Betreiberpaar zeigt sich in der Öffentlichkeit
1:06
Erstmals seit der Tragödie:Betreiberpaar zeigt sich in Öffentlichkeit

U-Haft für Jacques Moretti – Ehefrau Jessica meldet sich zu Wort
«Das Gericht hat die richtige Entscheidung getroffen»

In Crans-Montana kam es in der Neujahrsnacht zu einem verheerenden Brand, der 40 Todesopfer forderte. Im Ticker halten wir dich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.
Kommentieren
1/11
Jessica und Jacques Moretti auf dem Weg zur Anhörung.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Verheerende Brandkatastrophe in Bar Le Constellation forderte 40 Todesopfer
  • Bar-Betreiberpaar Jacques und Jessica Moretti befragt, Jacques Moretti kam in Polizeigewahrsam
  • Feuer wurde durch Fontänen an Champagnerflaschen ausgelöst
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
Blick_APP_DE_WeissRot_XXXHDPI-1024x1024_RGB.png
Blick Newsdesk
vor 5 Minuten

Gemeinde Crans-Montana darf nicht als Nebenklägerin an Verfahren teilnehmen

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Die Walliser Staatsanwältin teilte der Gemeinde Crans-Montana am Montag mit, dass sie ihr den Klägerstatus verweigern werde. Crans-Montana hat daraufhin ihren Antrag zurückgezogen, wie RTS am Montag berichtet.

Obwohl die Gemeinde nicht als Klägerin auftritt und daher keinen Schadensersatz verlangen kann, beantragt sie laut dem Sender, als «Verfahrensbeteiligte» anerkannt zu werden, um Zugang zur Akte zu erhalten und an Anhörungen teilnehmen zu können.

Die Gemeinde begründete ihr Anliegen unter anderem mit Verstössen des Barbetreibers gegen Bauvorschriften und das Gesetz über alkoholische Getränke (Alterskontrolle der Gäste). Vergangene Woche sorgte eine Pressekonferenz der Gemeinde für Aufsehen, in der Gemeindepräsident Nicolas Féraud auf die Frage nach einer Nebenklage erklärte, dass Crans-Montana ebenfalls Opfer der Tragödie sei.

vor 12 Minuten

Jessica Moretti reagiert nach U-Haft-Entscheid

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Es ist ein Entscheid, den alle erwartet haben: Am Montag entschied, dass Zwangsmassnahmengericht, dass Jacques Moretti in U-Haft bleibt. Nun haben sich die Anwälte in einer Medienmitteilung, die «Le Nouvelliste» vorliegt, zum Entscheid geäussert. Sie reagieren damit im Namen von Jessica Moretti, wie es heisst. 

Sie ist der Ansicht, dass die Entscheidung des Gerichts «ihrem Mann ermöglichen wird, sobald die Voraussetzungen erfüllt sind, seine Freiheit wiederzuerlangen» und dass dieses Gericht «die richtige Entscheidung getroffen hat», da das Ehepaar Moretti sich nicht der «gerichtlichen Prüfung, der sie sich gemeinsam stellen werden», entziehen will.

12:16 Uhr

FC Sion am Unglücksort: «Es ist wirklich eine Katastrophe»

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk, und Sandro Zulian, Reporter Ostschweiz

Sportchef Barthélémy Constantin reiste mit der Mannschaft nach Crans-Montana.

Sie trauern geschlossen Schulter an Schulter und legen Kränze nieder: Am Montagmorgen reiste der gesamte FC Sion nach Crans-Montana. Auch der Sohn von FC-Sion-Präsident Christian Constantin, Sportchef Barthélémy Constantin, ist vor Ort. Gegenüber Blick erklärt er: «Wir sind heute als FC Sion hierhergekommen. Es war uns wichtig.» 

Zuvor sei die Mannschaft in Tunesien im Trainingslager gewesen. Den Unglücksort mit eigenen Augen zu sehen, sei nicht einfach. «Es ist sehr schwierig für uns. Wir haben viele Leute aus der Region verloren.» 

«Wir haben eine Mitarbeiterin verloren»
2:07
Sion-Sportchef Constantin:«Wir haben eine Mitarbeiterin verloren»

Auch er selbst habe eine junge Frau verloren, die er gekannt hat. «Ich denke an alle Opfer. Es ist eine grosse Tragödie, und mein Herz ist zerbrochen, als ich es gehört habe. Es ist wirklich eine Katastrophe.» 

Der Verein habe eine enge Verbindung zur Gemeinde Crans-Montana. So trainieren die Spieler oft auf dem dortigen Campus. Er hoffe nun, dass die Justiz den Vorfall lückenlos aufklärt. 

08:57 Uhr

«Dass ein so junges Leben so dahingerafft wird, das sollte es nicht geben»

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Neue Enthüllungen über fehlende Kontrollen nähren den Verdacht, dass die Brandkatastrophe von Crans-Montana vermeidbar gewesen wäre. Unter die Trauer und den Schock mischt sich deswegen auch Wut. Vor allem die Angehörigen der Opfer fordern Antworten. 

«Dass ein so junges Leben so dahingerafft wird, das sollte es nicht geben», sagten Astrid und Jérôme P. im Interview gegenüber France 3. Sie verloren ihre Tochter Cyane (†24 ) in den Flammen. Die junge Frau arbeitete als Kellnerin in dem Établissement. 

Besonders brisant: Eine zweite Tür im Le Constellation war zum Zeitpunkt des Brandes geschlossen. P. wollte sich über diese Tür in Sicherheit bringen, doch sie konnte nur noch tot geborgen werden. Freunde versuchten noch, sie 40 Minuten lang zu reanimieren.

Die Eltern empfinden keine Wut, diese werde aber schnell überhandnehmen. «Es gibt eine Zeit für den Schmerz und eine Zeit für die Wut» sagte der Vater. 

Klar ist: Viele Barbesucher konnten sich nur über den offenen Haupteingang retten. Da die Treppe zum Ausgang aber nur 1,37 Meter breit war, verloren 34 der 40 Opfer dort ihr Leben, wie meine Kollegin Natalie Zumkeller hier beschrieben hat. 

08:34 Uhr

Jacques Moretti sitzt offiziell in Untersuchungshaft

Von Janine Enderli und Marian Nadler, Redaktoren am Newsdesk

Immer wieder kommen neue Informationen über das Wirtepaar Jacques und Jessica Moretti ans Licht. Das Ehepaar befindet sich seit Tagen im Mittelpunkt von Untersuchungen und Recherchen. 

Die neuste Entwicklung: Das Zwangsmassnahmengericht (ZMG) des Kantons Wallis hat am Montag Untersuchungshaft für den Barbesitzer Jacques Moretti in der Folge des Brandes in Crans-Montana angeordnet. Diese Entscheidung gilt zunächst für einen Zeitraum von drei Monaten.

Das Gericht bestätigte damit den Antrag auf Untersuchungshaft der Staatsanwaltschaft. Die Walliser Generaltsaatsanwältin Beatrice Pilloud hatte die Festnahme am Freitag beantragt und mit Fluchtgefahr begründet. Morettis Frau Jessica hingegen bleibt auf freiem Fuss. 

Das ZMG erklärte sich in der Mitteilung «bereit, die Untersuchungshaft aufzuheben, sofern verschiedene von der Staatsanwaltschaft beantragte Massnahmen – darunter insbesondere die Hinterlegung von Sicherheiten – getroffen werden.» Diese Massnahmen erschienen als angemessen, um der Fluchtgefahr entgegenzuwirken. In der Zwischenzeit müsse die Freiheitsentziehung bestehen bleiben. Für Jacques Moretti gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

Der Walliser Justiz war Moretti bereits bekannt. 2020 erwarben er und seine Frau kurz nach Erhalt eines Covid-19-Überbrückungskredits einen Maserati. Weil der Wagen jedoch als Geschäftsfahrzeug verbucht wurde, lag kein strafbares Verhalten vor. 

Hier erscheinen Jacques Moretti (2.v.l.) und Ehefrau Jessica Moretti bei der Staatsanwaltschaft.
Foto: keystone-sda.ch

Jacques Moretti war in Frankreich bereits ​wegen Zuhälterei​ vorbestraft. Trotzdem erhielt er im Wallis eine Wirtelizenz. Zudem bauten die Morettis ein beachtliches ​Immobilien- und Gastroimperium ohne Hypotheken auf​ – die Herkunft der Mittel wirft Fragen auf, wie du in diesem Artikel lesen kannst. 

08:27 Uhr

Brandkatastrophe von Crans-Montana – die Fakten

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Es war ein schrecklicher Start ins neue Jahr, der uns alle tief schockiert hat. Was als ausgelassene Silvesterparty begann, endete in einer Katastrophe eines Ausmasses, das die Schweiz noch nie gesehen hat. 

In der Bar Le Constellation in Crans-Montana VS kamen 40 junge Menschen ums Leben, 116 weitere wurden verletzt. In diesem Ticker fassen wir die wichtigsten Entwicklungen zusammen und aktualisieren die Inhalte laufend, damit du jederzeit den aktuellen Stand erfährst.

12 Tage nach der Katastrophe lohnt sich ein Blick auf die bekannten Fakten, die meine Kollegin Sandra Marschner in diesem Artikel zusammengefasst hat. 

Gegen die Barbetreiber Jacques (49) und Jessica Moretti (40) ermittelt die Staatsanwaltschaft weiterhin wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Jacques Moretti befindet sich wegen möglicher Fluchtgefahr in Polizeigewahrsam, seine Frau ist auf freiem Fuss.

An Champagnerflaschen befestigte Wunderkerzen gelten als Auslöser des Feuers. Die Fontänen haben entflammbaren Schaumstoff entzündet, den Moretti im Baumarkt erworben und selbst eingebaut hatte. 

Moretti sagte, im Le Constellation hätten sie «seit Jahren» Wunderkerzen verwendet. Ein Video aus dem Jahr 2019 zeigt jedoch, dass Mitarbeitende Gäste bereits damals vor der gefährlichen Deckenkonstruktion warnten.

Ende des Livetickers
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen