Reformpläne für die Volksschule
SVP will Obergrenze für fremdsprachige Schüler und Handy-Verbot

Ab einem Anteil von 20 Prozent fremdsprachiger Kinder in einer Klasse werde der Unterricht schwierig. Wer die Unterrichtssprache nicht beherrscht, soll in eine Vorbereitungsklasse, findet die SVP.
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SVP-Präsident Marcel Dettling spricht in Näfels GL. Seine Partei will die Volksschule durch ein neues Forderungspaket grundlegend reformieren.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • SVP beschliesst Massnahmenpaket zur Volksschule
  • Obergrenze für fremdsprachige Schüler und flächendeckendes Handyverbot gefordert
  • Unterricht ab 30 Prozent fremdsprachiger Schüler fast unmöglich, sagt SVP
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Die Delegierten der SVP Schweiz haben am Samstag in Näfels GL ein ganzes Forderungspaket beschlossen, um «die Volksschule zu retten». Darin enthalten sind eine Maximalzahl von fremdsprachigen Schülern und ein flächendeckendes Handyverbot.

«Die Kinder sollen endlich wieder die Grundlagen lernen: Lesen, Schreiben, Rechnen», sagte der Zürcher SVP-Nationalrat Benjamin Fischer. Heute könne die Schule diese Aufgabe immer weniger erfüllen. Als Hauptgrund identifiziert die SVP die Zuwanderung.

Sanktionen gegen unkooperative Eltern

Ab einem Anteil von 20 Prozent fremdsprachiger Kinder in einer Klasse werde der Unterricht schwierig, ab 30 Prozent fast unmöglich, sagte Fischer. In ihrem Lösungspaket fordert die SVP deshalb eine Obergrenze für fremdsprachige Schüler pro Klasse.

Kinder müssten zudem zwingend die Unterrichtssprache beherrschen. Um dies sicherzustellen, brauche es einen Sprachtest vor Beginn der Schulzeit. Wer nicht besteht, soll ein zusätzliches Jahr in eine Vorbereitungsklasse. Auch die Eltern müssten in die Pflicht genommen werden. Mangelnde Kooperation will die SVP sanktionieren - bis hin zum Verlust der Aufenthaltsbewilligung.

Massnahmen über Kantone umsetzen

Den integrativen Unterricht bezeichnete die SVP als gescheitert. Dieses «Integrieren um jeden Preis» müsse umgehend beendet werden. Es sei unerlässlich, wieder Sonderklassen einzuführen.

Durchsetzen will die SVP auch ein flächendeckendes Handyverbot in allen Schulen des Landes. Smartphones seien eine ständige Ablenkung und würden Kinder davon abhalten, sich auf den Unterricht zu konzentrieren. Fördern will sie dagegen klassische «Offline-Inhalte» wie Hauswirtschaft, Handarbeit, Zeichnen und Turnen.

Die Partei will ihr Forderungspaket nun mit diversen parlamentarischen Vorstössen in den Kantonen in die Realität umsetzen. Den Bund lässt die SVP dabei aussen vor. Dieser habe den Kantonen in Sachen Bildung nichts aufzudrücken.


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