Darum gehts
- Nina Fehr Düsel fordert unabhängige Untersuchung der Tragödie von Crans-Montana
- Parmelin besuchte verletzte Italiener in Mailänder Spital und bezeigte sein Mitgefühl
- Acht Silvester-Opfer weiterhin in Intensivstation des Niguarda-Spitals in Mailand
Die SVP-Politikerin Nina Fehr Düsel (45) plant einen Vorstoss im Nationalrat, um Lehren aus der Brandkatastrophe von Crans-Montana VS ziehen zu können: «Diese Tragödie muss professionell aufgearbeitet werden», meint die Zürcherin. «Die Erkenntnisse sind für spätere Haftungsbeurteilungen wesentlich. Wir brauchen eine unabhängige Untersuchung», so Fehr Düsel zu Blick.
Anfang März wird sie deshalb eine Interpellation einreichen. Aber ist Crans-Montana nicht in erster Linie ein Thema für die Justiz? Fehr Düsel: «Natürlich gilt die Gewaltenteilung. Doch der Bundesrat könnte Empfehlungen abgeben, dass eine externe Untersuchung bei einer solchen internationalen Tragödie mit langer Fehlerliste sinnvoll ist.» Die Nationalrätin ist überzeugt: «Der Bund könnte mehr koordinieren und den Druck auf das Wallis erhöhen.»
Mehr Professionalität gewährleisten
In der Interpellation, die Blick vorliegt, stellt Fehr Düsel die Frage: «Hat der Bundesrat sich überlegt, wie bei allfälligen weiteren Katastrophen von so grosser Tragweite künftig vorgegangen wird, um mehr Professionalität zu gewährleisten?» Die Juristin will von der Landesregierung zudem wissen: «Gibt es noch weitere Schlüsse, beispielsweise in puncto Sicherheit, die man seitens Bund aus dieser Tragödie zieht?»
Der Bund arbeitet unter Hochdruck daran, die betroffenen Familien besser zu unterstützen. Am Donnerstag fand hierzu eine Sitzung zwischen dem Departement von Bundespräsident Guy Parmelin (66), Justizminister Beat Jans (61) und der Bundeskanzlei statt. Details will die Bundeskanzlei nicht verraten.
Parmelin besuchte am Donnerstag italienische Opfer der Silvester-Katastrophe im Mailänder Ospedale Niguarda. Urs Widmer, Sprecher des Bundespräsidenten, betonte gegenüber Blick, Parmelin werde auch in den nächsten Wochen den Kontakt zu betroffenen Familien suchen und Verletzte in Spitälern besuchen. Der Kanton Waadt und der Bundespräsident planen zudem weitere Treffen dieser Art in der Waadt mit dem Ziel, Anteilnahme zu zeigen und sich auszutauschen. Viele Betroffene des Infernos von Crans-Montana stammen aus der Waadt. «Wir sind an der Planung von weiteren Treffen im kleinen wie im grösseren Kreis», so Widmer weiter.