Ferkelexport nach Deutschland
Schweizer Tierschützer erstatten Strafanzeige gegen Suisseporcs

In der Schweiz werden massiv zu viele Schweine produziert. Tierschutzorganisationen kritisieren den Export nach Deutschland. Sie sprechen von Tierquälerei. Der Verband wehrt sich.
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Viel zu viele Schweine: 5000 Ferkel sollen in der Schweiz jede Woche zu viel geboren werden.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweineüberproduktion: Wochenweise 900 Ferkel ins Ausland transportiert
  • Tierschützer kritisieren Tierleid und fordern Lösungen im Inland
  • 22'600 Ferkelexporte von Juni bis November 2026 geplant
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Simone SteinerBundeshausredaktorin

In der Schweiz gibt es viel zu viele Schweine. Wegen der massiven Überproduktion sollen jede Woche rund 900 Ferkel in einem zehnstündigen Transport zu einem Schlachthof bei Stuttgart gebracht werden. Die Organisation Tier im Fokus (TIF) hat eine Strafanzeige wegen mehrfacher Tierquälerei gegen die Verantwortlichen des Verbands Suisseporcs eingereicht. 

Das Problem ist nicht neu: Bereits seit einem Jahr produziert die Branche mehr Tiere, als der Markt aufnehmen kann. Laut einem internen Papier von Suisseporcs, das SRF vorliegt, sollen von Anfang Juni bis voraussichtlich Ende November 22'600 Tiere nach Deutschland exportiert werden.

Angst und Stress für Ferkel

TIF kritisiert dieses Vorgehen scharf. «Die Branche karrt Tausende Ferkel ins Ausland, um eine selbstverschuldete Überproduktion zu korrigieren», sagt Mediensprecher Tobias Sennhauser. Die Ferkel bezahlten mit Angst und Stress für die Fehler der Branche. Das gehe nicht: Das Bundesgericht habe festgehalten, dass rein betriebswirtschaftliche Interessen eine Missachtung der Tierwürde nicht rechtfertigen würden.

Gleichzeitig betont die Tierorganisation, dass eine Lösung im Inland existiere. Sie beruft sich dabei auf den SRF-Bericht, wonach der Betreiber des Schlachthofs Zürich erklärte, sein Betrieb hätte genügend Kapazität für die Schlachtung der Tiere. Er sei jedoch nicht angefragt worden.

Suisseporcs widerspricht

Stefan Müller, Geschäftsführer von Suisseporcs, wehrt sich gegen diese Vorwürfe. Dass der Schlachthof Zürich Kapazitäten gehabt hätte, bezeichnet er als «Fehlinformation». Suisseporcs habe alle möglichen Schweizer Lösungen abgeklärt und ausgeschöpft. Es würden nur die Tiere nach Deutschland gebracht, die nicht in der Schweiz geschlachtet werden könnten.

Mehr will Müller zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. «Wir äussern uns, wenn die Gerichtsdokumente bei uns auf dem Tisch liegen», sagt er.

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