Darum gehts
- Serge Bavaud reformiert NDB-Struktur bis Ende 2026
- Direktionsbereiche von sechs auf vier reduziert für klare Zuständigkeiten
- Suche nach neuer GL startet im Juni, kein Stellenabbau oder -aufbau geplant
Bereits im Februar machte der neue Direktor des Nachrichtendienstes (NDB), Serge Bavaud (53), klar: Seine Geheimtruppe müsse schlanker und effizienter werden – sonst komme sie irgendwann der Gefährdungslage nicht mehr nach.
Nun macht Bavaud Nägel mit Köpfen. Bis Ende 2026 soll die NDB-Struktur umgekrempelt werden. Dabei wirft er über den Haufen, was Ex-Direktor Christian Dussey (61) erst vor zwei Jahren aus dem Boden gestampft hatte. «Die Transformation von letztem Mal war nötig, aber zu viel auf einmal», fasste Bavaud vor den Medien das Werk seines Vorgängers zusammen.
Schlechtes Zeugnis für bestehende Struktur
Doppelspurigkeiten, unklare Zuständigkeiten und Nachholbedarf bei der internen Kultur: Bavaud gibt der aktuellen NDB-Organisation ein schlechtes Zeugnis. Dagegen helfen soll unter anderem ein Abbau des Wasserkopfs: Statt aus den bisher sechs Direktionsbereichen soll der Bundesdienst neu nur noch aus vier bestehen. «Das bedeutet kürzere Entscheidungswege, klarere Zuständigkeiten und mehr Zeit für die nachrichtendienstliche Arbeit», so Bavaud.
Der Umbau hat vor allem Auswirkungen auf die Geschäftsleitung: Die Leitungen der Direktionsbereiche werden allesamt neu ausgeschrieben. Laut Bavaud soll der Rekrutierungsprozess für die neue GL-Truppe bereits im Juni beginnen – mehrheitlich auch extern.
Mitarbeitende sollen wieder zufrieden werden
Gleichzeitig würden sich zwei Abteilungsleiter bereits 2027 frühpensionieren lassen. «Sie haben sich aus eigenen Stücken dazu entschieden», versichert der NDB-Direktor. Ihre Leitungsfunktionen stellen sie bereits ab dem 1. Januar zur Verfügung.
Von einem Misstrauensvotum gegen die bestehende Geschäftsleitung will Bavaud dabei nichts wissen: «Die aktuellen Mitglieder können sich alle erneut auf die Stellen bewerben.» Es werde zudem durch die Reorganisation weder einen Stellenabbau noch -aufbau geben.
Parallel will der NDB-Chef jedoch auch beim Umgang in seinem Laden die Schrauben anziehen. Denn wie vergangene Erhebungen gezeigt haben, zeigte sich unter Vorgänger Dussey eine grosse Zahl der Mitarbeitenden unzufrieden. Es brauche daher nicht nur einen Struktur-, sondern auch einen Kulturwandel, erklärte Bavaud.