Darum gehts
- Strompreise 2027: Mehrheit zahlt weniger als bisher
Im Schnitt sinken die Strompreise um rund 4 Prozent
Ein typischer Vierpersonenhaushalt mit einem Elektroherd und Wäschetrockner zahlt im Mittel 26,5 Rappen pro Kilowattstunde
Gute Nachrichten fürs Portemonnaie. Im nächsten Jahr bezahlt die Mehrheit weniger für den Strom. Die eidgenössische Elektrizitätskomission (Elcom) hat am Dienstag die Preise für 2027 verkündet. Im Schnitt sinken sie um rund 4 Prozent.
Ein typischer Vierpersonenhaushalt mit einem Elektroherd und Wäschetrockner zahlt im Mittel 26,5 Rappen pro Kilowattstunde, rund 1,2 Rappen weniger als im Vorjahr. Auf ein Jahr gerechnet entspricht dies einer Stromrechnung von 1194 Franken, also 53 Franken weniger als in diesem Jahr.
Energiebeschaffung wird günstiger
Der Stromtarif setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Während die Abgaben tendenziell leicht steigen, wird die Energiebeschaffung günstiger, erklärte Elcom-Vize Felix Vontobel vor den Medien. Drei von vier Netzbetreibern senken ihre Tarife, erklärt Vontobel. Bei 24 Prozent der Netzbetreiber steigen die Preise, bei einem Prozent bleiben sie unverändert.
Die Zahlen varieren «zum Teil erheblich», wie die Elcom schreibt. Das ist vorallem auf die Unterschiede bei der Energieversorgung zurückzuführen. So laufen zum Beispiel besonders teure Beschaffungsverträge aus den Jahren 2022 und 2023 (wegen des Kriegs in der Ukraine) nun aus. Die Gesamttarife sind weiterhin auf einem relativen hohem Niveau, insbesondere im Vergleich zu vor dem Krieg in der Ukraine.
Für mittelgrosse Betriebe gibt es ein ähnliches Bild. Die Energiepreise sinken ebenfalls, die Netzkosten steigen hingegen leicht.
Iran-Krieg hat Folgen
In den nächsten Jahren könnten die Strompreise aber wieder steigen. Dies wegen des Iran-Krieges. Schon jetzt sind Einkaufspreise teurer. Für 2027 hat das noch keinen Einfluss. Denn die Netzbetreiber haben oft längerfristige Verträge über zwei oder drei Jahre.
Demnach könnten sich die höheren Preise aber im übernächsten Jahr zeigen. Dass dafür die Tarife sinken, ist gemäss der Elcom unwahrscheinlich. Doch entscheidend für den Preis ist in erster Linie, wie der Iran-Krieg weitergeht.
Hier erfährst du den neuen Strompreis in deiner Gemeinde
Die Strompreise sinken auch im kommenden Jahr – im Schnitt. Denn es gibt einige Gemeinden, die entgegen dem Trend, den Tarif nochmals nach oben anpassen müssen. Ob die Energiekosten zu einer Entlastung deines Haushaltsbudgets beitragen, zeigt die grosse Übersicht.
Strompreise sinken leicht – doch es gibt grosse Unterschiede
Im nächsten Jahr bezahlen wir im Schnitt weniger für Strom, so die eidgenössische Elektrizitätskomission. Im Schnitt sinken die Preise um rund vier Prozent.
Ein typischer Vierpersonenhaushalt mit einem Elektroherd und Wäschetrockner zahlt im Mittel 26,5 Rappen pro Kilowattstunde, rund 1,2 Rappen weniger als im Vorjahr. Auf ein Jahr gerechnet entspricht dies einer Stromrechnung von 1194 Franken, also 53 Franken weniger als in diesem Jahr. Dafür verantwortlich sind tiefere Kosten für die Energiebeschaffung.
Die Zahlen varieren «zum Teil erheblich», wie die Elcom schreibt. Das ist vorallem auf die Unterschiede bei der Energieversorgung zurückzuführen. So laufen zum Beispiel teurere Beschaffungsverträge aus.
Für mittelgrosse Betriebe gibt es ein ähnliches Bild. Die Energiepreise sinken ebenfalls, die Netzkosten steigen hingegen leicht.
Medienkonferenz beendet
Damit ist die Medienkonferenz beendet.
Tiefe Füllstände bei Wasserkraftwerken
Die Füllstände bei den Wasserkraftwerken sind zurzeit tiefer. Die Elcom geht davon aus, dass zwischen 400 bis 900 Gigawattstunden fehlen werden, so Felix Vontobel. Er erinnert aber auch, dass beim Ausfall des Kernkraftwerks Gösgen im vergangenen Jahr 4000 Gigawattstunden gefehlt haben. «Insgesamt ist es also verhältnismässig wenig», so Vontobel, nämlich ein bis zwei Prozent des Winterbedarfs – also «nicht matchentscheidend».
Wann zeigen sich die Folgen des Iran-Kriegs?
Wann zeigen sich die Folgen des Iran-Kriegs? Elcom-Geschäftsführer Urs Meister erklärt, dass die Strompreise steigen, gleichzeitig die Tendenz bei den Gaspreisen tiefer ist. Entscheidend für den Strompreis 2028 dürfte also sein, wie der Krieg weiter geht.
Tarife weiterhin auf hohem Niveau
Felix Vontobel kommt zu einem Fokus. Die Stromtarife sinken bei der Mehrheit leicht. Die Einkaufspreise steigen zwar wegen des Iran-Kriegs – doch auf 2027 hat das noch keinen Einfluss. Die Netztarife steigen zwar, aber weniger deutlich, weil Teile davon auch sinken.
Die Gesamttarife sind weiterhin auf einem relativen hohem Niveau, insbesondere im Vergleich zu vor dem Krieg in der Ukraine.
Viele Beschwerden wegen Messtarifen
Nun spricht Geschäftsführer Urs Meister über die Messtarife. Dabei sei es zu vielen Anfragen und Beschwerden gekommen. Tatsächlich sind die Unterschiede zwischen den Netzbetreibern «auffällig» gross. Bei 240 Netzbetreibern fanden Abklärungen wegen auffällig hohen oder nicht-kostenbasierten Tarifen statt. Gibt es Probleme erfolgt eine Aufforderung zur Überprüfung und Korrektur.
Einkaufspreise sind gestiegen – doch noch spüren wir das nicht
Jetzt geht es um die Grosshandelspreise. Die Beschaffungskosten seien abhängig von der Eigenproduktion, den Grosshandelspreisen und der Beschaffungsstrategie. Die Preise für Gas und Strom sind für 2027 gestiegen. Dies unter dem Einfluss des Iran-Kriegs, erklärt Felix Vontobel. Dieser Preisanstieg zeige sich aber noch nicht. Denn die Beschaffungsstrategie läuft meistens längerfristig also über ein, zwei oder drei Jahre.
Die Strompreise in der Schweiz folgen jenen der Nachbarländer, so Vontobel.
10,56 Rappen in der günstigsten Gemeinde
Nun spricht Elcom-Mitglied Anne Gillardin. Im Schnitt kostet eine Kilowattstunde 26,53 Rappen. Im Minimum sind es 10,56 Rappen, im Maximum 45,88 Rappen.
Die Gründe für den leichten Rückgang ist, dass besonders teure Beschaffungsverträge aus den Jahren 2022 und 2023 (wegen des Kriegs in der Ukraine) nun auslaufen. Der Preisanstieg in Folge des Iran-Kriegs macht sich bislang kaum bemerkbar – je nachdem könnten wir das aber in den kommenden Jahren spüren.
Gleichzeitigen steigen die Netztarife, die jedoch gedämpft werden durch den geringeren Beitrag für die Stromreserve und den Netzbetreiber Swissgrid.
«Tarife sinken bei der Mehrheit»
Felix Vontobel von der Elektrizitätskommission beginnt. Er erklärt die unterschiedlichen Teile, die zusammen den Stromtarif ausmachen: Der Beitrag für die Stromreserve sinkt, auch die Tarife für Netzbetreiber Swissgrid sinken. Dazu wird die Energiebeschaffung günstiger. Dies, weil teure Beschaffungsverträge auslaufen. «Damit kann man sagen, dass die Tarife insgesamt, bei der Mehrheit der Netzbetreiber, sinken.» Drei von vier Netzbetreiber senken ihre Tarife, erklärt Vontobel. Bei 24 Prozent der Netzbetreiber steigen die Preise, bei einem Prozent bleiben sie unverändert.
Die Ausführungen gelten für einen durchschnittlichen Haushalt mit vier Personen.
Medienkonferenz um 11.00 Uhr
Um 11.00 Uhr informiert die Elektrizitätskommission über die Strompreise 2027.