen getragen.

Der Vorfall, der zur Verhaftung des 20-jährigen Daniel T. führte, passierte kurz vor der Partie. Und zwar in der Nähe des Stadions.

Was kommt vor Gericht heraus?

Nach Angaben der Polizei habe sich eine Gruppe Thuner Fans geweigert, sich in den Gästeblock zu begeben, als sie dazu aufgefordert wurde. Da hätten die Polizisten versucht, die Gruppe unter Einsatz von Gewalt in den Block zu drängen – offenbar ohne Wirkung. Auf einer Treppe zum Auswärtsblock habe dann der FC-Thun-Fan einen Polizisten attackiert. Dabei habe dieser das Gleichgewicht verloren, sei die Treppe hinuntergestürzt und habe sich dabei verletzt. Nach Ende des Spiels sei der besagte Thun-Fan dann festgenommen worden.

Wie genau es abgelaufen ist, wird die Verhandlung gegen Daniel T. zeigen. Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

* Name geändert

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