Darum gehts
- Schweiz verzeichnete im Januar 2026 ein weiteres Handelsdefizit mit den USA von 1,4 Milliarden
- Besonders Gold-Ausfuhren trugen dazu bei
- Schweizer Gesamtexporte in die USA betrugen im Januar 3,3 Milliarden Franken
US-Präsident Donald Trump (79) dürfte sich auf die Schulter klopfen, dass sein Druck offenbar Wirkung zeigt: Nach dem Handelsüberschuss im Vormonat hat die Schweiz im Aussenhandel mit den USA im Januar wieder ein Defizit eingefahren.
Konkret betrugen die Schweizer Exporte in die USA im Januar inklusive Gold 3,3 Milliarden Franken. Dies geht aus den neuen Zahlen des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) hervor. Das entspricht einem Minus von rund 20 Prozent.
Gleichzeitig stiegen die Importe von US-Gütern in die Schweiz um knapp die Hälfte auf insgesamt 4,7 Milliarden Franken. Damit betrug das Handelsdefizit der Schweiz im Januar 1,4 Milliarden Franken. Im Monat davor hatte sie noch einen Überschuss im Warenverkehr von 0,9 Milliarden Franken erwirtschaftet. Die Schweiz hat also seit Trumps Zollhammer im August mit Ausnahme von Dezember immer Handelsdefizite eingefahren.
Grund dafür ist der stark schwankende Handel mit Gold, Edelsteinen, Schmuck, Kunstgegenständen und Antiquitäten. Während im Januar diese Exporte in die USA um über die Hälfte gegenüber dem Vormonat fielen, stiegen die Importe in die Schweiz ebenfalls um mehr als die Hälfte, wie aus den Zahlen des BAZG hervorgeht.
Ohne Gold ein satter Überschuss
Wenn man den Goldhandel ausklammert, sieht die Lage ganz anders aus: Dann hat die Schweiz Waren im Wert von 2,8 Milliarden in die USA transportiert, während sich die Importe auf 1,4 Milliarden beliefen.
Damit betrug der Handelsüberschuss 1,4 Milliarden Franken. Das sind allerdings gut 30 Prozent weniger als im Dezember. Denn während die Exporte in die USA um 9 Prozent sanken, schossen die Importe aus den USA um über ein Drittel nach oben.
Mit 1,4 Milliarden Franken sind die Importe aus Amerika auf dem höchsten Stand seit März 2025, während die Exporte in die USA mit 2,8 Milliarden so tief sind wie seit vergangenem August nicht mehr.
Gesamtausfuhren legen wieder zu
Insgesamt haben sich die Schweizer Exporte mit allen Handelspartnern rund um die Welt im Januar wieder erholt nach dem Knick im Dezember. So kletterten die Ausfuhren saisonbereinigt nominal um 2,3 Prozent auf 23,0 Milliarden Franken. Im Dezember hatte es noch ein Minus von 4,4 Prozent gegeben. Insgesamt setzte sich die seit Mai 2025 registrierte Seitwärtsentwicklung fort, kommentierte das BAZG die Entwicklung.
Die gesamten Importe sanken derweil im Januar um 0,9 Prozent auf 19,4 Milliarden Franken. Einfuhrseitig war es das dritte Minus in Folge, wie das BAZG feststellte. Der Exportüberschuss in der Handelsbilanz erreichte 3,6 Milliarden Franken und lag somit um 0,6 Milliarden höher als im Vormonat.
Bei den Exporten leisteten die chemischen und pharmazeutischen Erzeugnisse mit einem Plus von 4,9 Prozent den höchsten Wachstumsbeitrag. Die Sparte hatte im Vormonat allerdings einen deutlichen Rückgang hinnehmen müssen. Auf der Plusseite standen ausserdem die Warengruppen Maschinen, Elektronik und Apparate sowie Metalle und Metallerzeugnisse.
Uhrenexporte schrumpfen weiter
Dagegen mussten die Uhrenexporte erneut Federn lassen. Zwar konnte die Branche mit 1,1 Millionen Stück 2 Prozent mehr Uhren verkaufen. Die Einnahmen aus den Exporten der Uhrenindustrie schrumpften allerdings um 3,6 Prozent auf 1,9 Milliarden Franken.
Schuld am Taucher sind die Luxusuhren, die über 3000 Franken kosten. Hier knickten die Exporte um 8,1 Prozent ein. Besonders traf es die Edelmetalluhren mit einem Minus von 14 Prozent. Die Uhren mit einem Preis von unter 3000 Franken konnten dagegen zulegen.
Die Branche hat eine lange Durststrecke durchzustehen. Nachdem 2023 noch ein Rekordjahr war, brachen die Uhrenexporte in 2024 allen voran in den wichtigen Märkten China und Hongkong ein. Auch 2025 waren die Ausfuhren insgesamt leicht rückläufig, weil auch das Zugpferd USA weggefallen war.