Ungesunde Abhängigkeit?
St. Moritz füttert Bündner Gemeinden durch

Über 15 Millionen Franken überweist St. Moritz wegen des Finanzausgleichs in andere Bündner Gemeinden. Die Kantonsregierung sieht darin kein Problem.
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St. Moritz zahlt über 15 Millionen Franken Finanzausgleich.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

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  • St. Moritz zahlt 15 Millionen Fr. für Graubündens Finanzausgleich 2027
  • Pro Kopf Beitrag: St. Moritz 2490 Fr.
  • Graubündens Gemeinden erhalten insgesamt 73,2 Millionen Franken 2027
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Tobias BruggmannRedaktor Politik

Wer an St. Moritz GR denkt, hat vielleicht teure Hotels vor Augen, Champagner, exklusives Skifahren in der Sonne. Der Kurort gilt als Symbol für Reichtum. Und davon profitieren auch andere Gemeinden. Dafür verantwortlich ist der innerkantonale Finanzausgleich. 

Die rund hundert Bündner Gemeinden erhalten im Jahr 2027 73,2 Millionen Franken. St. Moritz finanziert über 15 Millionen Franken davon, wie der Kanton Graubünden kürzlich in einer Medienmitteilung schrieb. 

Schon zuvor hatten sich mehrere Bündner Grossräte an die Regierung gewandt. Sämtliche elf Oberengadiner Gemeinden würden zu den Gebern gehören. Rund acht Prozent der Einwohner aus Graubünden würden einen immer grösseren Teil am Finanzierungsbeitrag der Gemeinden übernehmen, heisst es in der Anfrage von FDP-Grossrat Michael Pfäffli.

Finanzausgleich hemmt Entwicklung nicht

Jetzt hat die Regierung geantwortet und stellt klar: «Es ist zu differenzieren, dass die vorliegend vermutete Abhängigkeit nicht generell für alle elf Oberengadiner Gemeinden zutreffen kann, sondern im Wesentlichen die Gemeinde St. Moritz betrifft.» Gleichzeitig sei aber auch klar: «Weder die ressourcenstarken Gemeinden insgesamt noch die äusserst ressourcenstarke Gemeinde St. Moritz werden durch den Finanzausgleich in ihrer Entwicklung gehemmt.» Das würden die Ergebnisse der letzten Jahre klar zeigen.

Der Kanton bestätigt nun indirekt auch, dass St. Moritz ein Mekka für Pauschalbesteuerte ist. Graubünden nahm 2025 38 Millionen Franken Kantonssteuern bei den reichen Ausländern ein. 87 Prozent davon entfielen auf das Engadin. 

Betrachtet man die Zahlen etwas genauer, gibt es auch Unterschiede. Pro Kopf zahlen die Einwohnerinnen und Einwohner von St. Moritz nämlich 2490 Franken. In der kleinen Gemeinde Ferrera sind es 5013 Franken pro Person.

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