Hausärzte gehören nicht dazu
Das sind die Topverdiener unter den Fachärzten

Je nach Spezialisierung kann man als Arzt viel Geld verdienen. Hausärzte hingegen bekommen weniger. Jetzt droht ein Mangel. Doch nützt allein mehr Geld?
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Je nach Spezialisierung unterscheiden sich die Arztlöhne.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Gastroenterologen führen mit 447'896 Franken
  • Hausärzte verdienen 208'181 Franken, deutlich weniger als Spitzenverdiener
  • Bis 2030 müssen fast 25 Prozent der Hausärzte ersetzt werden
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Tobias BruggmannRedaktor Politik

Einzelne Chefärzte verdienen in der Schweiz mehr als Bundesräte, das zeigen Blick-Recherchen. Doch selbst innerhalb der Ärzteschaft gibt es grosse Unterschiede.

Das Bundesamt für Statistik hat 2021 die Einkommen der selbständigen Ärztinnen und Ärzte untersucht. Besonders gut verdienen die Magen-Darm-Spezialisten mit einem Median von 447'896 Franken, wie der «Beobachter» berichtet. Dahinter folgen die Augen- (342'196 Franken) und Herzspezialisten (322'865 Franken).

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Auffällig ist dabei: Die Hausärzte, mit denen Otto Normalbürger wohl am häufigsten zu tun hat, finden sich im unteren Bereich. Mit 208'181 Franken verdienen sie zwar noch leicht mehr als der Mittelwert von 203'158 Franken, jedoch gibt es einen grossen Abstand zur Spitze.

Ganz hinten fanden sich die Psychiater und Psychotherapeuten mit rund 159'000 Franken. Wer in diesem Bereich mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, verdient noch weniger.

Hausarztmangel droht

Die Zahlen wurden 2019 erhoben, an der Tendenz dürfte sich aber wenig geändert haben. Wer Hausarzt statt Spezialist wird, muss wohl auch auf Geld verzichten. Gleichzeitig verschärft sich der Hausarztmangel, wie eine repräsentative Studie des universitären Zentrums für Hausarztmedizin der Universität Basel vom vergangenen Oktober zeigt: Bis 2030 müsse fast ein Viertel der Hausärzte ersetzt werden. Schon heute arbeiten 13 Prozent über das Pensionsalter hinaus.

«Es ist richtig, dass sich in der Haus- und Kinderarztmedizin im Vergleich zu anderen Fachrichtungen deutlich weniger verdienen lässt», schreibt der Verband der Haus- und Kinderärzte. Dies sei eine wichtige Ursache des Fachkräftemangels.

Ein Teil der Unterschiede erklärt der Verband damit, dass in der ärztlichen Grundversorgung keine Möglichkeit besteht, «Leistungen ausserhalb der obligatorischen Krankenversicherung abzurechnen». Auch das Tarifsystem benachteilige die Hausärzte, da diese vorallem sprechen und beraten würden. «Die Berechnungsgrundlagen dieser Tarife sind nicht korrekt und müssen dringend überarbeitet werden, sonst bleiben einkommensrelevante Unwuchten zulasten der Haus- und Kinderärztinnen, aber auch zum Beispiel der Psychiaterinnen, bestehen.»

Eine Aufwertung der Tarife für die Haus- und Kinderärzte sei «absolut zwingend, und zwar allein deshalb, weil viele Praxen wirtschaftlich am Limit laufen», so der Verband. «Die Tatsache, dass sich seit vielen Jahrzehnten mit einer anderen Spezialisierung und anderen Karrierewegen mehr verdienen lässt als mit Hausarztmedizin, ist sicher ein wichtiger Faktor.» Gleichzeitig würden sich aber auch mehr junge Medizinstudierende für die Hausarztmedizin interessieren als vor einigen Jahren. Jetzt brauche es gute Perspektiven, wozu auch Arbeitsbedingungen und weniger Bürokratie gehören. 

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