Spezielle Abbruchprämie
Bald zahlt dir dein Kanton Geld, wenn du dein Haus abreisst

Verschiedene Kantone zahlen Geld dafür, wenn man sein Haus oder seinen Stall ausserhalb der Bauzone abreisst. Das steckt dahinter.
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Bund und Kantone fördern den Abriss von Häusern.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweiz führt Abrissprämie für Gebäude ausserhalb der Bauzonen ein, ab 2026 verfügbar
  • Kantonale Unterschiede: Zürich zahlt bis 33 Franken pro Quadratmeter, Schaffhausen individuell
  • Kosten: Bundesrat schätzt jährliche Ausgaben auf 20 bis 65 Millionen Franken
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Tobias BruggmannRedaktor Politik

Die Schweiz ist in Abrisslaune. Im vergangenen Jahr hat das Parlament eine Abbruchprämie beschlossen. Wer sein Gebäude ausserhalb der Bauzone freiwillig abreisst, bekommt Geld. 

Der Bundesrat um Umweltminister Albert Rösti (59, SVP) schätzt, dass die Abrissprämie rund 20 bis 65 Millionen Franken pro Jahr kostet, so die Antwort auf einen Vorstoss von FDP-Nationalrat Olivier Feller (51). Den grössten Teil tragen die Kantone. Doch dort gibt es Unterschiede.

15 bis 40 Franken pro Quadratmeter

Blick hat die Regeln von ausgewählten Kantonen angeschaut. Die meisten setzen auf Pauschalbeträge. Im Kanton Zürich gibt es für ein freistehendes Ein- oder Mehrfamilienhaus aus Holz 33 oder 30 Franken pro Quadratmeter, je nach Grösse. Für einen Tierstall gibt es je nach Grösse nur 25 bis 24 Franken pro Quadratmeter. 

Im Kanton St. Gallen gibt es für Wohnhäuser zwischen 32 und 40 Franken pro Quadratmeter, je nachdem, wie massiv das Gebäude ist. Die gleiche Unterscheidung gilt für Tierställe. Für massive Gebäude kann es dort aber bis zu 35 Franken pro Quadratmeter geben. Ein grosser Unterschied im Vergleich zu Zürich. Für nicht massive Scheunen sind es dann aber gerade mal 15 Franken. 

Im Kanton Aargau gibt es für Wohnbauten 35 Franken pro Quadratmeter, für Ställe 20 Franken, in Luzern sind es für freistehende oder angebaute Häuser 40 Franken, wie die «Bauernzeitung» berichtet.

Einen anderen Weg geht der Kanton Schaffhausen. «Die Höhe der Abbruchprämie wird auf Grundlage der eingereichten Offerten beziehungsweise Kostenschätzungen sowie allfälligen Vergleichsofferten bemessen.»

Während einige Kantone die Prämien erst ab kommendem Jahr verteilen, gibt es zum Beispiel im Kanton Bern schon in diesem Sommer Geld.

Bis zu 65 Millionen pro Jahr

Betroffen davon sind schweizweit Tausende Häuser. «Heute werden ausserhalb der Bauzonen etwa 40'000 bis 100'000 Gebäude ohne Wohnnutzung nicht mehr oder nur noch mit geringer Intensität genutzt», sagte der Thurgauer Ständerat Jakob Stark (67) in der Parlamentsdebatte. Pro Abriss dürften rund 20'000 bis 30'000 Franken pro Jahr bezahlt werden, schätzte er. 

Doch Achtung: Geld gibt es nur, wenn das Gebäude ausserhalb der Bauzone steht. Der Bundesrat will so erreichen, dass der Entwicklungsspielraum vergrössert wird. Die Prämie soll einen Anreiz schaffen, nicht mehr benötigte Häuser und Ställe abzureissen.

Um an das Geld zu kommen, braucht es in allen Kantonen ein aufwendiges Verfahren. Wer also vorschnell die Abrissbirne bestellt, sitzt möglicherweise auf einem Scherbenhaufen.

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