Polparteien im Aufwind
SP und SVP sahnen in den Kantonen ab – und bald auch national?

Die SVP setzt ihren Erfolgslauf in den Kantonen fort: In Nidwalden und Obwalden gewinnt sie, in Zürich und Winterthur legt sie zu. Auch die SP macht Boden gut, verliert aber dennoch Support.
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Werden die eidgenössischen Räte 2027 noch polarisierter?
Foto: Alessandro Della Valle/Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • SVP und SP gewinnen Sitze in Kantonen, FDP und Mitte verlieren Einfluss
  • SVP verteidigt Nationalratssitz in Appenzell Ausserrhoden, stärkste Kraft in Nidwalden
  • Sotomo-Umfrage: SVP könnte 2027 über 30 % erreichen, FDP weiter im Tief
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Joschka SchaffnerRedaktor Politik

Der Höhenflug der SVP geht weiter – zumindest in den Kantonen. Während die Partei auf nationaler Ebene bei der SRG und der Heiratsstrafe gleich doppelt verliert, baut sie in den kantonalen Parlamenten aus. Bald könnte die Partei in der Hälfte der Kantone die stärkste Fraktion stellen.

Gleiches gilt für die SP: Nicht nur in der linken Hochburg Zürich gewinnen die Roten im Stadtparlament vier Sitze, sogar im konservativen Nidwalden rücken sie vor. Nach Jahren der Dominanz schwimmen der Mitte und der FDP in vielen Kantonen die Felle davon. Was heisst das für die nationalen Wahlen von nächstem Jahr?

Auf Siegeszug seit 2023

Der Siegeszug ist kein neues Phänomen: Seit den National- und Ständeratswahlen 2023 ist besonders die SVP im Siegesrausch. Ausser im Kanton Uri ging es für die Rechtspartei nur aufwärts. Im Kanton Solothurn stiess sie vor einem Jahr etwa die Dominatorin FDP vom Thron und wurde erstmals stärkste Kraft.

Auch an diesem Sonntag zog sich dies weiter: In Nidwalden und Obwalden ist dunkelgrün neu stärkste Kraft – erneut auf Kosten der FDP und Mitte. Auch in den linken Städten Winterthur und Zürich legt sie zu.

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden verteidigte die SVP nach dem Rücktritt von David Zuberbühler (47) zudem den einzigen Nationalratssitz des Halbkantons. Vor Zuberbühlers Wahl im Jahr 2015 war dieser noch fest in den Händen der FDP.

Patt bei den Linken

Auf der anderen Seite des politischen Spektrums ist es etwas komplizierter: Auch die SP gewinnt zwar. Anders als bei der SVP geht damit nicht gleich Gewinn politischer Durchschlagskraft einher.

Das Vorrücken der Sozialdemokraten in den Kantonen und Gemeinden ist nämlich kleiner, als es die Verluste der Grünen sind. Heisst: Auf linker Seite herrscht ein Patt – sogar in Zürich. Dort gewann die SP zwar vier Sitze im Parlament, jedoch allesamt auf Kosten der Schwesterpartei.

Während der Siegeszug der SVP auf Kosten der FDP und Mitte einen gewissen Rechtsrutsch bedeutet, ändert sich auf der anderen Seite nur wenig. Die Polarisierung der Parlamente bewirkt sich damit dennoch.

Ende letztes Jahr zeigte eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Sotomo: Das könnte sich 2027 auch national weiterziehen. Die SVP könnte die historische 30-Prozent-Schallmauer durchbrechen. Und: Sowohl die SP und die Grünen könnten möglicherweise wieder leicht zulegen. Besonders die FDP und die GLP erleben dagegen Schiffbruch – so wie aktuell überall.

Die SVP erobert die Exekutiven

Zu alledem kommt: Auch in der Exekutive fasst die SVP mittlerweile reihenweise Fuss. In Solothurn errang die Partei letztes Jahr erstmals einen Regierungssitz, im Kanton Jura etwa klappte das nur knapp nicht.

Diesen Sonntag setzte sich dies fort: Im Kanton Waadt erkämpfte sich der SVP-Kandidat Jean-Francois Thuillard (60) die Poleposition für den zweiten Wahlgang. Der für die scheidende SP-Regierungsrätin Rebecca Ruiz (44) antretende Roger Nordmann (52) machte rund 2000 Stimmen weniger.

Und im Kanton Nidwalden konnte die SVP ihren Regierungssitz gar ohne Gegenwehr behalten – bei der Ersatzwahl für den abtretenden Bildungsdirektor Res Schmid (68) verzichteten die restlichen Parteien gleich gänzlich auf eine Gegenkandidatur.

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