Darum gehts
- Schweizer Bauern kämpfen mit Milchschwemme und sinkenden Preisen seit Januar 2026
- Lidl senkt Preise von rund 30 Milchartikeln um bis zu 7 Prozent
- 3,7 Milliarden Kilogramm Milch produziert, 10 Prozent mehr als 2025
Die Schweizer Milchbauern haben grad ein spezielles Problem: Ihre Kühe geben zu viel Milch. So viel, dass Molkereien sie kaum mehr verarbeiten können. Tanklastwagen stehen Schlange vor den Fabriken, einzelne Betriebe nehmen vorübergehend keine zusätzliche Milch mehr an. Laut Branchenorganisation Milch wurden zuletzt rund 10 Prozent mehr Milch geliefert als im Vorjahr – insgesamt 3,7 Milliarden Kilogramm. Das ist schlecht für die Bauern. Denn: Sie bekommen ab Februar 4 Rappen weniger pro Kilo Milch, das sie abliefern.
Der Milchpreis ist auf den tiefsten Stand seit Jahren gefallen. Grund für die schweizweite Milchschwemme ist die Qualität des Futters. Nach dem guten Sommer 2025 ist dieses nun besser als sonst. Die Branche reagiert, will ein Wegschütten von überschüssiger Milch verhindern. Und versucht, mehr Butter und Milchpulver herzustellen. Oder Exporte in den Nahen Osten anzukurbeln. Das reicht aber nicht. Die Milchbranche fordert den Detailhandel zur Mithilfe auf.
Bis zu 7 Prozent günstiger
Jetzt prescht Lidl vor. Und senkt die Preise seiner Milchprodukte. «Wenn die Rohstoffpreise sinken, geben wir diese Entlastung an unsere Kundschaft weiter», sagt ein Sprecher zu Blick. «Wir haben deshalb bereits reagiert und die Preise von rund 30 Artikeln um bis zu sieben Prozent gesenkt – und zwar noch vor dem offiziellen Stichtag.» Bauern erhalten ab dem 1. Februar weniger für ihre Milch.
Hier vier konkrete Beispiele der Preissenkungen:
| Produkt | Preis alt | Preis neu |
| Naturjoghurt 1,5 % 500g | 0.85 Fr. | 0.79 Fr. |
| Kochbutter 250g | 3.49 Fr. | 3.39 Fr. |
| Vollrahm UHT 500ml | 3.49 Fr. | 3.39 Fr. |
| Vollmilch 3.5% 1l | 1.59 Fr. | 1.55 Fr. |
| Schweizer Mozzarella 280g | 1.49 Fr. | 1.45 Fr. |
| Hüttenkäse 250g | 1.39 Fr. | 1.35 Fr. |
Lidl nehme die aktuelle Situation am Milchmarkt sowie die Anliegen der Branchenorganisation Milch «sehr ernst», heisst es weiter. Der Sprecher fügt an: «Um die heimische Landwirtschaft in der aktuellen Lage zusätzlich zu unterstützen, fördern wir den Absatz Schweizer Produkte gezielt durch kurzfristige Aktionen.»
Die Konkurrenz prüft noch
Was macht die Konkurrenz? «Wir werden ebenfalls bei diversen Milchprodukten Preissenkungen durchführen», heisst es bei Aldi. Man wolle die Milchwirtschaft unterstützen, indem man den Absatz von Milchprodukten fördere. Wann genau die Preise sinken, verrät Aldi nicht. Auch Denner prüft die Situation noch. Und plant «zahlreiche Preissenkungen», wie ein Sprecher zu Blick sagt. Ins Detail mag er aber noch nicht gehen.
Die Migros «investiert in gezielte Aktionen in den Filialen, um den Absatz von Schweizer Milchprodukten weiter zu stärken», wie ein Sprecher sagt. Man gebe die Senkungen bei den Milchpreisen an die Kundschaft weiter. Und zwar «artikelgenau». Heisst: Die Höhe der Preisanpassung richtet sich nach dem Milchanteil des jeweiligen Produkts – je höher der Milchanteil, desto grösser fällt die Preissenkung aus.
Ähnlich geht auch Coop vor. Es sind Preissenkungen in verschiedenen Segmenten vorgesehen, so etwa bei Milch, Rahm, Butter, Joghurt und Käse. «Wir haben unsere Aktionen bereits im Januar verstärkt, bei Milch und Käse, aber auch bei Butter und Rahm», sagt ein Sprecher.
Die Preise vom Zmorge-Joghurt oder dem Käse für den Raclette-Plausch dürften also bald auf breiter Front sinken.