Letzte Hoffnung? Gemeindeversammlung am Wochenende
Glarus kämpft jetzt mit Samstags-Trick gegen Politik-Müdigkeit

Um die Beteiligung an den Gemeindeversammlungen zu erhöhen, «testet» die Gemeinde Glarus einen neuen Termin: an einem Samstag. Schweizweit nehmen viele nicht an Gemeindeversammlungen teil – und haben auch keine Lust auf den Gemeinderat. Können Junge das Problem lösen?
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Der Gemeinderat von Glarus wagt ein Experiment: Er legt den Termin einer Gemeindeversammlung auf einen Samstag. Damit soll die Beteiligung erhöht werden.
Foto: Gemeinde Glarus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Glarus testet erstmals eine Gemeindeversammlung an einem Samstag
  • Damit soll die Beteiligung «nachhaltig erhöht» werden; viele wollen auch nicht in Exekutivämter
  • Verein Generation Gemeinderat will mehr junge Leute für Kommunalpolitik begeistern
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Patrick GerberRedaktor Politik

Gemeindeversammlungen sind gelebte Demokratie: Jeder darf mitdiskutieren, jeder Stimmberechtigte darf abstimmen. Doch viele nutzen diese Möglichkeit gar nicht. So auch in der Gemeinde Glarus. Diese reagiert nun – und verlegt eine Gemeindeversammlung auf einen Samstagmorgen. Als Test! 

Die Gemeinde Glarus zählte Anfang Jahr 13'173 Einwohnerinnen und Einwohner, davon 9199 Schweizer Staatsangehörige. An den sechs Gemeindeversammlungen von 2023 bis 2025 nahmen jeweils zwischen 230 und 850 Stimmberechtigte teil. Im Durchschnitt waren es nur etwa 480 Personen. 

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«Beteiligung nachhaltig erhöhen»

Dem Gemeinderat scheint diese Beteiligung zu wenig. Kürzlich hat er die Termine für die Gemeindeversammlungen 2027 festgelegt – und «testet» eine neue Idee. Die Versammlung im November findet erstmals an einem Samstag statt. «Das Ziel ist es, die Gemeindeversammlung attraktiver zu gestalten und die Beteiligung der Stimmberechtigten nachhaltig zu erhöhen», heisst es in einer Mitteilung. Zudem sollen auch die räumliche Gestaltung und die Sitzordnung überprüft werden. 

Dass viele Stimmberechtigte nicht an Gemeindeversammlungen teilnehmen, ist ein schweizweites Phänomen: Rund 300'000 Personen seien pro Jahr an einer Versammlung anwesend, schätzte der inzwischen verstorbene Politikwissenschaftler Andreas Ladner im Jahr 2016. 

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«Braucht einen Generationenwechsel»

Viele Gemeinden haben zudem auch Schwierigkeiten, ihre Exekutivämter zu besetzen. Fast jede zweite sei davon betroffen, ergab eine Studie der ZHAW School of Management and Law von 2024. Geht es nach dem Verein Generation Gemeinderat, sollten mehr junge Leute in die Kommunalpolitik einsteigen. Das Durchschnittsalter in den Gemeinderäten betrage rund 54 Jahre, erklärt der Verein gegenüber Blick. «Es braucht also zwingend einen Generationenwechsel.»

Doch es gebe auch Hürden: «Das Amt braucht Zeit, Verantwortung und die Bereitschaft, sich öffentlich zu exponieren.» Gerade junge Leute stünden oft mitten in Ausbildung, Studium, Berufseinstieg oder Familiengründung.

Doch das Interesse an einem politischen Amt – und an Politik im Allgemeinen – sei durchaus vorhanden. Zudem biete die Kommunalpolitik auch Chancen: Man lerne, Verantwortung zu übernehmen, könne ein breites Netzwerk aufbauen und die Anliegen der Bevölkerung aufnehmen. 

Ferner hätten gemischte Teams für alle Vorteile, so der Verein weiter. «Sie treffen bessere Entscheidungen». Ein gutes Zusammenspiel gelinge dann, «wenn alle Generationen einander ernst nehmen». 


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