Was machen sie mit dem Geldsegen?
Ordensschwestern machen halbe Milliarde mit Spitalverkauf

Das Kloster Ingenbohl hat das Basler Claraspital für 530 Millionen Franken verkauft. Was machen die Ordensfrauen mit dem ganzen Geld? Blick hat nachgefragt.
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Die Altersvorsorge der Ordensschwestern im Kloster Ingenbohl ist mehr als gesichert.
Foto: BAA_2013_10_23

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Das Claraspital wurde für rund eine halbe Milliarde Franken verkauft
  • Der Verkauf bringt dem Kloster Ingenbohl finanzielle Sicherheit
  • Nur 15 der 270 Klosterschwestern sind weniger als 70 Jahre alt
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Simone SteinerBundeshausredaktorin

Das Basler Claraspital wurde im November vom Kloster Ingenbohl ans Unispital Basel (USB) verkauft. Jetzt hat das öffentlich-rechtliche Spital seine Bilanz veröffentlicht. Daraus wird ersichtlich: Die Übernahme dürfte rund eine halbe Milliarde Franken gekostet haben. 

Die Vertragsparteien haben Stillschweigen über den Kaufpreis vereinbart. Deshalb konnte man über den Preis bislang nur spekulieren. Nun ist in den Büchern einsehbar, dass die Darlehen Dritter im letzten Jahr um 520 Millionen Franken gestiegen sind. Die Bilanzsumme selber hat um 530 Millionen Franken zugenommen, wie der «Bote» schreibt.

Altersfürsorge für Klosterschwestern

Damit ist klar, der Verkauf hat den Schwestern rund eine halbe Milliarde in die Kassen gespült – und sie können das Geld gebrauchen. Denn vor dem Verkauf des Spitals finanzierte sich das Kloster Ingenbohl mit Hauptsitz oberhalb von Brunnen SZ lediglich durch Minimalrenten und vereinzelte Vermietungen. Ein Teil der Einnahmen floss zudem an wirtschaftlich schwächere Provinzen des Ordens – etwa nach Osteuropa, Afrika und Asien.

Doch mit der demografischen Entwicklung des Ordens geriet das Kloster immer mehr in Geldnot. Schwester Tobia erklärt auf Anfrage von Blick: «Nur 15 der insgesamt 270 Klosterschwestern sind heute jünger als 70 Jahre.» 125 Ordensmitglieder leben bereits in Pflegeheimen oder im betreuten Wohnen. Mit dem Verkauf des Spitals sei sichergestellt, dass die Schwestern in Zukunft versorgt seien. 

Damit ist ein Teil der Ausgaben geklärt. Was das Kloster aber mit dem Rest des Geldes macht – eine halbe Milliarde Franken ist eine beträchtliche Summe – bleibt weiter im Dunkeln.

Verkauf ist Schwestern schwergefallen

Die Alterung der Mitglieder war der Grund, weshalb der Orden die Verantwortung für das Claraspital abgeben musste. «Längerfristig war es nicht mehr möglich, genügend Verwaltungsrätinnen aus unseren Reihen zu stellen», erklärt Schwester Tobia.

Die Entscheidung sei den Schwestern nicht leicht gefallen. Aber sie sei notwendig gewesen, um verantwortungsvoll zu handeln. Mit dem Verkauf des Spitals sei sowohl für die Ordensschwestern als auch das Spital eine gute Lösung gefunden worden.

Spital soll Krebszentrum werden

Auch das USB äussert sich zufrieden zum Deal. Verwaltungsratspräsident Robert-Jan Bumbacher lässt auf der Webseite der Institution verlauten, dass man mit der Übernahme des Claraspitals «hervorragend qualifiziertes Personal» und eine «exzellente Unternehmensstruktur» übernehmen könne.

Die Mitarbeitenden der Clara-Gruppe sollen im Verlaufe dieses Jahres ins Universitätsspital integriert werden. Das Herzstück am Standort Claraspital soll zu einem Krebszentrum entwickelt werden.

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