Leser zu Arztsalären
«Die Mediziner sind definitiv nicht die Ursache des Übels!»

Eine Recherche von Blick legt offen, dass Chefärzte bis zu einer Million Franken im Jahr verdienen können. Dies, obwohl das Gesundheitssystem unter enormem finanziellem Druck steht. Die hohen Summen sorgen in der Politik und auch in unserer Community für Aufregung.
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Im Universitätsspital Zürich können Spitzenärzte Spitzenlöhne verdienen (Symbolbild).
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • In 20 Spitälern wurden bei Kaderärzten Gehälter von Hunderttausenden Franken offengelegt
  • Chefärzte in der Schweiz verdienen jährlich teils mehr als Bundesräte
  • Politik und Leserschaft sind geteilter Meinung über die hohen Löhne
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Alessandro KälinRedaktor Community

Während das Schweizer Gesundheitssystem blutet, verdienen sich Chefärzte eine goldene Nase. Aufgrund der stetig steigenden Krankenkassenprämien und der roten Zahlen in den Spitälern hat Blick die Löhne der Chefärzte in knapp 20 öffentlichen Spitälern unter die Lupe genommen. Die Recherche zeigt: Nicht wenige Chefärzte verdienen Hunderttausende von Franken pro Jahr. Nicht selten liegen die Beträge über den Salären unserer Bundesräte (478'166 Franken).

Diese hohen Zahlen spalten die Politik. Bürgerliche Politiker wie Ständeräte Damian Müller (41, FDP) und Hannes Germann (69, SVP) geben der Ärzteschaft Rückendeckung. Sie erinnern an die enormen Leistungen und die Verantwortung der Chefärzte. SP-Nationalrätin Sarah Wyss (37) kann hingegen nicht nachvollziehen, dass einzelne Personen solche Beträge verdienen. Sie fordert eine faire Verteilung der Löhne im Gesundheitswesen. Auch in unserer Leserschaft herrscht Uneinigkeit.

«Ärzte leisten wenigstens Dinge, die der Menschheit etwas bringen»

Ein grosser Anteil der Community verteidigt die hohen Gehälter der Chefärzte. Pascale Huber fragt etwa: «Was darf dann ein Chefarzt, der fähig ist, eine Lunge zu transplantieren oder einen angeborenen Herzfehler bei einem Säugling zu korrigieren, genau verdienen?» Margrit Pfister unterstreicht: «Solche Menschen haben mir zwei Mal das Leben gerettet. Da zweifelt man nicht mehr an den hohen Löhnen und ist nur noch dankbar.»

Don Rindlisbacher hebt zudem hervor: «Ärzte verdienen viel, tragen aber enorme Verantwortung für Menschenleben, arbeiten nachts und an Wochenenden.» Iwan Guler stimmt zu: «Immerhin leisten sie etwas. Wenn man dann noch bedenkt, dass sie während Jahren kaum etwas verdienen, sehr lange Tage arbeiten und viel Verantwortung tragen, relativiert sich der Lohn.»

Walter Zimmermann kommentiert ebenso verteidigend: «Im Gegensatz zu den Löhnen bei Beamten, Bankern und Versicherern stört mich das weniger. Ärzte leisten wenigstens Dinge, die der Menschheit etwas bringen.» So auch Andre Andersen: «Solange der CEO einer Krankenkasse eine Million heimträgt, ist das für einen Chefarzt, der Leben rettet, durchaus akzeptabel. Die Mediziner sind definitiv nicht die Ursache des Übels!»

«Solche Gehälter sind nicht tragbar»

Für andere Leserinnen und Leser sind die Taschen der Ärzteschaft hingegen klar zu voll. Max Ikso findet: «Es kann doch nicht sein, dass die meisten Ärzte auf unsere Kosten in Luxusvillen leben.» Auch für Domenic Kunz ist klar: «Die Politik muss handeln! Solche Gehälter sind nicht tragbar.»

Reto Monte sieht es ähnlich: «Ärzte haben Verantwortung, das mag sein. Aber rechtfertigt das einen solchen Monatslohn? In anderen Berufen trägt man auch viel Verantwortung.»

Hans-Ulrich Burri fordert, die Löhne im Gesundheitswesen schweizweit zu deckeln: «Über 500'000 im öffentlichen Dienst geht einfach nicht.» Martin Jeitziner kritisiert zudem: «Dieser Verteilkampf innerhalb der Ärzteschaft muss aufhören und das Geld breiter verteilt werden. Das Gesundheitswesen ist zu einem Selbstbedienungsladen verkommen.»

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