Neue Regeln machen Stromverkauf komplizierter
So holst du das Maximum aus deiner Solaranlage raus

Schweizer mit Solaranlagen müssen ab 2027 flexibel sein: Einspeisepreise für überschüssigen Strom schwanken stündlich. Wer richtig plant, kann trotzdem sparen – oder sogar noch verdienen.
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Wer, wie Metzger Anton Ruf Solarstrom einspeist, muss ab 2027 aufpassen.
Foto: Stefan Bohrer

Darum gehts

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Tobias BruggmannRedaktor Politik

Wer, wie Metzger Anton Ruf (56), eine Solaranlage auf dem Dach hat, muss aufpassen. Den überschüssigen Strom ins Netz einzuspeisen, wird komplizierter – und man verdient damit weniger. Doch es gibt Auswege. Blick klärt die wichtigsten Fragen:

Was ändert sich?

Neu wird jede Stunde geschaut, wie viel Strom im Netz ist. Daraus bildet sich der Preis für den Solarstrom, den man anliefert. Hat es eh schon viel Strom, ist der Preis tief. Sogar negative Preise sind möglich – dann bezahlt man für die Einlieferung.

Geld verdient man, indem man Strom liefert, wenn das Angebot knapp ist. Der Bund hat aber auch eine Minimalvergütung für kleinere Solaranlagen beschlossen, wie sie auf Hausdächern sind.

Wie kann ich trotzdem Geld verdienen?

Entscheidend ist jetzt, den Strom zur richtigen Zeit zu liefern. Wer das richtig macht, kann weiterhin Geld verdienen.

Es ist sehr unterschiedlich, wann wie viel Strom gebraucht wird. Grundsätzlich wird im Sommer am Mittag viel Strom produziert, aber wenig verbraucht. Der Preis ist also tief oder gar negativ. Besonders zu Randzeiten am Morgen und am Abend sind die Preise höher, weil viel Strom verbraucht wird.

Also muss man den Strom in der sonnigen Mittagszeit entweder selbst verbrauchen oder in einer Batterie speichern, um ihn später abzuliefern.

Den Strom verbrauchen kann man beispielsweise, indem man sein Elektroauto lädt oder den Boiler aufheizt. 

Dazu gibt es Firmen, die den Solarstrom vermarkten. Ähnlich wie eine Bank legen sie die Energie an und verkaufen nur, wenn der Preis attraktiv ist. 

Was brauche ich dafür?

Wer wirklich Geld verdienen will, muss möglicherweise investieren. Zum Beispiel in eine grosse Batterie oder beim nächsten Autokauf in ein Elektroauto. Dieses kann man dann laden, wenn der Preis tief ist. Dazu kommt weiteres Equipment, wie zum Beispiel der digitale Stromzähler. 

Doch schon heute werden viele Solaranlagen mit einer Batterie verkauft. Auch weil die Preise für Letztere gesunken sind.

Ich möchte kein Geld ausgeben. Was kann ich tun?

Wer nur eine Solaranlage hat und kein weiteres Geld ausgeben will, hat es künftig schwerer. Mit einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft oder einem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch kann man den Strom möglicherweise den Nachbarn verkaufen. 

Wer nicht übermässig Strom einspeisen will, kann die Anlage auch drosseln oder ganz abschalten, wenn die Preise tief sind. Es gibt Firmen, die die Solaranlage so einstellen, dass sie von selbst auf die Preise reagiert. 

Wie viel Geld geht verloren?

Dass jemand ins Minus fällt, ist unwahrscheinlich. David Stickelberger vom Branchenverband Swissolar schätzte gegenüber Blick, dass sich für den durchschnittlichen Hausbesitzer nichts ändert. «Wegen der Minimalvergütung bekommt man immer noch Geld. Zudem sind die Regelungen des Bundes nur eine Minimallösung. Viele Elektrizitätswerke werden ihren Kunden einen besseren Tarif bieten können.»

Dazu gibt es Unterschiede je nach Art der Solaranlage, wie die «Handelszeitung» schreibt. Steil ausgerichtete Panels produzieren insgesamt weniger Strom, dafür eher zu Randzeiten und im Winter. Dafür gibt es dann aber mehr Geld.

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