«Das ist traurig»
So reagiert der «Chuck Norris aus der Schweiz»

Adrian Leuthard ist SP-Politiker im Kanton Freiburg. Irgendwann erhielt er wegen seines Jobs als Elitepolizist und wegen seiner Sportlichkeit den Übernamen «Chuck Norris der Schweiz». Mit dem Tod des US-Schauspielers verliert er auch einen Filmhelden seiner Kindheit.
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Der Schweizer Adrian Leuthard wird immer mal wieder als «Chuck Norris aus dem Freiburger Oberland» bezeichnet.
Foto: Zamir Loshi

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Chuck Norris (†86) verstorben, Schweizer Polizist Adrian Leuthard trauert um Kindheitshelden
  • Leuthard ist auch als «Chuck Norris aus dem Freiburger Oberland» bekannt geworden
  • Der SP-Politiker ist Personenschützer beim Bund und hatte Jobs bei Eliteeinheiten
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Lucien FluriCo-Ressortleiter Politik

«Es ist traurig», sagt Adrian Leuthard (52) zum Tod von Chuck Norris (†86). Der Elitepolizist – und SP-Politiker – aus dem Freiburger Oberland hatte eine spezielle Beziehung zum verstorbenen US-Schauspieler, auch wenn sie sich nie persönlich begegnet sind.

Leuthard wurde in seiner engeren Heimat immer wieder als «Chuck Norris aus dem Freiburger Oberland» bezeichnet. Begonnen hatte dies im Grossratswahlkampf vor rund fünf Jahren. Leuthard hatte ein Foto von sich gepostet – bei einer Skitour und mit Dreitage-Bart. Ein Grünen-Politiker gab ihm dann den Übernamen, den offenbar viele passend fanden.

Kein Wunder: Immerhin ist Leuthard auf seinem Instagram-Profil auch mal beim Eisbaden im Schwarzsee zu sehen. Er war Wettkampfschwimmer – und vor allem hat er einen Job, der nicht ohne ist: Ab 1999 arbeitete der Polizist im Team der Basler Sondereinheit Basilisk. Fachgebiete: Personenschutz, Sprengmittel, Einsätze in Luftfahrzeugen. Später wechselte er als Einsatzleiter zur Spezialeinheit Tigris der Bundeskriminalpolizei (Fedpol). Die Interventionseinheit ist auch mal im Ausland im Einsatz.

Personenschutz für den Bundesrat

Richtig Fahrt nahm der Vergleich dann auf, als Blick 2023 einen Artikel über Leuthard brachte. Der «Chuck Norris aus Freiburg» kandidierte damals für den Nationalrat. Wer seither Adrian Leuthard googelt, stösst auf den Artikel. «Ich kann an keine politische Veranstaltung gehen, an der das nicht erwähnt wird», schmunzelt Leuthard.

Beruflich hat er heute mit dem Schutz von Bundesräten und hochrangigen Politikern zu tun. Eben erst habe es eine Planungssitzung zur Reise eines Bundesrates gegeben, sagt Leuthard. Und als er da zur Sitzung kam, habe ein ausländischer Polizist zu einem anderen gesagt: «Wissen Sie, wer das ist? Das ist der Chuck Norris aus der Schweiz.»

Ein Actionheld aus der Kindheit, der politisch anders tickt

Wehmut verspürte Leuthard bei der Todesnachricht, die er am Radio hörte, aber auch, weil er einen Helden seiner Kindheit verliert. Leuthard kannte die Chuck-Norris-Filme. Als Jugendlicher war er Spitzenschwimmer, seine Familie hatte damals bereits ein seltenes VHS-Gerät für Videokassetten. Samstags kamen die Schwimmkollegen zu ihm, sie schauten die Chuck-Norris-Filme. Und waren begeistert.

Weil ihn der US-Schauspieler während der Kindheit begleitet hat, hat sich Leuthard auch nie gegen den Übernamen gewehrt – auch wenn sie politisch das Heu nicht auf der gleichen Bühne haben. Norris war Republikaner, Leuthard politisiert links. Gemeinsamkeiten gibt es eben auch, wie Leuthard mit einem Schmunzeln erzählt: Als Polizist bringe er schliesslich auch die Bösen zur Strecke. Und vielleicht verbinde ihn manchmal auch eine gewisse Hemdsärmeligkeit mit Norris. Vielleicht auch deshalb gelang ihm 2021 die Wahl in den Gemeinderat von Plaffeien FR; als erster SP-Vertreter im Senseoberland seit mehr als 30 Jahren.

Vielleicht verschwinde nun sein Übername, überlegt sich Leuthard. Immerhin endet mit dem heutigen Tag – traurigerweise – auch der Unsterblichkeitsmythos, der Norris in vielen Sprüchen angedichtet wurde. Wie dem auch sei: Leuthard wird seinen aussergewöhnlichen Job weitermachen, weiterhin Eisbäder im Schwarzsee nehmen – und politisieren. Sollte er etwa einmal als Oberamtmann im Sense-Bezirk gewählt werden, wäre er auch für die Sicherheit zuständig. Nicht der Texas Ranger, aber der Sensler Ranger.

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