Darum gehts
- VBS verbietet vernetzte Autos nahe sensibler Standorte wie Zimmerwald BE
- Chinesische Fahrzeuge gelten als potenzielles Spionagerisiko laut NDB-Bericht 2025
- USA verhängten 2025 Importverbot für chinesische vernetzte Autos und Software
Das «Internet der Dinge» sorgt nicht nur bei den Durchschnittskonsumenten, sondern auch bei Geheimdiensten und Militärs für Sorgenfalten. Aktuell im Fokus: vernetzte Fahrzeuge. Für den Bund gelten sie zunehmend als Sicherheitsrisiko – besonders solche aus China.
Nun hat das Eidgenössische Verteidigungsdepartement (VBS) reagiert: Fahrzeuge, die dauerhaft mit dem Internet verbunden sind, dürfen nicht mehr in der Nähe sensibler Standorte verkehren. Wie das Westschweizer Radio und Fernsehen RTS berichtet, gehört dazu etwa auch das Zentrum für elektronische Kriegsführung in Zimmerwald BE. Details zu den Schutzmassnahmen nennt das VBS nicht. «Alles hängt von der Sicherheitsvorkehrung jedes Standorts ab», heisst es von einem VBS-Sprecher.
Nachrichtendienst warnt schon länger
Bereits im Jahresbericht 2025 hatte der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) vor den Gefahren vernetzter Fahrzeuge gewarnt. Besonders chinesische Modelle stünden im Verdacht, ein potenzielles Spionagerisiko darzustellen. «Diese Autos sind Smartphones auf Rädern», sagt NDB-Direktor Serge Bavaud (53) gegenüber RTS. «Die Behörden dieses Landes arbeiten mit den Herstellern zusammen. Und die Geheimdienste können auf die von den Autos aufgezeichneten Daten zugreifen, zum Beispiel auf Gespräche.»
Wie vernetzt solche Fahrzeuge sind, zeigt ein Besuch von RTS in einem Showroom der chinesischen Marke BYD in Genf. «Das Auto ist ultravernetzt. Man kann alles aus der Ferne steuern», so Verkäufer Charles Petit. Auch Mikrofone seien «ein wenig überall im Auto» verbaut. BYD betont indes, keine Daten nach China zu übermitteln und europäische Datenschutzstandards einzuhalten.
Die Schweiz ist mit ihrer Sorge nicht allein: In Deutschland laufen Untersuchungen – die USA haben gar bereits 2025 ein Importverbot für chinesische und russische vernetzte Fahrzeuge sowie entsprechende Software verhängt.