Streit hat Folgen
Zürcher Verkehrsbetriebe kaufen China-Busse

Die VBZ investieren 230 Millionen Franken in neue Elektro-Gelenkbusse. Ein Teil der Fahrzeuge kommt neu aus dem fernen China. Der bisherige Schweizer Lieferant geht leer aus – Streit und Probleme sorgten für den Wechsel.
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Die Zürcher Verkehrsbetriebe VBZ investieren 230 Millionen Franken in neue Elektro-Gelenkbusse.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

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  • Zürcher VBZ kaufen Elektrobusse für 230 Mio. CHF, teils aus China
  • Acht Yutong-Busse für 107 Mio. CHF, zwölf Daimler-Busse für 120,8 Mio
  • Schweizer Hersteller Hess verliert Auftrag wegen Zuverlässigkeitsproblemen
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Daniel BallmerRedaktor Politik

Der Streit hat Folgen. Die Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) hatten genug von ihren bisherigen Lieferanten und sind nun auf Fahrzeuge aus dem fernen China umgeschwenkt – zumindest teilweise.

Für insgesamt rund 230 Millionen Franken will der Stadtzürcher ÖV-Betreiber neue Elektro-Gelenkbusse einkaufen. Die Auftragsvergabe wurde soeben veröffentlicht. Acht Fahrzeuge werden demnach bei der französischen Niederlassung des chinesischen Unternehmens Yutong bestellt. Danach besteht die Option für weitere Fahrzeuge: 20 zusätzliche Elektro-Standardbusse und bis zu 60 Elektro-Gelenkbusse aus China könnten künftig auf Zürichs Strassen unterwegs sein. Kostenpunkt: über 107 Millionen.

So richtig genervt von bisherigen Bus-Herstellern

Im Kauf enthalten sind zudem eine Erstbevorratung mit Ersatzteilen und mögliche Fahrzeugausrüstungen. Unter dem Strich habe Yutong das beste Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten können, begründen die Zürcher Verkehrsbetriebe.

Gleichzeitig aber kaufen die VBZ auch noch in der Nachbarschaft ein. So werden nochmals zwölf Elektro-Gelenkbusse bei der Daimler Buses Schweiz AG in Winterthur beschafft. Auch hier besteht die Option auf 20 weitere Standard- und 60 Gelenkbusse. Macht nochmals rund 120,8 Millionen Franken.

Leer gehen hingegen der Schweizer Hersteller Hess aus Bellach SO sowie der deutsche Hersteller MAN aus – dabei hätten die VBZ aus früheren Vergaben noch Optionen auf Buslieferungen offengehabt. Nur: Die VBZ waren so richtig genervt von Hess und MAN.

Hess bedauert Situation «ausserordentlich»

Bei den Bussen beider Hersteller tauchen immer wieder Störungen und Probleme auf. Dadurch haben sich bisherige Lieferungen oft verzögert. Die VBZ sähen sich «mit erheblichen und anhaltenden Herausforderungen in Zusammenhang mit der Zuverlässigkeit unserer MAN- und Hess-Busflotte konfrontiert», hatte der ÖV-Betreiber Anfang Jahr moniert.

Der Busbauer Hess hatte damals darauf hingewiesen, dass man aufgrund des Kriegs in der Ukraine ein Werk in Belarus habe schliessen müssen. Und die technischen Probleme werde man «Schritt für Schritt» beheben.

Was auffällt: Auch bei einer Auftragsvergabe Anfang November 2025 war Hess im eigenen Kanton leer ausgegangen. Der Busbetrieb Solothurn-Grenchen und Umgebung sowie der Regionalverkehr Bern-Solothurn vergab den Auftrag für 39 vollelektrische Gelenk- und Normbusse stattdessen an die deutsche die deutsche Daimler AG.

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