Denkzettel in Küsnacht ZH
Gericht stoppt Sanierung von beliebtem Ausflugsrestaurant

Die Gemeinde Küsnacht ZH will ein beliebtes Restaurant sanieren. Doch jetzt macht ihr ein Gericht einen Strich durch die Rechnung. Die Begründung ist skurril.
Kommentieren
1/4
Die Krone Forch in Küsnacht soll saniert werden.
Foto: www.kuesnacht.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Zürcher Verwaltungsgericht stoppt Sanierung der Krone Forch in Küsnacht ZH
  • Restaurant gilt als Verwaltungsvermögen, Entscheidung der Gemeindeversammlung unrechtmässig
  • Geplante Sanierungskosten: 7,2 Millionen Fr., Abstimmung an Urne nun notwendig
RMS_Portrait_AUTOR_401.JPG
Tobias BruggmannRedaktor Politik

Bei der Krone Forch, dem beliebten Ausflugsrestaurant in Küsnacht ZH, dürfen Handwerker vorerst nur zu Abend essen. Die geplanten Sanierungen hat das Zürcher Verwaltungsgericht gestoppt. Dies berichtet die «NZZ».

Eigentlich hatte die Gemeindeversammlung 2025 einen Kredit über 7,2 Millionen Franken für die Sanierung gutgeheissen. Mit dem Geld soll unter anderem der Gastraum neu gestaltet werden oder Hotelzimmer eingebaut werden, wie ein Projektbericht verrät. 

Doch vorerst wird daraus nichts. Nach der Versammlung klagte der alt Kantonsrat Hans-Peter Amrein (67). Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich entschied nun: Die Küsnachter Gemeindeversammlung hätte gar nicht darüber entscheiden dürfen. Dagegen hatte Amrein zwar nicht geklagt, aber gleichwohl sein Ziel erreicht.

Urne muss entscheiden

Die Zürcher Gemeinden unterscheiden zwischen dem Verwaltungsvermögen und dem Finanzvermögen. Das Verwaltungsvermögen sind Gebäude, die es unbedingt braucht, damit die Gemeinde funktioniert. Ein Beispiel sind Schulhäuser. Gehört ein Gebäude dazu, muss in Küsnacht an der Urne abgestimmt werden, wenn es um mehr als fünf Millionen Franken geht. Beim Finanzvermögen – also Geldanlagen wie Wohnhäuser – darf die Bürgerversammlung entscheiden.

Die Gemeinde ging davon aus, dass es sich um Finanzvermögen handelt. Doch das Gericht sah das anders. Der Gemeinderat selbst habe geschrieben, dass das Restaurant «eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe» erfülle, wie die Zeitung schreibt. Die Rendite sei zudem negativ, somit ist es kein Anlageobjekt. Bedeutet: Die Krone Forch steht jetzt auf der gleichen Stufe wie ein Schulhaus. Die Gemeinde kann das Urteil aber noch weiterziehen. Macht sie das nicht, muss das ganze Stimmvolk entscheiden – oder die Sanierung ganz gestoppt werden.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen