Darum gehts
- Patrick Fischer fälschte 2022 sein Impfzertifikat für Olympia in Peking
- Die Staatsanwaltschaft Luzern verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 38'910 Franken
- Daniel Koch kann Fischers Vorgehen ein Stück weit nachvollziehen, sagt er gegenüber Blick
Während der Corona-Pandemie waren Impfzertifikate ein riesiges Thema – und etwa nötig für Restaurant- oder Veranstaltungsbesuche. Nun hat der Eishockey-Nati-Trainer Patrick Fischer (50) zugegeben, 2022 sein Impfzertifikat gefälscht zu haben, um sein Team an der Olympiade in Peking betreuen zu können.
Daniel Koch (71), ehemaliger Leiter der Abteilung «Übertragbare Krankheiten» beim Bundesamt für Gesundheit, kann das «ein Stück weit nachvollziehen», wie er gegenüber Blick sagt. Wer sich damals nicht impfen lassen wollte, aber in ein Land mit Impfpflicht reisen musste, sei «in ein Dilemma reingelaufen».
Genau in dieser Situation befand sich 2022 auch Fischer. Er wollte sich nicht impfen lassen, gleichzeitig aber auch seine Mannschaft in China betreuen. Das Problem: China hatte für die Olympischen Winterspiele eine Impfpflicht verhängt. Fischer entschied sich dazu, mit einem gefälschten Zertifikat einzureisen.
China «extrem übergriffig»
«Covid war zur Zeit der Winterolympiade für die meisten Orte der Welt nicht mehr wirklich ein richtiges Problem», sagt Koch. China sei mit seinen Massnahmen immer «extrem übergriffig» gewesen.
Das Land habe sehr lange an seiner Null-Covid-Strategie festgehalten. «Man hat schon damals gewusst, dass das Unsinn ist», erklärt Koch. Auf der anderen Seite müsse man aber auch sagen, dass Fischer ganz klar Urkundenfälschung begangen habe. «Punkt. Schluss. Das ist nicht nachvollziehbar», so Koch.
Auf die Frage, wie schwierig es damals gewesen sei, an ein gefälschtes Zertifikat zu kommen, hat der ehemalige Mister Corona keine klare Antwort. Aber er nehme an, «dass das nicht so schwierig war». Man geht davon aus, dass Fischer sein Zertifikat über Telegram erworben hat.
Verband hält an Fischer fest
Ganz allgemein könne man aber sagen, dass es immer besser sei, «zu seinen Fehlern zu stehen, anstatt sie unter den Teppich zu kehren», sagt Koch. Ganz freiwillig hat dies Fischer aber nicht gemacht – SRF konfrontierte ihn mit dem Vorwurf. Bereits zuvor wurde er von der Staatsanwaltschaft Luzern zu einer unbedingten Geldstrafe von über 38'910 Franken verurteilt. Der Strafbefehl lag SRF vor.
Ständerätin Andrea Gmür ist Präsidentin der Parlamentarischen Gruppe Sport. Auf Anfrage sagt die Luzerner Mitte-Politikerin: «Herr Fischer wurde verurteilt und gebüsst. Seinen Fehler hat er eingesehen und sich dafür mehrfach entschuldigt. Mehr gibt es von meiner Seite dazu nicht zu sagen.» Alleine ist sie mit dieser Haltung nicht. Mehrere Parlamentarier äussern sie gegenüber Blick.
Kritik auch von Impfkritikern
Sogar von impfkritischer Seite kommt Kritik. Massnahmen-Gegner Nicolas A. Rimoldi schreibt auf X: «Für meine Überzeugungen habe ich alles geopfert: Zeit, Einkommen, berufliche Karriere. Hätte ich aber wie Patrick Fischer geschwiegen, hätte ich heute ein angenehmesLeben.» Sein
Trotz des Vorfalls wird Patrick Fischer die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft an der Eishockey-WM in Zürich und Freiburg – die bereits am 15. Mai beginnt – betreuen. Danach wird er abtreten – das war schon vor seinem Geständnis beschlossene Sache.
