Darum gehts
- Schweizer Bauern kämpfen mit Überproduktion: zu viel Milch und Schweinefleisch
- Lidl senkt Preise für 26 Schweinefleischprodukte um bis zu 17 Prozent
- 2025 wurden 3,7 Milliarden Kilogramm Milch produziert, 10 Prozent mehr als 2024
Die Schweizer Milchbauern haben grad ein Problem: Ihre Kühe geben zu viel Milch. So viel, dass Molkereien sie kaum mehr verarbeiten können. Laut Branchenorganisation Milch wurden zuletzt rund 10 Prozent mehr Milch geliefert als im Vorjahr – insgesamt 3,7 Milliarden Kilogramm. Das ist schlecht für die Bauern. Denn: Sie bekommen seit Anfang Februar 4 Rappen weniger pro Kilo Milch, das sie abliefern. Die Konsumenten freuts: Milch, Butter und Käse werden günstiger.
Ähnlich präsentiert sich die Lage bei den Schweinebauern. Ihre Ställe sind voll, sie halten zu viele Schweine. Der Verband Proviande spricht etwas technisch von einer «Überproduktion von Schlachtschweinen». Und davon, dass die «angestrebte Zielmenge von 44'000 Tieren pro Woche zunehmend überschritten» wird. Als Gründe nennt die Branchenorganisation eine zunehmende Professionalisierung und Fortschritte in der Produktion.
Lidl senkt die Preise von 26 Artikeln
Die Branche greift jetzt zu drastischen Massnahmen, lanciert ein Notfallkonzept: Ab dem 16. Februar werden den Schweinehaltern 20 Rappen pro Kilo Schlachtgewicht abgezogen. Das Geld fliesst in einen Fonds, um das Überangebot – im Fachjargon Schweinestau genannt – im Sommer und Herbst 2026 zu reduzieren. Zwei Drittel der Kosten tragen die Züchter selbst. Parallel dazu werden Exportmöglichkeiten geprüft. Zudem steht eine freiwillige Stilllegung von Zuchtschweineplätzen im Raum.
Während die Produzenten zur Kasse gebeten werden, reagiert der Detailhandel. Als erster Schweizer Detailhändler senkt Lidl per sofort dauerhaft die Preise von 26 Artikeln aus dem Schweinefleisch-Sortiment – und zwar um bis zu 17 Prozent. Ziel sei es, «den Absatz von Schweizer Schweinefleisch gezielt zu fördern», heisst es bei Lidl.
| Produkt | Preis alt | Preis neu |
| Cotto (200 g) | 2.65 Fr. | 2.29 Fr. |
| Cervelat (5 x 100 g) | 3.95 Fr. | 3.79 Fr. |
| Hot Dog (400 g) | 2.69 Fr. | 2.49 Fr. |
| Bratspeck geschnitten (200 g) | 3.99 Fr. | 3.79 Fr. |
| Schweinefilet (pro kg) | 32.90 Fr. | 29.90 Fr. |
| Schweinskoteletts mager (500 g) | 8.99 Fr. | 8.49 Fr. |
Lidl-Schweiz-CEO Nicholas Pennanen (40) sagt: «Bereits heute stammt über 95 Prozent unseres frischen Schweinefleisches aus der Schweiz. Mit diesen Preissenkungen leisten wir einen Beitrag zur Entlastung des Marktes.»
Lidl legt vor mit tieferen Preisen für Schweinefleisch. Die Konkurrenz dürfte in Bälde nachziehen. Das war schon bei Milch, Butter und Käse so.