Bei der SVP läuft es rund: Sie hat nicht nur mit Abstand den grössten Wähleranteil, sondern stellt mit Guy Parmelin (66) auch den beliebtesten Bundesrat. Neben der Sympathie wurde im neuesten SRG-Wahlbarometer auch der wahrgenommene Einfluss der Regierungsmitglieder abgefragt. In dieser Kategorie verteidigt FDP-Bundesrätin Karin Keller-Sutter (62) den Spitzenplatz.
Guy Parmelin (SVP)
Sympathie: 3.6 von 5 / Einfluss: 42 Prozent
Kurz vor seinem Rücktritt steht SVP-Bundesrat Guy Parmelin erstmals an der Spitze des Sympathie-Rankings. Er punktet mit seiner bodenständigen Art. Ausserdem zahlte sich sein Auftritt an der Fussball-WM aus.
Der Wirtschaftsminister konnte im Vergleich zum Vorjahr auch beim wahrgenommenen Einfluss zulegen. Dazu beigetragen haben die Zollverhandlungen mit den USA sowie der Abschluss neuer Freihandelsabkommen. Als Bundespräsident hatte Parmelin zudem eine repräsentative Rolle inne. Sein Rücktritt beeinflusste die Umfrage nicht, da diese vor der Bekanntgabe durchgeführt wurde.
Martin Pfister (Mitte)
Sympathie: 3.4 von 5 / Einfluss: 12 Prozent
Der Mitte-Bundesrat Martin Pfister (63) ist weiterhin populär, wurde aber vom Überflieger Parmelin auf den zweiten Platz verwiesen. Seine Werte beim wahrgenommenen Einfluss konnte er leicht steigern. Sie liegen jedoch weiterhin auf vergleichsweise tiefem Niveau. Der Verteidigungsminister ist seit seinem Amtsantritt stark gefordert. Ein Grund dafür sind die Hinterlassenschaften seiner Vorgängerin Viola Amherd (64).
Karin Keller-Sutter (FDP)
Sympathie: 3.2 von 5 / Einfluss: 63 Prozent
Auf dem dritten Platz im Sympathie-Ranking steht neu FDP-Bundesrätin Karin Keller-Sutter. Damit konnte sie gegenüber dem Vorjahr deutlich an Sympathie gewinnen. Punkto Einfluss steht die Finanzministerin nach wie vor klar an der Spitze des Rankings – auch wenn ihr Einfluss etwas geringer eingeschätzt wird als zuvor. Ihren jüngsten Erfolg feierte sie in der Herbstsession: Die Ständeräte folgten ihr gegen den Widerstand der UBS bei den strengeren Eigenkapitalvorschriften für Grossbanken.
Beat Jans (SP)
Sympathie: 2.9 von 5 / Einfluss: 7 Prozent
An Sympathie eingebüsst hat SP-Bundesrat Beat Jans (62). Der Justizminister fällt vom zweiten auf den vierten Rang zurück und weist sehr ähnliche Werte auf wie SVP-Bundesrat Albert Rösti (59). Im vergangenen Jahr wurde er von politischen Gegnern wegen seines Wirkens in der Asylpolitik scharf kritisiert. Das dürfte sich auf seine Popularität ausgewirkt haben. Seinen Einfluss bewerten die Befragten weiterhin als gering.
Albert Rösti (SVP)
Sympathie: 2.9 von 5 / Einfluss: 53 Prozent
Die Sommermonate haben SVP-Bundesrat Albert Rösti zugesetzt. Seine Einschätzungen während der anhaltenden Hitze sorgten für scharfe Kritik aus dem linksgrünen Lager. Mittlerweile finden ihn fast gleich viele Befragte unsympathisch wie sympathisch. Beim Einfluss verteidigt Rösti jedoch weiterhin den zweiten Platz. Das dürfte damit zusammenhängen, dass er als Vorsteher des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) einen besonders breit gefächerten Zuständigkeitsbereich verantwortet.
Elisabeth Baume-Schneider (SP)
Sympathie: 2.8 von 5 / Einfluss: 4 Prozent
SP-Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider belegt beim Sympathie-Ranking unverändert den zweitletzten Platz. Beim wahrgenommenen Einfluss bildet die Innenministerin wieder das Schlusslicht.
Ignazio Cassis (FDP)
Sympathie: 2.7 von 5 / Einfluss: 8 Prozent
FDP-Bundesrat Ignazio Cassis (65) konnte bei den Sympathiewerten etwas zulegen. Doch er steht weiterhin am Ende des Rankings. Das dürfte auch mit den kritischen Voten zur bundesrätlichen Aussenpolitik zusammenhängen. Eine Mehrheit der Befragten bewertet das Verhalten der Regierung gegenüber den USA, Israel und Russland als zu freundlich. Auch beim Einfluss hat der Aussenminister nach wie vor einen sehr tiefen Wert.