Darum gehts
- Josh Cavallo verliess 2025 Adelaide United und prangert homophobes Verhaltens im Verein an
- Teamkollegen machten sich über Foto von Cavallo und Partner lustig
- Cavallo spielt seit 2025 für Peterborough Sports FC in England
Im vergangenen Sommer hat Joshua Cavallo (26) den australischen Erstligisten Adelaide United nach viereinhalb Jahren verlassen. Nun macht er klar: Zum Abgang entschied er sich wegen angeblich homophoben Verhaltensweisen der Vereinsverantwortlichen. «Dass ich den Klub verlassen habe, hatte nichts mit dem Fussball zu tun. Die verantwortlichen Personen haben Entscheidungen getroffen, welche mir meine Möglichkeiten genommen haben, nicht aufgrund meines Talents, sondern aufgrund dessen, wen ich mich zu lieben entschieden habe», schreibt einer der wenigen offen schwulen Profi-Fussballer auf Instagram.
Der Australier kam bei Adelaide in der letzten Spielzeit nicht mehr zum Einsatz, nachdem er in der Saison davor mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Die Nicht-Selektionen hätten aus seiner Sicht allerdings nichts mit den Blessuren zu tun gehabt: «Ich war wütend, weil die Leute gedacht haben, ich sei aufgrund von Verletzungen zur Seite geschoben worden, wenn mich in der Realität interne Homophobie auf der Ersatzbank gehalten hat.» Er habe versucht, weiter professionell zu arbeiten, wobei seine Fortschritte aber immer ignoriert worden seien.
Chats von Teamkollegen entdeckt
Irgendwann sei ihm klar geworden, dass er unter der neuen Klubführung aus politischen Gründen nicht mehr zum Spielen gekommen sein: «Es war hart, als ich realisierte, dass mein eigener Klub homophob war.» Genau das habe er vor seinem Coming-out im Herbst 2021 befürchtet und sich deshalb zum ersten Mal gefragt, ob er seine Sexualität nicht doch lieber für sich hätte behalten sollen. Dieses Gefühl habe sich weiter verstärkt, als er von einem Gruppenchat seiner Teamkollegen erfahren habe. Diese hätten sich über ein Bild von ihm und seinem Partner Leighton Morrell, mit dem er seit 2024 verlobt ist, lustig gemacht.
Schliesslich zog Cavallo die Reissleine und wechselte nach England in die sechstklassige National League North zu Peterborough Sports – ein wichtiger Schritt: «Der Neustart im Vereinigten Königreich hat mir geholfen, wieder atmen zu können, und ich hoffe, dass ich mich wieder in den Sport, welcher mir alles bedeutet, verlieben kann.»
Adelaide United hat die Homophobie-Vorwürfe mittlerweile «kategorisch» zurückgewiesen. In seiner Stellungnahme zeigt sich der Verein «sehr enttäuscht» über die Behauptungen seines ehemaligen Verteidigers und betont: «Adelaide United hat sich immer darum bemüht, ein inklusives Umfeld für Spieler, Staff und Anhänger zu schaffen, und wir bleiben stolz auf unsere fortlaufende Arbeit, Inklusion im Fussball zu fördern.» Selektionsentscheide auf dem Spielfeld würden einzig aufgrund von sportlichen Kriterien getroffen, ergänzt der Verein aus dem Süden Australien.