FBI-Spur in den Kanton Aargau
So werden Schweizer Spenden zur Terrorfinanzierung

Ein Mann in Kanada sammelte Gelder für den Islamischen Staat (IS). Zu den Spendern gehören auch ein Mann aus dem Aargau und der Attentäter des Christopher Street Day.
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Am 25. Juli fuhr ein Mann in Berlin mit einem Auto in eine Menschenmenge.
Foto: Imago/Darius Simka

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ein Syrer in Kanada sammelte Spenden für den Islamischen Staat (IS)
  • Ein Schweizer überwies 569 US-Dollar und plante einen Messeranschlag für den IS
  • Europol: Terrorgruppen nutzen Spenden und Crowdfunding zur Finanzierung
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Simone SteinerBundeshausredaktorin

Ein 24-jähriger Syrer sammelt auf Tiktok Spenden für ein hungerndes Kind. Auf Telegram startete er einen Aufruf für eine dringende Bauchoperation. Tatsächlich geht das Geld aber nicht an Bedürftige, sondern an die Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Das geht aus Dokumenten der US-Bundespolizei FBI hervor, die SRF vorliegen.

Der in Kanada ansässige Syrer sammelte aber nicht nur auf Social Media Geld für den IS. Er erhielt auch mehrere Paypal-Transaktionen von IS-Anhängern. Einige von ihnen haben Terroranschläge geplant. Das FBI vermutet, dass es sich um ein weltweites Finanzierungsnetz handelt.

Zu den Spendern gehört der Attentäter des Christopher Street Day (CSD). Der 21-jährige Mann fuhr am 25. Juli in Berlin mit einem Auto in eine Menschenmenge. Dabei tötete er eine Frau und verletzte 31 Menschen. Er überwies dem Syrer in Kanada am 25. März 2025 30 US-Dollar.

Verbindungen in die Schweiz

Geld erhielt der Spendensammler in Kanada aber auch aus der Schweiz – genauer gesagt aus dem Kanton Aargau. Ein 19-jähriger schweizerisch-türkischer Doppelbürger soll zwischen Januar und März 2025 sechs Paypal-Transaktionen getätigt haben. Insgesamt überwies er 569 US-Dollar.

Weil der Mann einen Messeranschlag im Namen des IS plante, stand er letzte Woche vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona. Das Gericht verurteilte ihn deswegen wegen Vorbereitungshandlungen zu Mord, Unterstützung einer terroristischen Organisation sowie Verbreitung von Propaganda.

Bezüglich Terrorfinanzierung wurde der Beschuldigte aber freigesprochen. Für die Bundesanwaltschaft war klar, dass es sich um die finanzielle Unterstützung einer Terrororganisation gehandelt hat. Laut dem Gericht konnte aber nicht bewiesen werden, dass der Mann mit den Zahlungen bewusst den IS habe unterstützen wollen.

Terror durch Spenden finanziert

Die Bundesanwaltschaft schreibt auf Anfrage von SRF, dass es immer häufiger zu mutmasslicher Terrorfinanzierung durch Spenden komme. Dabei handle es sich sowohl um Kleinstbeträge als auch um grössere Summen.

Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch das Europäische Polizeiamt Europol. Neben Betrugsmaschen oder Geldern aus dem Drogenhandel würden sich dschihadistische Organisationen über Spenden und Crowdfunding finanzieren. Sammlungen unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe würden etwa innerhalb der muslimischen Gemeinschaft durchgeführt.

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