Für 36 Millionen Dollar!
So fett baut Trump seine Botschaft in Bern um

Die USA lassen sich den Umbau ihrer Berner Botschaft 36 Millionen Dollar kosten – und verwechseln in einer Datenbank die Schweiz mit der Slowakei.
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Die US-Botschaft in Bern.
Foto: Sven Altermatt

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • US-Botschaft Bern wird für 36 Millionen US-Dollar umgebaut
  • Fehlerhafte Datenbank: Bauprojekt fälschlich der Slowakei zugeordnet
  • Berner Polizei meldet erhöhte Belastung durch Botschaftsschutz seit September 2025
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Céline ZahnoRedaktorin Politik

Seit letztem Herbst tourt Donald Trumps (79) neue Botschafterin Callista Gingrich (59) durch die Schweiz. Zusammen mit ihrem Mann Newt besucht sie etwa eine Käserei im Emmental, spaziert entlang des Lago di Lugano oder lässt sich von Magdalena Martullo-Blocher (56) die Ems-Chemie zeigen. Newt lässt sich währenddessen meistens im gemusterten Strickpulli ablichten.

Den Grossteil der Zeit dürften die Gingrichs aber in der Schaltzentrale in Bern verbringen. Und dort stehen bald bedeutende Veränderungen an: Die Botschaft wird nämlich umgebaut. Die Nachricht versetzte die Nachbarschaft bereits vergangenes Jahr in Alarmbereitschaft – nun ist auch bekannt, um wie viel Geld es beim Umbau geht. Satte 36 Millionen US-Dollar will die Trump-Administration in die Botschaft investieren! Diese Zahl geht aus einer öffentlichen Datenbank hervor, die Blick ausgewertet hat. 

Neuer Zaun und erweiterter Wachposten

Auf dem Gelände soll ein Zugangspavillon entstehen, die bestehende Aussenbeleuchtung und technische Sicherheitselemente werden ersetzt und die Umzäunung verbessert. Auch der Wachposten an der Strasse soll gemäss dem Baugesuch erweitert werden. 

Die Nachbarschaft war über die Pläne teils wenig erfreut. Eine Anwohnerin hat letzten Frühling eine gepfefferte Mail an die US-Botschaft geschrieben. Einsprachen sind schliesslich aber keine eingegangen, wie die Stadt Bern auf Anfrage schreibt. Im August 2025 konnte das Baugesuch für die US-Botschaft an der Sulgeneckstrasse 19 in Bern bewilligt werden.

Der Baubeginn wäre auf Anfang 2026 angesetzt gewesen, die Arbeiten haben bisher aber noch nicht begonnen. Auf Anfrage von Blick kommentiert die US-Botschaft weder Fragen nach dem Baubeginn noch zu den Kosten. Es heisst lediglich: «Das Projekt befindet sich derzeit in der Planungsphase.»

Slowakei statt Schweiz

Für die Bauarbeiten setzen die Amerikaner auf eigene Leute. Der Auftrag wurde an die Firma Futron Inc. vergeben, mit Sitz im US-Bundesstaat Virginia. 

Wohin die Arbeiter zu schicken sind, darüber herrscht bei den US-Beamten aber offenbar Verwirrung. Beim Eintragen des Bauprojekts in der Datenbank scheint ein Fehler unterlaufen zu sein. Als Ausführungsland für die Arbeiten an der US-Botschaft in Bern wird «Slowakei» aufgeführt. Woher die Verwechslung kommt, will das zuständige Departement nicht beantworten. Eine entsprechende Anfrage beim Weissen Haus blieb unbeantwortet.

Berner Polizei «stark gefordert»

Generell nehmen die Sicherheitsmassnahmen für die diplomatischen Vertretungen in der Schweiz zu. Internationale Verträge verpflichten Bund und Kantone, die Botschaften zu schützen. Russlands Grossangriff auf die Ukraine und der Nahostkonflikt haben das Schutzbedürfnis zahlreicher Vertretungen erhöht. Das fordert die Sicherheitskräfte heraus. Die Kantonspolizei Bern schrieb letzten September, der Botschaftsschutz sei in den vergangenen Jahren stetig stärker beansprucht worden – man sei «stark ausgelastet».

Im Fokus stehen etwa die Botschaften Russlands und der Ukraine sowie jene von Israel und von arabischen Staaten. Vor der iranischen Botschaft kam es in den letzten Monaten ebenfalls mehrfach zu Kundgebungen.

Aber auch die US-Botschaft gilt traditionell als stark geschützt. «Man kann wohl ohne Übertreibung sagen, dass sie besser bewacht ist als das Bundeshaus», sagte ein Polizist zu Blick.

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