Darum gehts
- Warenkorb-Vergleich zeigt: Schweiz oft teurer, aber bei einigen Produkten günstiger
- Marken-Kaffee und Emmentaler in der Schweiz teilweise billiger als in Deutschland
- Bagatellgrenze bleibt bei 50 Euro, Zollfreigrenze liegt bei 150 Franken
Wenn hierzulande von Einkaufstourismus die Rede ist, hat man meist Schweizer vor Augen, die ennet der Grenze günstig shoppen. Ein aktueller Warenkorb-Vergleich des deutschen «Südkuriers» zeigt jedoch: Für bestimmte Produkte lohnt sich die Fahrt in die entgegengesetzte Richtung.
Im Warenkorb-Vergleich wurden verschiedene Marktformen verglichen, darunter ein deutscher Discounter, ein Supermarkt, ein Bio-Supermarkt und ein Supermarkt in der Schweiz. Dieselben Produkte wurden eingekauft und die Preise miteinander verglichen.
Marken-Kaffee in der Schweiz günstiger
Das Ergebnis ist zunächst wenig überraschend: Der Einkauf im deutschen Discounter bleibt ungeschlagen. Die Schweiz rückt jedoch bei genauerer Betrachtung in einigen Kategorien nah an die deutschen Preise heran oder unterbietet sie sogar. Im Vergleich schneidet Kaffee in Markenqualität in der Schweiz besser ab als im klassischen deutschen Supermarkt oder Bio-Laden.
Emmentaler Käse ist hierzulande preislich fast gleichauf mit der deutschen Discounter-Variante. Schweizer Milch belegt im Preisranking den zweiten Platz. Auch bei Grundnahrungsmitteln wie Mehl und Teigwaren zeigt sich die Schweiz erstaunlich wettbewerbsfähig.
Bagatellgrenze fördert Einkaufstourismus
Trotz der positiven Ausreisser zahlt man in der Schweiz meist mehr. Besonders tierische Produkte, aber auch Schokolade oder Bananen sind im Warenkorb-Vergleich in der Schweiz deutlich teurer.
Nicht nur die Regalpreise, auch die bürokratischen Hürden beeinflussen das Einkaufsverhalten. Zuletzt sorgte eine mögliche Anhebung der deutschen Bagatellgrenze für Diskussion. Diese liegt aktuell bei 50 Euro. Es wurde über eine Erhöhung auf 175 Euro diskutiert. Diese sei nun aber «vom Tisch», sagte ein CDU-Bundestagsabgeordneter. Das heisst, dass Schweizer Kunden weiterhin bereits ab einem moderaten Einkaufswert von der Rückerstattung der deutschen Steuer profitieren können.
Um den Zoll zu entlasten, soll der Prozess künftig durch eine digitale Anwendung vereinfacht werden. Gleichzeitig zur Bagatellgrenze gilt für heimkehrende Schweizer aber auch eine Zollfreigrenze von 150 Franken; früher waren es 300 Franken. Wer diesen Betrag überschreitet, muss die Mehrwertsteuer hierzulande entrichten, was die Attraktivität vom vollen Einkaufswägeli in Deutschland wieder etwas dämpft.