SVP-Urecht entlarvt Glättlis «Schwarzer Peter»-Aussage
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Zürcher Gemeinderat im Juli:SVP-Urecht entlarvt Glättlis «Schwarzer Peter»-Aussage

Rassismus-Debatte um «Schwarzer Peter»
«Das ist grotesk, gegen jeden gesunden Menschenverstand»

Ein traditionelles Kartenspiel sorgt für politischen Zündstoff. Eine Kindergartenlehrerin wurde angezeigt, weil sie mit ihrer Klasse «Schwarzer Peter» spielte. Jetzt mischt sich die Politik ein.
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Weil eine Kindergärtnerin mit ihrer Klasse «Schwarzer Peter» spielte, wurde sie angezeigt.
Foto: Karin Frautschi

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Kindergärtnerin angezeigt, weil sie «Schwarzer Peter» mit Kindern spielte
  • SVP-Nationalrat nennt Fall «lächerlich» und kritisiert Ressourcenverschwendung
  • Spiel auf Galaxus weiterhin bei 24 Anbietern erhältlich, trotz Kritik an Begriff
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Riccarda CampellRedaktorin Politik

Ein Kinderspiel beschäftigt plötzlich die Strafjustiz – und jetzt auch die Politik. Weil eine Kindergärtnerin mit ihrer Klasse «Schwarzer Peter» spielte, wurde sie angezeigt. SVP-Nationalrat Pascal Schmid findet dafür in den sozialen Medien deutliche Worte: «Einfach nur lächerlich! Statt Kriminelle zu bekämpfen und Straftaten aufzuklären, beschäftigen sich unsere Behörden mit solchem Schrott.»

Gegenüber Blick legt der Rechtsanwalt nach: «Wir hören die ganze Zeit die Klagen der Staatsanwaltschaften, weil sie überlastet sind.» Gerade deshalb stösst der Fall bei Schmid auf Unverständnis. Die Staatsanwaltschaft müsse solche Anzeigen nicht zwingend verfolgen, sagt er. «Hier sollte sie Prioritäten setzen. Wir haben eine beunruhigende und beängstigende Zunahme der Kriminalität. Ich spreche von Einbrüchen, Überfällen und Vergewaltigungen.» Aus seiner Sicht sollten die Behörden die Bevölkerung vor Kriminellen schützen, statt ihre Ressourcen mit solchen «Pseudoproblemen» zu verschleudern.

«Es geht um einen Kaminfeger, nicht um die Herabsetzung von Schwarzen»

Doch nicht nur der Umgang der Justiz mit dem Fall stösst Schmid sauer auf. Für ihn geht es um mehr: «Hier wird versucht, die Meinungsfreiheit zu beschränken. Das ist sehr gefährlich für unsere Volksrechte», sagt er. Die Gesellschaft habe sich in den vergangenen Jahren in eine Richtung entwickelt, die er kritisch sehe: «Jeder hat Angst, etwas Falsches zu sagen. Diese Political Correctness ist total ungesund.» Natürlich müsse es Grenzen geben – dort, wo Aussagen strafbar seien. «Aber dieser Fall ist grotesk, gegen jeden gesunden Menschenverstand. In diesem uralten Spiel geht es um einen Kaminfeger. Nicht um die Herabsetzung von Schwarzen», sagt der Nationalrat.

Zudem verwässere die Diskussion aus seiner Sicht auch den Begriff des Rassismus. «Wenn ein Kinderspiel als rassistisch bezeichnet wird, nur weil der Kaminfeger schwarz ist, wird der tatsächliche Rassismus banalisiert.»

«Schwarzer Peter» fällt auch im Zürcher Gemeinderat

Auch im Zürcher Gemeinderat sorgte der Begriff «Schwarzer Peter» Anfang Juli für Diskussionen. Auslöser war allerdings eine Debatte zu einem ganz anderen Thema. Dabei sagte der neu gewählte Grüne Stadtrat Balthasar Glättli (54): «Ich will nicht den schwarzen Peter zuschieben.»

Die Bemerkung griff SVP-Gemeinderat Stefan Urech (39) wenig später auf. «Es ist kein einziger Aufschrei von der linken Seite gekommen», sagte er. Dabei habe die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus klar festgehalten, dass der Ausdruck «Schwarzer Peter» verpönt sei und einen rassistischen Unterton habe.

Für Urech ist das ein Widerspruch. «Sie sind so weit gegangen – die linke Seite und der Online-Mob –, dass Online-Händler wie Ricardo oder Galaxus das Spiel aus dem Verkauf genommen haben.» Selbst die Konditorei Voland im Kanton Zürich sei dazu gedrängt worden, ihr Schwarzpeter-Brot umzubenennen. «Wenn aber ein Stadtrat von Ihnen den Ausdruck verwendet, bleibt das unkommentiert. Für Sie ist das kein Problem. Das ist entlarvend.»

AL-Gemeinderat Michael Schmid (40) widersprach umgehend. Bei Galaxus gebe es das Spiel nach wie vor bei 24 verschiedenen Anbietern zu kaufen. Und ein Blick auf die Website der Konditorei Voland zeigt: Das Schwarzpeter-Brot heisst weiterhin so.


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