Darum gehts
- Schweiz exportiert Tausende Ferkel nach Deutschland wegen Überangebot an Schweinefleisch
- Wöchentlich rund 5000 überschüssige Schweine, 22'000 Tiere bis November betroffen
- Transportzeit bis 10 Stunden, um Überfüllung und Preisverfall zu verhindern
Diese Ferkel haben kein Schwein gehabt: Wegen eines Überangebots an Schweizer Schweinen werden Tausende Ferkel nach Deutschland exportiert. Das heisst: Anstatt auf einem Schweizer Bauernhof gemästet und dann hierzulande als Schweizer Schweinefleisch geschlachtet zu werden, verbringen die Tiere bis zu 10 Stunden im Transporter auf dem Weg nach Süddeutschland.
Der Grund: Die Schweiz hat zu viel Schweinefleisch, wöchentlich kommen rund 5000 Schweine zu viel auf den Markt. Damit die Ställe nicht aus allen Nähten platzen – und der Preis für das Kilo Schweinefleisch nicht noch weiter sinkt – hat sich Schweizer Züchterverband Suisseporcs zu einer dramatischen Notmassnahme entschlossen: Seit Anfang Juni werden wöchentlich über 900 Schweine zu einem Spanferkel-Schlachthof in der Nähe von Stuttgart transportiert und dort geschlachtet, wie SRF berichtet.
Symptombekämpfung
Nur: Das ist erst der Anfang, die Massnahme soll möglicherweise bis Ende November andauern, wie in einem internen Papier von Suisseporcs steht. Das heisst: Über 22'000 Ferkel könnten in Deutschland notgeschlachtet werden. Damit soll eine Situation wie 2022 verhindert werden. Damals waren die Ställe überbelegt, die Schlachthöfe kamen mit Schlachten nicht nach. Die Folge: zu dicke Schweine und zu wenig Platz. Der Tierschutz konnte nicht mehr gewährleistet werden.
Doch die Notschlachtungen sind nur Symptombekämpfung: Es hat in der Schweiz zu viele Schweine und der Appetit auf deren Fleisch ist bei Konsumenten gezügelt. Deshalb soll nun ein runder Tisch darüber befinden, wie die Schweineschwemme in der Schweiz reduziert werden kann.