Darum gehts
- Ein Schüler in Schwyz massiv wegen Sexualität gemobbt, Schule reagiert
- 100 Schüler riefen am Sportfest «Gay» und bewarfen ihn mit Essen
- Sensibilisierungsmassnahmen geplant, Schulsozialarbeiter begleiten Betroffene
Eigentlich hätte das Schulfest der MPS Schwyz ein ausgelassener Anlass werden sollen. Für einen Oberstufenschüler wurde es jedoch zum Albtraum, wie der «Bote der Urschweiz» publik gemacht hat.
Eine Gruppe Schüler ging auf den Jugendlichen zu und fragte ihn nach seiner Handynummer. Er lehnte ab, doch die Gruppe liess nicht locker. Sie liefen ihm nach, verlangten Nacktbilder und stellten ihm detaillierte Fragen zu seinem Sexleben mit seinem Freund. Einer der Jugendlichen ging noch weiter: Er strich dem Schüler gemäss Bericht über den Arm und zog ihn an sich. Der Betroffene zitterte danach stark und befürchtete sogar, in Ohnmacht zu fallen.
Eine ganze Tribüne gegen einen Schüler
Wenige Tage später eskalierte die Situation am Sportfest erneut. Als der Jugendliche mit seinen Freunden zum Treffpunkt lief, richteten rund 100 Schüler ihre Aufmerksamkeit auf sie. «Praktisch alle Schülerinnen und Schüler auf der Tribüne standen auf und schrien uns ‹Gay, Gay, Gay› zu», sagt er gegenüber dem «Boten der Urschweiz». Einer der Jugendlichen habe sogar eine offene Wasserflasche und ein Gipfeli nach ihnen geworfen.
Nach Angaben des Schülers handelt es sich nicht um einzelne Vorfälle. Immer wieder werde er gezielt fertiggemacht und als «Schwuchtel» beschimpft. Jugendliche hätten ihm auch gesagt, er solle sich das Leben nehmen. «Ich habe Sätze gehört wie: ‹Du sollst verrecken›, ‹Du sollst dich aufhängen›», sagt er. «Das geht einem nicht einfach so wieder aus dem Kopf.»
Auch weitere Schüler und eine Lehrperson wurden auf der Tribüne beleidigt. Die Betroffenen meldeten die Vorfälle umgehend den Lehrpersonen. Die Schule identifizierte die Beteiligten, informierte die Eltern und plant noch vor den Sommerferien Sensibilisierungsmassnahmen in allen Klassen. Die betroffenen Schülerinnen und Schüler werden zudem durch einen Schulsozialarbeiter begleitet.
Auch andere Schulen kämpfen mit Mobbing
Schulen sollten Orte sein, an denen Kinder und Jugendliche sicher lernen und sich entwickeln können. Dennoch kommt es immer wieder zu Mobbing. Erst im vergangenen Dezember berichteten besorgte Eltern von Vorfällen an der Schule Kölliken im Kanton Aargau. Sie schilderten Beleidigungen, Cybermobbing mit erniedrigenden Stickern in Whatsapp-Chats und tätliche Angriffe. Einzelne Kinder mussten sogar ins Spital.
Der Schulleiter wies damals den Vorwurf eines langjährigen, massiven Mobbing-Problems jedoch zurück. Die Schule habe nur teilweise Kenntnis von Vorfällen, da ihr nicht alles gemeldet werde.