Darum gehts
- Digitaler Ausfuhrschein für Schweizer Shoppingtouristen startete am 16. Juni 2026
- Pilotprojekt umfasst Lidl, G-Star, Humanic und SportScheck mit 25 Lidl-Filialen
- App vereinfacht Zollprozesse und spart Zeit an überlasteten Grenzübergängen
Stau am Zoll, nerviges Sammeln von Belegen – das sind die weniger rosigen Seiten des Einkaufs im Ausland. Wer im Grenzgebiet des grossen Kantons shoppt, muss nämlich ein Formular ausfüllen und dieses an der deutschen Grenze abstempeln lassen. Damit wird die Ausfuhr bestätigt, erst dann können Kundinnen und Kunden die Mehrwertsteuer zurückfordern.
Doch mit dem Zettelkrieg ist jetzt Schluss – zumindest teilweise. Der digitale Ausfuhrschein wird derzeit in einem Pilotprojekt getestet. Der Startschuss ist nach mehreren Verzögerungen endlich gefallen, wie der «Südkurier» schreibt. Vorerst ist nur ein kleiner Kreis von Unternehmen beteiligt.
Lidl, G-Star, Humanic und SportScheck
Die sogenannte eAKZ-App soll die Abläufe für Reisende, den Einzelhandel und den Zoll deutlich vereinfachen, schrieb die Generalzolldirektion kürzlich auf Anfrage von Blick. Mit dabei seien eine «begrenzte Zahl an Unternehmen und ausgewählten Grenzzollstellen».
Auf der Website des deutschen Zolls sind die Unternehmen nun gelistet. Mit den meisten Filialen dabei ist Lidl – insgesamt 25 Standorte des Discounters sind Teil des Pilotprojekts. Weiter sind das Kleidungsgeschäft G-Star, das Schuhgeschäft Humanic und der Sporthändler SportScheck beteiligt.
Bald soll auch eine Liste der nutzbaren Grenzübergänge aufgeschaltet werden, erklärt eine Sprecherin des Hauptzollamts Singen gegenüber dem «Südkurier». In der App seien diese schon ersichtlich.
Schluss mit Warteschlangen
Wie funktioniert die App genau? Bereits im Laden sollen die Kunden, beispielsweise per QR-Code, die Rückerstattung der Mehrwertsteuer registrieren. Der Kassenzettel ist dann in der App vermerkt, und beim nächsten Einkauf erfolgt die Rückerstattung. Das mühsame Aufbewahren der Quittungen hat also ein Ende.
Auch die Zollbehörden dürften damit entlastet werden. Gemäss dem deutschen «Südkurier» setzt etwa das Singener Hauptzollamt einen Grossteil seines Personals dafür ein, die analogen Ausfuhrscheine abzufertigen. Immer wieder kam es an den Zollstellen zu langen Warteschlangen.