SVP in Winterthur alarmiert
Hilfe, es zügeln zu viele Zürcher zu uns!

Die SVP Winterthur hat ihr Wahlkampfthema entdeckt: Die explodierenden Mieten. An denen Schuld sei die «massive Zuwanderung aus Zürich». Mit einer Initiative fordert die SVP nun städtische Wohnungen zuerst für Winterthurer.
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Blick auf Winterthur ZH: Die Stadt wächst – der Wohnungsmarkt kommt unter Druck.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

  • Winterthur profitiert vom Zuzug aus Zürich, doch Mieten steigen stark
  • SVP fordert mit Initiative bevorzugte Wohnungsvergabe an Einheimische
  • Zwischen 2020 und 2023 zogen netto 888 Zürcher nach Winterthur
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Hohe Mieten und fehlende Wohnungen: Der Wohnungsmarkt in der Stadt Zürich ist seit Jahren angespannt. Tausende verlassen deshalb die Stadt – manche zieht es nach Winterthur. Die zweitgrösste Stadt des Kantons profitiert zwar vom Zuzug aus Zürich. Doch das Phänomen birgt Sprengstoff: Es drohen auch ausserhalb der Limmatstadt zunehmend Zürcher Mietverhältnisse, wie es Blick formulierte.

Und das lässt die Zürich-Zuzüger nun zum Thema im Winterthurer Wahlkampf werden. Die städtische SVP rückt Wohnungsnot und Zuwanderung im Rennen um Regierung und Parlament ins Zentrum. «Die massive Zuwanderung aus Zürich und dem Ausland treibt die Mieten in Winterthur in unbezahlbare Höhen», schreibt die Partei in einer aktuellen Mitteilung. 

Winterthurer SVP mit Initiative am Start

Dass neben der Zuwanderung aus dem Ausland bei der Volkspartei neu auch explizit diejenige aus der Kantonshauptstadt ins Visier gerät, ist neu. Die SVP will das Thema offenbar nicht nur im Wahlkampf bearbeiten, sondern hat auch bereits eine Initiative dazu lanciert: Mit ihrer kommunalen Wohninitiative fordert die Partei nichts weniger als «Winterthurer first»! 

Die im November vergangenen Jahres lancierte Vorlage verlangt, dass bei der Vergabe von städtisch finanzierten Wohnungen Interessentinnen und Interessenten bevorzugt werden sollen, die bereits in Winterthur wohnen.

Die Initiative ist damit angelehnt an die ebenfalls 2025 lancierte kantonale Wohninitiative der SVP, die eine Bevorzugung von Einheimischen fordert – allerdings erst, wenn die Bevölkerung der Schweiz die 10-Millionen-Marke überschritten hat.

Wohnungsmarkt unter Druck

Laut der Online-Wohnungsindex-Studie vom Swiss Real Estate Institute bietet der Winterthurer Wohnungsmarkt ein «zu kleines Angebot» für die wachsende Stadt. Die Mietpreise in Winterthur steigen. Selbst Wohnungen mit einer Monatsmiete von über 2000 Franken werden laut der Studie «spielend vermietet». 

Eine Analyse der Einwohnerzahlen von 2024, über die der «Landbote» berichtete, zeigt ein klares Bild: Aus Winterthurer Perspektive stammt der grösste Zuzug aus der Stadt Zürich. In den Jahren 2020 bis 2023 zogen netto 888 Personen mehr von Zürich nach Winterthur als in die andere Richtung.

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