Internet kann deine Gesundheit gefährden
Bund soll schärfer gegen Scharlatane im Netz vorgehen

Gefährliche Gesundheitstipps im Netz: Manche Med-Influencer verbreiten fragwürdige Ratschläge. SP-Nationalrätin Miriam Locher drängt daher beim Bundesrat auf strengere Regulierung, um die öffentliche Gesundheit in der Schweiz besser zu schützen.
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Sonnencreme soll pures Gift sein. Solchen und anderen Nonsens verbreiten manche Med-Influencer im Netz.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • SP-Nationalrätin Locher verlangt strengere Regeln für Med-Influencer in sozialen Medien
  • Irreführende Gesundheitsversprechen gefährden besonders Jugendliche und junge Erwachsene
  • Prüfung von Transparenzpflichten und Kennzeichnungsvorschriften für Online-Werbung gefordert
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Daniel BallmerRedaktor Politik

Sonnencreme soll pures Gift sein. Sie soll den Hormonhaushalt zerstören und vieles mehr. Viel besser sei es, sich mit Himbeersamenöl, Kokosöl oder Rinderfett einzuschmieren. Oder gleich ganz auf schützende Hautpflege zu verzichten. Humbug! Sofort schlug die Krebsinfo Schweiz Alarm.

Es ist ein Beispiel von vielen. Sogenannte Med-Influencer, also selbst ernannte Expertinnen und Experten in Gesundheitsfragen, fallen im Internet immer wieder mit absurden Behauptungen auf. Vielen fehlt die fachliche Kompetenz. Sie propagieren unbrauchbare bis gefährliche Heilmittel und Methoden.

«Regeln im digitalen Raum oft schwer durchsetzbar»

Das macht auch SP-Nationalrätin Miriam Locher (43) Sorgen. Der zunehmende Einfluss von Med-Influencern auf Plattformen wie Tiktok, Instagram oder Youtube stelle die öffentliche Gesundheit vor neue Herausforderungen – besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Der Bundesrat soll solchen Med-Influencern daher auf die Finger schauen. Zwar gebe es in der Schweiz gesetzliche Grundlagen wie das Bundesgesetz gegen unlauteren Wettbewerb und das Heilmittelrecht. «Dennoch zeigt die Praxis, dass diese Regelwerke im digitalen Raum oft schwer durchsetzbar sind», findet Locher.

Problematisch seien gerade irreführende Gesundheitsversprechen, unzureichend gekennzeichnete Werbung oder die Vermischung von Information und kommerziellen Interessen. Für die SP-Nationalrätin besteht daher Handlungsbedarf beim Konsumentenschutz und in Bezug auf die öffentliche Gesundheit.

«Gegen irreführende oder unzulässige Versprechen vorgehen»

Locher erhofft sich daher vom Bundesrat verstärkte Regulierungen, «um gegen irreführende oder unzulässige Gesundheitsversprechen durch Influencerinnen und Influencer vorzugehen».

Zu prüfen wäre etwa, ob Transparenzpflichten und strengere Kennzeichnungsvorschriften für gesundheitsbezogene Werbung auf sozialen Medien notwendig sind. Weiter schweben Locher Prävention und Aufklärung im Umgang mit gesundheitsbezogenen Inhalten auf digitalen Plattformen vor.

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«Gesundheitsinformationen im Internet beeinflussen das Verhalten der Bevölkerung direkt», ist SP-Nationalrätin Locher überzeugt. «Fehl- oder Desinformation kann zu gesundheitlichen Risiken führen, insbesondere wenn kommerzielle Interessen nicht transparent offengelegt werden.»

Eine klare, durchsetzbare Regulierung sowie verstärkte Aufklärung seien zentrale Voraussetzungen, um den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten und das Vertrauen in die auf Fakten basierende Medizin zu stärken.

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